Tirols Tourismus bilanziert Sommersaison positiv und blickt zuversichtlich Richtung Winter

Innsbruck (OTS) – Das Urlaubsland Tirol bleibt gefragt. Nach fünf von
sechs Monaten der
aktuellen Sommersaison steht bei Übernachtungen und Gästeankünften
ein Plus gegenüber dem Vorjahr zu Buche. Positiv hat sich auch die
Wertschöpfung entwickelt. Die Aussichten für den Winter sind
ebenfalls von Optimismus geprägt. Die stabile Entwicklung der Branche
sei allerdings keine Selbstverständlichkeit, betonen
Touristiker:innen.

Tirols Tourismus hat in der aktuellen Sommersaison, die mit 31.
Oktober zu Ende geht, erfolgreich den verschiedenen Herausforderungen
getrotzt. Egal, ob schwieriges wirtschaftliches Umfeld oder
verregneter Juli: Die Anziehungskraft des Urlaubslandes Tirol ist
ungebrochen hoch. Nach fünf von sechs Monaten der aktuellen
Sommersaison – Mai bis September repräsentieren rund 90 Prozent der
gesamten Sommernächtigungen – weist Tirols Tourismusstatistik 20,8
Millionen Übernachtungen aus. Diese haben damit gegenüber dem Vorjahr
um 2,3 Prozent zugenommen. Ebenfalls positiv hat sich die Gästezahl
entwickelt: 5,9 Millionen Ankünfte ergeben ein Plus von 3,7 Prozent.
Einen Wermutstropfen stellt die Aufenthaltsdauer dar: Mit
durchschnittlich 3,5 Tagen sind die Urlauber:innen in der bisherigen
Sommersaison um 0,1 Tage weniger lang geblieben als im Vorjahr. „Die
Gäste verreisen öfter und bleiben kürzer“, bringt es Tirols
Tourismuslandesrat Mario Gerber auf den Punkt.

Zwtl.: Positive wirtschaftliche Entwicklung trotz Herausforderungen

Zufrieden stimmt ihn der Blick auf die wirtschaftliche Bilanz:
„Gute Zahlen bei Nächtigungen und Ankünften sind erfreulich, eine
positive Entwicklung bei der Wertschöpfung ist hingegen essentiell“,
so Gerber. Die hat nach einer ersten Berechnung des MCI Tourismus auf
2,63 Milliarden Euro zugenommen. Das entspricht einem
inflationsbereinigten Wachstum von 2,0 Prozent. Dieses Ergebnis deckt
sich auch mit dem saisonalen Tourismusbarometer, einer
repräsentativen Umfrage unter Tirols Unterkunftsbetrieben. Darin
zeigen sich 63 Prozent der befragten Betriebe mit dem
wirtschaftlichen Erfolg in der aktuellen Sommersaison zufrieden, 20
Prozent sogar sehr zufrieden. Lediglich zwölf Prozent zeigen sich
nicht zufrieden. „Diese Zahlen dürfen allerdings nicht über die
verschiedenen Herausforderungen hinwegtäuschen, mit denen die Branche
konfrontiert ist, wie die weiterhin steigenden Kosten“, macht Tirols
Tourismuslandesrat deutlich.

Zwtl.: Tirols Tourismus bleibt „Fels in der Brandung“

Trotzdem bleibe der Tourismus in wirtschaftlich herausfordernden
Zeiten ein Fels in der Brandung. Das sei keine
Selbstverständlichkeit. „Wesentlich für die anhaltende Attraktivität
des Urlaubslandes Tirol sind die Angebote und das Engagement all
jener, die im Tourismus tätig sind. Ihnen gebührt größter Dank.“

Gleichzeitig sei Weitsicht für die zukünftige Entwicklung
gefragt. Wenn Tirols Tourismus weiterhin diese stabilisierende Rolle
für die heimische Wirtschaft spielen soll, brauche es – wo sinnvoll
und möglich – eine Anpassung des Märktespektrums. „Die Nahmärkte
werden auch in Zukunft die Basis für unseren Tourismus bieten. Um
beispielsweise Aufenthaltsdauer und Wertschöpfung zu steigern sowie
Abhängigkeiten von einzelnen Ländern zu reduzieren, dürfen wir
durchaus etwas internationaler denken“, blickt Gerber voraus. Dafür
sei es wichtig, den Flughafen Innsbruck nachhaltig abzusichern, um
möglichst breit aufgestellt zu sein.

