Graz (OTS) – „Die Pensionsanpassung 2026 bringt nach zähen
Verhandlungen zumindest
für 71 Prozent aller Pensionist*innen die volle Inflationsabgeltung
von 2,7 Prozent. Für alle Pensionen bis 2.500 Euro gibt es die volle
Anpassung, darüber hinaus wird ein monatlicher Fixbetrag von 67,50
Euro ausbezahlt. Das ist ein Teilerfolg, aber keinesfalls
zufriedenstellend“, erklärt PVÖ-Landespräsident Klaus Stanzer.
„Unsere Forderung bleibt: 2,7 Prozent für alle!“
„Wir haben das Schlimmste verhindert – die ursprünglich geplanten 2
Prozent wären eine massive Pensionskürzung gewesen. Aber wir rücken
von unserer zentralen Forderung nicht ab: eine volle Anpassung für
alle Pensionen, ohne Deckelung oder Sonderregeln“, betont Stanzer.
Anpassung unter der Inflation erstmals seit 2013
Die nun beschlossene Anpassung liegt im Schnitt nur bei 2,25 Prozent
– und damit erstmals seit 2013 unter der Inflation. „Während die
Teuerung mit über 4 Prozent fröhlich Urstand feiert, werden Pensionen
dauerhaft um rund 350 Millionen Euro gekürzt. Damals wie heute müssen
Pensionist*innen für Budgetlöcher aufkommen, die sie nicht verursacht
haben – 2013 nach der Bankenkrise, heute nach milliardenschweren
Wirtschaftshilfen“, so Stanzer.
Belastungen nehmen zu – Pensionist*innen zahlen drauf
Besonders kritisch sieht der PVÖ Steiermark die gleichzeitigen
Belastungen für ältere Menschen:
– +17,6 Prozent höhere Krankenversicherungsbeiträge (ausschließlich
für Pensionist*innen),
– E-Card-Gebühr und neue Selbstbehalte bei Krankentransporten,
– Ende des Klimabonus,
– höhere Gebühren für Reisepass & Co.,
– Auslaufen der Strompreisbremse.
„Diese Maßnahmen summieren sich und treffen unsere Generation
besonders hart. Jeder nicht gewährte Prozentpunkt bei der Anpassung
ist eine Kürzung, die Kaufkraft nimmt weiter ab, Altersarmut wird
gefördert“, warnt Stanzer.
Versicherungs- und keine Sozialleistung
Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen: Eine gesetzliche
Pension ist keine Sozialleistung, sondern das Ergebnis
jahrzehntelanger Beitragszahlungen. Menschen jetzt von der vollen
Anpassung auszuschließen, widerspricht nicht nur der gesetzlich
vorgeschriebenen Wertsicherung, sondern auch der eigenen
Regierungsdoktrin, dass alle länger und Vollzeit arbeiten sollen. Am
Ende werden genau jene Arbeitnehmer, die ein Leben lang eingezahlt
haben, in der Pension bestraft. Und das ist nicht nur unsozial, das
ist auch wirtschaftlich kurzsichtig – denn wenn die Kaufkraft der
Pensionist*innen sinkt, sinken automatisch auch die Steuereinnahmen.“
Österreich hat ein Einnahmen-, kein Ausgabenproblem
Für den PVÖ Steiermark ist klar: Österreich hat kein Ausgaben-,
sondern ein Einnahmenproblem. „Wenn nicht einmal mehr
Versicherungsleistungen ordentlich angepasst werden, muss die
Diskussion über Vermögens-, Erbschafts-, Stiftungs- und
Finanztransaktionssteuern endlich geführt werden. Es ist schlicht
unsozial, dass immer wieder Pensionist*innen zur Kasse gebeten
werden, während Banken, Energieunternehmen, Spekulanten und Online-
Konzerne Milliarden-Gewinne einstreifen“, fordert Stanzer.
„Wenn notwendig, gehen wir auf die Straße“
„Sollte die Bundesregierung glauben, sie könne nächstes Jahr wieder
eine Kürzung der Pensionsanpassung versuchen, dann wird es
zehntausende Pensionist*innen auf die Straßen Österreichs treiben.
Wir sind bereit, unsere Forderungen mit Nachdruck zu vertreten – für
soziale Gerechtigkeit und die Würde im Alter“, betont PVÖ-
Landespräsident Stanzer abschließend. (Schluss)





