Wien (OTS) – „Die jüngsten Berichte über Missbrauchsfälle in den
SOS-Kinderdörfern
zeigen in aller Deutlichkeit, dass der Kinderschutz in Österreich –
und insbesondere in Wien – auf erschreckend wackeligen Beinen steht“,
erklärt FPÖ-Wien Klubobmann Maximilian Krauss. „Was hier ans Licht
kommt, ist entsetzlich. Kinder, die in staatlicher oder
institutioneller Obhut sind, müssen die größtmögliche Sicherheit
genießen – nicht neuerliche Gewalt erleben. Dass so etwas im Jahr
2025 immer noch passieren kann, ist ein massives Versagen der
Verantwortlichen.“
Krauss fordert daher ein umfassendes Kinder- und
Jugendschutzpaket für Wien, das als Best-Practice-Beispiel über die
Landesgrenzen hinaus wirken soll und in allen Bereichen greift, in
denen mit Kindern gearbeitet wird oder Kinder in Obhut leben.
„Es braucht endlich einheitliche und verbindliche Schutzstandards –
vom Kindergarten über Schulen bis zu den Einrichtungen der Stadt und
privaten Trägern. Überall dort, wo Kinder betreut, erzogen oder
untergebracht werden, muss absolute Transparenz und Null-Toleranz
gegenüber jeder Form von Missbrauch gelten“, betont Krauss.
Besonders in die Pflicht nimmt der FPÖ-Klubobmann
Bildungsminister Wiederkehr und Bildungsstadträtin Emmerling:
„Beide tragen die Verantwortung, ein lückenloses Kinderschutzsystem
sicherzustellen. Wir brauchen endlich einen verbindlichen
Maßnahmenkatalog, um Missbrauch zu verhindern, Täter konsequent
auszuschließen und Betroffenen echten Schutz zu bieten. Wenn
Wiederkehr und Emmerling hier weiter zuschauen, machen sie sich
mitschuldig.“
Krauss erinnert zudem daran, dass bereits der Stadtrechnungshof
die massiven Missstände in der MA 11, der Wiener Kinder- und
Jugendhilfe, aufgezeigt hat. „Chronische Überbelegung, Personalmangel
und fehlende Schutzkonzepte führen zu einer gefährlichen Situation,
in der Gewalt fast schon zum Alltag gehört. Wenn die Stadt Wien
Kindern ihre Familien entzieht, dann hat sie auch die Pflicht, ihnen
ein sicheres Umfeld zu bieten.“
Das von der FPÖ-Wien geforderte Kinder- und Jugendschutzpaket
muss laut Krauss folgende Kernpunkte enthalten:
– Verpflichtende Schutzkonzepte für alle Einrichtungen, die mit
Kindern arbeiten – unabhängig davon, ob sie öffentlich oder privat
geführt werden.
– Unabhängige Kinderschutzbeauftragte in jeder Institution, an die
sich Kinder und Mitarbeiter vertrauensvoll wenden können.
– Verpflichtende Überprüfungen und Schulungen für alle Personen, die
mit Kindern arbeiten, um Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und
richtig zu handeln.
– Ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen in
Kriseneinrichtungen, um Kinder tatsächlich schützen und betreuen zu
können.
„Wien muss beim Kinderschutz eine echte Vorreiterrolle
übernehmen. Die Missbrauchsfälle in den SOS-Kinderdörfern müssen ein
Weckruf sein – für konsequente Reformen und für den Schutz unserer
Kinder“, schließt Krauss.





