Grüne Wien/Huemer: Kindermedizin in Not – Rascher Ausbau der kinderärztlichen Kassenversorgung längst überfällig

Wien (OTS) – Anlässlich des Tages der Kinderrechte warnt die Wiener
Ärztekammer
vor den dramatischen Zuständen in der Kindermedizin, auf die wir
Grünen seit Jahren hinweisen: Der Mangel an Kassenkinderärzt:innen in
Wien ist enorm. Wartezeiten, insbesondere in der Kinderpsychiatrie,
gravierend lang. Mittlerweile ist es fast unmöglich, einen neuen
Kinderarzt zu finden. „Die medizinische Unterversorgung für unsere
Kleinsten ist dramatisch“, so Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin
der Grünen Wien, und weiter: „Es ist höchste Zeit, dass die
Stadtregierung den Ernst der Lage erkennt und rasch die wohnortnahe
Versorgung mit kassenärztlicher Kindermedizin ausbaut!“

Die Zweiklassenmedizin beginnt bereits bei den Kleinkindern:
Eltern, die es sich leisten können, weichen auf privatmedizinische
Versorgung aus. Aber auch bei den privat zu zahlenden
Kinderärzt:innen herrscht oft Aufnahmestopp für Neupatient:innen.
Kinder von weniger betuchten Eltern haben Pech, sie müssen die
überlangen Wartezeiten in Kauf nehmen.

Der Versorgungsnotstand in der sozialpsychiatrischen
Kinderversorgung in Wien ist besonders hoch. Hier vergeht oft ein
Jahr Wartezeit auf den Diagnosetermin. Wertvolle Zeit, die bei
schnellerer Behandlung schon für die hilfreiche Therapie genützt
werden könnte.

Armut macht krank

Diese Situation ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch
gesundheitsschädlich, betont Huemer: Gerade bei in den
Entwicklungsjahren von Kindern ist rasche Hilfe besonders wichtig, um
nachhaltige Schädigungen des Kindes zu vermeiden. „Dass die Wiener
Stadtregierung mit dem gestrigen Beschluss im Landtag die
Mindestsicherung dramatisch gekürzt hat, trifft besonders jene, die
es ohnehin schon sehr schwer haben. Viele Kinder in Wien sind von den
Kürzungen betroffen. Die Stadtregierung nimmt eiskalt in Kauf, das
ohnehin schon hohe Gesundheitsrisiko von armutsbetroffen Kindern zu
erhöhen. Wie kaltherzig, wie kurzsichtig, wie falsch“, so Huemer.

„Der Ausbau von kassenärztlichen Kindergesundheitszentren – so
wie sie im neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit Wien vorgesehen
ist – muss unverzüglich in Angriff genommen werden. Wir brauchen mehr
pädiatrische Kassenstellen, mehr multiprofessionelle Kinder-
Primärversorgungszentren (PVZ) wie auch sozialpsychiatrische
Versorgungseinrichtungen. Es müssen endlich größere Anstrengungen als
bisher von Seiten der rot-pinken Stadtregierung gegen diesen
kindermedizinischen Notfall unternommen werden“, so Huemer
abschließend.