Zwtl.: Nahmärkte bilden Fundament für Tirols Tourismus

Die aktuelle Tourismusbilanz macht die Bedeutung der Kernmärkte
deutlich: Die Nächtigungen aus Deutschland, Österreich, Niederlande
und der Schweiz liefern zusammen 80 Prozent der gesamten Nächtigungen
im bisherigen Sommer. Ein Plus von 1,5 Prozent auf 11,9 Millionen
Übernachtungen zeigt der deutsche Markt. Österreichische Gäste
nächtigten zwei Millionen Mal – ein Plus von 0,6 Prozent. Einen
Zuwachs von 2,4 Prozent liefert der Markt Niederlande mit 1,7
Millionen Nächtigungen. Einen Rückgang um 0,7 Prozent auf eine
Million Nächtigungen verzeichnet Tirols Tourismus in der bisherigen
Sommersaison aus der Schweiz.

„Besonders freut uns, dass das Interesse der Tirolerinnen und
Tiroler an Urlaub im eigenen Land weiterhin steigt“, hält Tirol
Werbung-Marketingleiter Patricio Hetfleisch fest. 400.000
Nächtigungen bedeuten ein leichtes Plus von einem Prozent gegenüber
dem Vorjahr. Damit ist Tirol nicht nur die wichtigste Herkunftsregion
innerhalb der österreichischen Bundesländer, sondern liegt auch vor
Märkten wie Frankreich (350.000 Übernachtungen) oder dem Vereinigten
Königreich (330.000 Übernachtungen). „Zudem zeigt die aktuelle
Bilanz, dass die in der Tourismusstrategie Tiroler Weg forcierte
Entwicklung hin zu einem ausgeglichenen Ganzjahrestourismus Früchte
trägt“, analysiert Hetfleisch. Die touristischen Randzeiten haben
zugelegt: Im Frühsommer 2025 (Mai und Juni) gab es mit 5,3 Millionen
Nächtigungen ein Plus von vier Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum, mit 3,5 Millionen Nächtigungen im September eines
von 5,4 Prozent.

Zwtl.: Ertragslage bleibt herausfordernd

Ambivalent fällt die Analyse von Alois Rainer, Spartenobmann für
Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, zur
bisherigen Sommersaison aus: „Die aktuellen Zahlen belegen, wie
leistungsfähig unsere Tourismusbetriebe sind und wie attraktiv und
konkurrenzfähig unser Angebot am internationalen Markt auftritt.
Allerdings kann die Ertragslage damit nicht Schritt halten. Aufgrund
der weiterhin wachsenden Kosten bleibt unterm Strich vielfach zu
wenig übrig.“ Das belege auch das Tourismusbarometer: Ein Drittel der
befragten Betriebe gab an, die gestiegenen Kosten bisher komplett an
die Gäste weitergeben zu können, 40 Prozent gelang dies teilweise und
einem guten Viertel gar nicht. „Hier zeigt sich die zunehmende
Sparneigung der Gäste“, so Rainer. Im Vorjahr hatten nämlich noch 43
Prozent der Betriebe angegeben, die gestiegenen Kosten komplett an
ihre Gäste weitergeben zu können. Bei den Arbeitskräften stehen die
Zeichen dagegen auf leichter Entspannung. „Die neue
Saisoniersregelung hat uns eine wichtige Erleichterung gebracht“, so
Rainer.

Zwtl.: Zuversicht für den Winter

Eine gute Nachfrage zeichnet sich für die Wintersaison ab, die
mit 1. November beginnt. Laut Tourismusbarometer berichten 82 Prozent
der Befragten von einer gleich guten oder sogar besseren Buchungslage
als im Vorjahr, 16 Prozent beurteilen diese als schlechter. Das deckt
sich mit dem Preis- und Buchungsmonitoring der Tirol Werbung, mit dem
sich die Nachfrage tagesgenau prognostizieren lässt. Die Vorschau
zeigt großteils eine ähnliche Nachfrage wie im vergangenen Winter
bzw. liegt sie sogar leicht darüber. Weihnachten und Neujahr sind
aktuell mit Abstand am stärksten nachgefragt.

Auch wirtschaftlich blickt die Branche zuversichtlich Richtung
Winter. 57 Prozent der Betriebe gehen laut Tourismusbarometer davon
aus, das Ergebnis vom Vorjahr halten zu können. Knapp 30 Prozent
rechnen mit einem Umsatzplus, nur elf Prozent erwarten Einbußen bei
den Umsätzen.

Die Tirol Werbung investiert rund acht Millionen Euro in die
Kommunikationsmaßnahmen für den kommenden Winter. Teil davon ist auch
der Auftritt Tirols im Rahmen des Austria House bei den Olympischen
Winterspielen 2026 in Cortina gemeinsam mit dem Österreichischen
Olympischen Comité.

Bildmaterial stellen wir Ihnen auf presse.tirol.at zur Verfügung.