Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am
3. November
2025 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON blickt zur lang erwarteten
Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums nach Gizeh und auf den teils
radikalen Wandel im (Kultur-)Journalismus und dessen Zukunft – dazu
ist Medienforscher und Journalist Andy Kaltenbrunner live zu Gast im
Studio. Außerdem befasst sich die Sendung u. a. mit dem neuen Film
des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikov über den NS-
Kriegsverbrecher Josef Mengele. Anschließend an das Magazin steht um
23.25 Uhr die neue, bereits 18. Ausgabe des Gesprächs-Konzertformats
„Wechselspiele“ auf dem Programm. Diesmal folgt der junge
österreichische Shootingstar Oskar Haag der Einladung des ORF nach
St. Corona am Wechsel, wo er einige seiner „Teenage Lullabies“ sowie
bisher unveröffentlichte Songs präsentiert. Im Gespräch mit
Kulturmoderatorin Teresa Vogl gibt er Einblick in die Themen seiner
Generation.
Im Reich der Pharaonen – Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums
Mehr als zwei Jahrzehnte wurde es geplant, wirtschaftliche und
politische Krisen sowie die Pandemie verzögerten den Bau. Anfang
November ist es endlich so weit: Das neue Ägyptische Museum – das
größte Museum der Welt mit einer Fläche von 50 Hektar, was ungefähr
der doppelten Größe des Pariser Louvre entspricht – wird in Gizeh
eröffnet. Direkt neben den weltberühmten Pyramiden und der Sphinx
gelegen, will die imposante Einrichtung eine Reise durch 7.000 Jahre
Geschichte bieten: von kolossalen Pharaonen-Statuen wie Ramses II.
bis hin zu Alltagsgegenständen aus dem alten Ägypten. Zur offiziellen
Eröffnung sollen auch die berühmte Totenmaske und die Grabbeigaben
des Pharao Tutanchamun in das neue Museum übersiedeln und Scharen von
Gästen aus aller Welt anziehen – täglich werden bis zu 15.000
Besucher:innen erwartet. Der Tourismus ist eine der wichtigsten
Einnahmequellen für das Land, das dringend Devisen braucht. Denn
wirtschaftlich steht der bevölkerungsreichste Staat der arabischen
Welt am Rande des Bankrotts. Doch während rund ein Drittel der 110
Millionen Ägypter:innen unterhalb der Armutsgrenze lebt und die
meisten Menschen mit den ständig steigenden Preisen kämpfen,
investiert die Regierung in Prestigeprojekte wie die neue
administrative Hauptstadt, einen Präsidentenpalast am Mittelmeer und
den Ausbau des Suezkanals. Der „kulturMontag“ gibt einen Einblick.
Radikaler Wandel – (Kultur-)Journalismus wohin?
In der Medienbranche kracht es gewaltig. Kündigungen stehen in
Österreich nahezu wöchentlich auf der Tagesordnung. Seit September
wurden in der österreichischen Zeitungslandschaft rund 100 Stellen
abgebaut – über die vergangenen Jahre gerechnet gibt es beim AMS bald
mehr als 1000 arbeitslose Journalistinnen und Journalisten. Die
wirtschaftliche Krise hat weitreichende Auswirkungen auf die
Gesellschaft. Ein unabhängiger und qualitativ hochwertiger
Journalismus ist ein Grundpfeiler jeder Demokratie. Ohne Information
könnten demokratische Prozesse gefährdet sein. Anderseits entstehen
neue, alternative Formate, etwa das Online-Medium „Jetzt“, das
unabhängigen Journalismus mittels Crowdfunding auf die Beine gestellt
hat. Auch soziale Medien wie TikTok oder Instagram prägen den
Medienkonsum der jüngeren Generation durch visuell basierte Inhalte
und werden zu einer zentralen Quelle für Informationen, Unterhaltung
und Inspiration. Auch Kulturinstitutionen setzen auf die Reichweiten
der digitalen Plattformen. Sind Influencer, die ihre Reichweiten für
Inhalte aus dem Bereich Kunst, Musik oder Literatur nutzen, die
Kulturjournalistinnen und -journalisten der Zukunft? Welchen Wandel
erlebt die Branche? Der „kulturMontag“ hat sich im Vorfeld des
„Journalistinnen-Kongress“ umgehört. Über Krise und Chance spricht
Clarissa Stadler mit dem Medienforscher und Journalisten Andy
Kaltenbrunner live im Studio.
