Bauernbund warnt: Preisdebatte völlig aus dem Gleichgewicht geraten

Wien (OTS) – Der Österreichische Bauernbund warnt vor einer weiteren
Zuspitzung
der Debatte um Lebensmittelpreise. Statt mit populistischen
Forderungen wie einer Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel
Verunsicherung zu schüren, braucht es endlich eine sachliche
Diskussion darüber, was unsere Lebensmittel tatsächlich wert sind.
„Die Preisdebatte rund um Lebensmittel ist längst aus dem
Gleichgewicht geraten. Wer glaubt, man müsse jetzt ausgerechnet bei
dem ansetzen, was wir täglich essen, hat das Problem nicht
verstanden“, betont Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser .

Zwtl.: Lebensmittel sind nicht der Preistreiber

Während für Konsumgüter wie Smartphones oder Freizeitartikel oft
ohne Zögern hohe Summen ausgegeben werden, wird bei
Grundnahrungsmitteln um jeden Cent diskutiert. „Viele kaufen ein
neues Handy um über 1.000 Euro und da fragt kaum jemand, ob das zu
teuer ist. Aber bei Lebensmitteln, die wir jeden Tag brauchen und die
unsere Gesundheit betreffen, wird plötzlich über ‚zu hohe Preise‘
gestritten. Das ist absurd“, so Strasser .

Tatsächlich entfallen im Schnitt rund 11 Prozent der monatlichen
Haushaltsausgaben auf Lebensmittel – damit befindet sich Österreich
europaweit im unteren Drittel, gemeinsam mit Ländern wie Irland und
Luxemburg. Deutschland liegt im Mittelfeld, Italien etwas darüber.
„Das zeigt klar: Lebensmittel sind nicht der Preistreiber“, hält
Strasser fest.

Zwtl.: Verschwendung statt Wertschätzung

„Wir reden über ‚zu teure‘ Lebensmittel, während gleichzeitig
jedes Jahr rund eine Million Tonnen genießbarer Lebensmittel im Müll
landen. Ein durchschnittlicher Haushalt wirft Lebensmittel im Wert
von bis zu 800 Euro pro Jahr weg. Wenn man wirklich sparen will, dann
bei der Verschwendung, nicht bei der Qualität“, betont Strasser .

Zwtl.: Falsche Anreize schaden statt zu helfen

Immer wieder werden politische Vorschläge laut, Preise staatlich
zu senken oder zu deckeln. „Solche Eingriffe klingen kurzfristig
verlockend, sind aber langfristig gefährlich. Niemand kann Preise
künstlich drücken, ohne Folgen für Qualität, Herkunft oder
Versorgungssicherheit. Eine Politik, die mit Scheinlösungen operiert,
schadet mehr, als sie nutzt“, so Strasser .

Auch Bauernbund-Direktorin Mag. Corinna Weisl warnt vor falschen
Versprechungen: „Wohin bewegen wir uns eigentlich? Wir sind in dieser
Debatte völlig falsch abgebogen und müssen wieder in die Spur finden.
Wenn man den Menschen vormacht, dass eine Halbierung der
Mehrwertsteuer auf Lebensmittel das Leben spürbar günstiger macht,
dann streut man ihnen Sand in die Augen. Solche Vorschläge lösen
keine Probleme, sondern verschärfen sie tendenziell. Das zeigen die
Beispiele aus anderen Ländern Europas. Wir müssen den Mut haben,
ehrlich über Werte, Herkunft und faire Preise zu sprechen, statt
kurzfristige Luftschlösser zu bauen.“

Zwtl.: Bäuerinnen und Bauern garantieren Versorgung

Die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich produzieren
Lebensmittel zu den höchsten Standards weltweit. Diese Qualität muss
auch künftig gesichert bleiben. „Unsere Bäuerinnen und Bauern sind
Garanten für Versorgungssicherheit, Regionalität und Verlässlichkeit.
Wer ständig am Preis schrauben will, gefährdet genau das Fundament,
auf dem unsere Lebensmittelversorgung steht. Wer nur Ramsch bezahlen
will, wird auch nur Ramsch bekommen“, stellt Strasser abschließend
klar.