Wien (OTS) – Wien – Vertrauen und Autonomie, aber bitte mit klarer
Ansage: Die
Generationen Z und Alpha mischen den Arbeitsmarkt auf – und stellen
alte Spielregeln radikaler infrage, als viele Unternehmen ahnen. Das
zeigt eine aktuelle Studie von hokify und der FHWien der WKW zum
Berufseinstieg junger Menschen. Die Ergebnisse offenbaren: Die 11-
bis 20-Jährigen sind widersprüchlich, fordernd und doch kompromisslos
klar. Sie stellen das Recruiting von heute auf den Kopf.
Zwtl.: Das Recruiting von heute: Digital, schnell, persönlich – und
ohne Motivationsschreiben
Traditionelle Bewerbungselemente geraten ins Wanken: Das
Motivationsschreiben ist für Jugendliche ein Auslaufmodell: KI bringt
Schnelligkeit statt Persönlichkeit – und entzieht dem Schreiben damit
seine Wertigkeit und Wirkung. Stattdessen werden einfache und
digitale Prozesse erwartet, am besten die One-Click-Bewerbung. Sie
fordern diesen Komfort nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie als
Digital Natives mit Smartphones und permanenter Vernetzung
aufgewachsen ist. Sie sind es gewohnt, alle Services, von Liefer- bis
Dating-Apps, mit einem Klick zu nutzen und erwarten diese
Unkompliziertheit auch im Recruiting.
“Generation Z und Alpha fordern ein Recruiting, das so
funktioniert wie ihr Alltag: direkt, digital und auf Augenhöhe. Das
bedeutet: One-Click-Bewerbung, persönliche Ansprache und kein
Ghosting – so gewinnt man heute junge Fachkräfte.“ so Jutta Perfahl-
Strilka, CEO von hokify.
Unternehmen müssen auf mobil optimierte Bewerbungsprozesse
setzen, sonst verlieren sie junge Talente, noch bevor das Gespräch
überhaupt beginnt. Transparenz im Prozess und eine wertschätzende
Ansprache sind dabei längst keine Kür mehr, sondern Pflicht. „Die
junge Generation sendet ein klares Signal: Sie wollen ernst genommen
werden – und zwar sofort“, betont Jutta Perfahl-Strilka, CEO von
hokify.
Mit Menschlichkeit und Persönlichkeit zum Recruiting-Erfolg:
Junge Talente wünschen sich nach der digitalen Kontaktaufnahme echte
Begegnungen, persönliche Gespräche vor Ort, ein wertschätzendes
Umfeld und vor allem ehrliches Feedback. Schnelligkeit ist dabei
entscheidend: Maximal ein bis zwei Wochen warten Kandidat:innen auf
eine Rückmeldung, bevor das Interesse schwindet. Die größte
Enttäuschung? Wenn nach einer aufwendigen Bewerbung Funkstille
herrscht. Ghosting ist für die junge Generation eine absolute
Enttäuschung.
Zwtl.: Zwischen Freiheit und Führung: Junge Generation fordert
Vertrauen – aber mit klarer Ansage
Ein vermeintlicher Widerspruch prägt die Führungsanforderung: 94
% fordern Vertrauen und Autonomie, gleichzeitig erwarten 85 % klare
Anweisungen. Die neue Devise für Führungskräfte lautet daher:
Orientierung und Freiheit müssen Hand in Hand gehen. Micromanagement
ist dabei ein klarer „Abturner“, stattdessen muss auf klare Ziele,
aber Freiheit in der Umsetzung gesetzt werden, wie Jutta Perfahl-
Strilka, CEO von hokify weiß: „Autonomie und Anweisung, das ist kein
Widerspruch, das ist der Wunsch nach einem ‚Servant Leadership‘:
Chefs als Mentoren, Coaches und Begleiter. Klare Ziele setzen, aber
volle Freiheit bei der Umsetzung geben. Führungskräfte müssen sich
von einer reinen Kontrollinstanz noch mehr hin zur
Unterstützungsinstanz wandeln, sonst verlieren sie ihre besten Leute
schon im Bewerbungsprozess.“
Die Untersuchung zeigt zudem eine deutliche Verschiebung der
Prioritäten: Während 91 % der Jugendlichen Anerkennung als zentralen
Antrieb nennen, spielen Geld und materielle Benefits zwar eine Rolle,
sind aber nicht unter den Top-Prioritäten. Stattdessen zählen
Arbeitsklima, Fairness und Wertschätzung als zentrale
Entscheidungskriterien.
Diese Gewichtung ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die
Befragten am Beginn ihres Berufslebens stehen und die Gen Alpha
derzeit maximal 16 Jahre alt ist. Damit sind sie in der Regel noch
nicht mit existentiellen finanziellen Verpflichtungen wie der
Hauptverantwortung für Lebenshaltungskosten konfrontiert, weshalb
Faktoren wie Anerkennung und Werte in dieser Lebensphase als zentrale
Motivatoren deutlich in den Vordergrund treten. Und genau damit
können zukünftige Arbeitgeber bei der Young Gen gut punkten!
Zwtl.: Der unterschätzte Faktor: Mama und Papa
Ein oft übersehener Einflussfaktor prägt die Berufswahl weiterhin
massiv: die Eltern. Sie fungieren als Vorbilder oder Einflüsterer,
öffnen über Netzwerke Türen zu Praktika und Jobs und begleiten
Jugendliche auf ihrem Weg. Gerade bei der Gen Alpha sind Eltern noch
starke Mitentscheider:innen. “Unternehmen sollten Eltern aktiv als
Partner in den Blick nehmen, etwa durch gemeinsame Schnuppertage oder
Co-Creation von Informationsangeboten.“ so Jutta Perfahl-Strilka, CEO
von hokify.
Zwtl.: Über die Forschungskooperation
Die Studie wurde im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen
hokify und der FHWien der WKW durchgeführt. Die befragte Zielgruppe
waren 11- bis 20-jährige Berufseinsteiger:innen und Personen in
Ausbildung. Die Datenerhebung erfolgte im März und April 2025 mittels
qualitativer Tiefen-Interviews (n=39) und einer quantitativen Online-
Befragung (n=101).





