ORF-„matinee“: „Pavarotti – Eine Stimme für die Ewigkeit“, „Die Poesie der Form – Der Bildhauer Wander Bertoni“

Wien (OTS) – Die „matinee“ am Sonntag, dem 12. Oktober 2025, um 9.05
Uhr in ORF 2
und auf ORF ON würdigt zwei besondere Künstlerpersönlichkeiten. Zum
90. Geburtstag von Luciano Pavarotti, einer der bedeutendsten Tenöre
der Geschichte, erinnert das Porträt „Pavarotti – Eine Stimme für die
Ewigkeit“ an die 2007 verstorbene Sängerlegende. Danach steht „Die
Poesie der Form – Der Bildhauer Wander Bertoni“ (10.05 Uhr) zu dessen
Geburtstag, der sich zum 100. Mal jährt, im Mittelpunkt. Nach einer
Ausgabe der Kurzreihe „Ikonen Österreichs“ (10.35 Uhr), die
anlässlich des bevorstehenden Weltspartags dem Sparefroh gewidmet
ist, beschließt „Die Kulturwoche“ (10.45 Uhr) mit aktuellen Berichten
und Tipps den von Peter Schneeberger präsentierten ORF-
Kulturvormittag

„Pavarotti – Eine Stimme für die Ewigkeit“ (9.05 Uhr)

Am 12. Oktober 2025 jährt sich Luciano Pavarottis Geburtstag zum
90. Mal. Das Filmporträt von John Walker aus dem Jahr 2013 beleuchtet
die Karriere eines der herausragendsten Opernsänger der
Musikgeschichte, die nicht von Anfang vorgegeben war. Bevor sich
Pavarotti ganz dem Singen widmete und seine ersten Auftritte an
kleineren Opernhäusern in Italien absolvierte, unterrichtete er zwei
Jahre lang als Volksschullehrer in seiner Geburtsstadt Modena. Seine
internationale Laufbahn schlug er Anfang der 1960er Jahre in
Amsterdam, Wien und Zürich ein. Der Durchbruch gelang ihm 1964 am
Londoner Covent Garden, wo er für Giuseppe Di Stefano einsprang. 1966
folgte sein Debüt an der Mailänder Scala und zwei Jahre später an der
New Yorker Met. Pavarottis unverwechselbare Stimme fasziniert bis
heute. Der Film zeigt den Startenor mit Arien aus „La Bohème“,
„Rigoletto“ und „Aida“, neapolitanischen Liedern wie „Mamma“ und „O
sole mio“ sowie Duetten mit Popkünstlern wie Sting, Bono und Eric
Clapton.

„Die Poesie der Form – Der Bildhauer Wander Bertoni“ (10.05 Uhr)

Der Geburtstag des Bildhauers Wander Bertoni jährt sich heuer am
11. Oktober zum 100. Mal. Kaum ein anderer bildender Künstler hat so
viele Werke auf öffentlichen Plätzen hinterlassen, wie der 2019 in
seiner geliebten Gritsch-Mühle in Winden am See verstorbene
Wahlburgenländer. Sein künstlerisches OEuvre ist unverwechselbar und
vielfältig. Das Leben von Wander Bertoni ist eine Reise durch ein
ereignisreiches Jahrhundert. Im neuen Filmporträt von Gabi Schiller
erzählen Familienmitglieder, ehemalige Studierende und
Wegbegleiter:innen über den außergewöhnlichen Lebensweg des
Künstlers. In historischen Filmaufnahmen kommt Bertoni auch selbst zu
Wort.
Der gelernte Eisendreher Wander Bertoni stammt aus Codisotto, einem
kleinen Ort in der Emilia Romagna in Norditalien. Er wächst sehr
bescheiden auf und kommt während des Zweiten Weltkriegs als
Zwangsarbeiter nach Wien, wo er in der Rüstungsindustrie schuftet. In
einem berührenden Fernsehinterview erzählt Bertoni, wie er beim
letzten großen Bombardement der Alliierten nur knapp dem Tod
entrinnt. Um nicht zu verhungern, arbeitet er im Wien der
Nachkriegsjahre als Restaurator. Beinahe gleichzeitig schreibt er
sich in der Meisterklasse des Bildhauers Fritz Wotruba an der neu
gegründeten Akademie für angewandte Kunst ein und wird Teil der
aufstrebenden Wiener Kunstszene. Damals entsteht auch der legendäre
Art Club – eine Künstlervereinigung, deren Protagonisten Rebellen
sind. Nach den bitteren Kriegsjahren feiern sie die Freiheit der
Kunst und beschreiten neue Pfade.
1965, im selben Jahr als Wander Bertoni mit der Leitung der
Meisterklasse auf der Akademie der angewandten Künste betraut wird,
kauft der gebürtige Italiener die Gritsch-Mühle in Winden am See. Er
rettet sie vor dem Verfall und schafft im kleinen Ort an den Hängen
des Leithagebirges mit Blick zum Neusiedler See einen einzigartigen
Kunstplatz. Seine Witwe Waltraud Bertoni lebt noch immer in Winden am
See und erzählt im Film, wie über viele Jahrzehnte rund um die alte
Mühle ein Freilichtmuseum mit Skulpturenpark entstanden ist. Die
Dorfbewohner erinnern sich beim Heurigen vor allem an das Spektakel
Ende der 1960er Jahre. Damals wurde Bertonis „Sonnenanbeterin“ aus
New York nach Winden gebracht. Die beinahe 20 Meter hohe Säule war
bei der Weltausstellung ausgestellt. Sie steht noch heute, als
Wahrzeichen von Winden, am Kirchberg. Das 10 Hektar große Areal am
Fuße des Leithagebirges zieht nicht nur kunstinteressierte Menschen
in seinen Bann. Es ist für Touristinnen, Touristen und Einheimische
ein Kultur- und Naturjuwel. Was der Italiener Mitte der 1960er Jahre
gerettet hat, das muss in jedem Fall erhalten werden, ist man sich im
Burgenland einig.