Ein Kriegsverbrecher auf der Flucht – „Das Verschwinden des Josef
Mengele“ von Regisseur Kirill Serebrennikov
Als „Todesengel von Auschwitz“ hat Josef Mengele im Zweiten
Weltkrieg über Leben und Tod von Lagerinsassen entschieden, wurde
jedoch nie gefasst. Mehrfach wurde die Biografie des
Kriegsverbrechers für die Kinoleinwand adaptiert – etwa in John
Schlesingers „Der Marathon-Mann“ aus dem Jahr 1976, der Laurence
Olivier einen Golden Globe einbrachte, oder 1999 mit Götz George in
„Nichts als die Wahrheit“, einem Film, der ein fiktives Szenario um
den alten Mengele entwirft. Jetzt ist Ausnahmeschauspieler August
Diehl in der Rolle des Lagerarztes zu sehen, der in Auschwitz
Selektionen und grausame medizinische Versuche vornahm. Regie führte
der russische Dissident Kirill Serebrennikov, der für sein Drama „Das
Verschwinden des Josef Mengele“ den gleichnamigen Roman von Olivier
Guez adaptiert hat. Darin zeichnet der Filmemacher die Zeit nach dem
Zweiten Weltkrieg nach, als Mengele mithilfe von Freunden und seiner
Familie in Argentinien untertauchen konnte. Erst 1959 erging ein
Haftbefehl gegen ihn. Mengele floh nach Paraguay und Brasilien, wo er
unter falschem Namen 1979 starb. Serebrennikov, der 2022 vor dem
Putin-Regime geflüchtet war, interessierte an dem Stoff, ob die
Vergangenheit einen Menschen einholt und Gerechtigkeit siegt.
Nach dem Magazin: „Wechselspiele: Oskar Haag in St. Corona“ (
23.25 Uhr)
Das Gesprächs-Konzertformat „Wechselspiele“ geht in die 18.
Runde: Diesmal folgt der junge österreichische Shootingstar Oskar
Haag der Einladung des ORF nach St. Corona am Wechsel.
Oskar Haag, geboren 2005, wuchs als Sohn eines Künstlerpaares in
Klagenfurt auf und sammelte früh erste Erfahrungen als Schauspieler
und Tänzer auf diversen Bühnen. Im ersten Corona-Lockdown begann er
mit dem Schreiben und Produzieren von eigenen Liedern. Eine gefeierte
Solo-Show am Popfest in Wien katapultierte den damals noch 15-
Jährigen auf die Landkarte der internationalen Popmusik und machte
ihn zur großen Hoffnung der heimischen Szene. Seine erste Single
„Stargazing“ wurde ein formidabler Independent-Hit und landete auf
Platz eins der FM4-Charts.
Anfang 2023 erschien sein von der internationalen Presse
bejubeltes Debüt-Album „Teenage Lullabies“, das ihm auch den FM4-
Award beim Amadeus als jüngster Preisträger der Geschichte
einbrachte. Parallel dazu wurde Haag vom Burgtheater als Musiker und
Schauspieler engagiert und spielte im Maria-Lassnig-Biopic „Mit einem
Tiger schlafen“ den jungen Arnulf Rainer neben Birgit Minichmayr in
der Hauptrolle.
In St. Corona präsentiert Oskar Haag nun einige seiner „Teenage
Lullabies“ sowie bisher unveröffentlichte Songs. Im Gespräch mit
Kulturmoderatorin Teresa Vogl gibt er Einblick in die Themen seiner
Generation. Die TV-Regie der Sendung hat Alex Wieser übernommen.





