Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von
Gewalt gegen
Frauen am Dienstag, dem 25. November 2025, widmet sich der ORF neben
aktueller Berichterstattung in den Nachrichtensendungen und
Magazinen, wie etwa „Kultur Heute“, „Guten Morgen Österreich“,
„Studio 2“, „Report“ oder „ORF III AKTUELL“, weiters mit einem
Programmschwerpunkt in TV und Radio dem Thema. So begleitet die
„dokFilm“-Premiere „(K)einen Ton sagen“ (25. November, 23.05 Uhr, ORF
2) Frauen aus Nord- und Südtirol, die öffentlich über ihre
Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch sprechen. Am Mittwoch, dem 26.
November, befassen sich in ORF 2 „WELTjournal“ (22.30 Uhr) mit dem
Feminismus gegen Männergewalt in Spanien und „WELTjounal +“ mit dem
Film „Gisèle Pelicot – Eine für viele“ (23.05 Uhr) mit dem
erschütternden Missbrauchsfall in Frankreich. Anschließend ist mit
„Wüstenblume“ (0.00 Uhr) die vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-
Abkommens unterstützte und vielfach preisgekrönte internationale
Verfilmung des autobiografischen Bestsellers von Waris Dirie zu
sehen. In Ö1 thematisiert eine „Hörbilder“-Ausgabe (Samstag, 29.
November, 9.05 Uhr) „Männergewalt – und was man dagegen tun kann“,
„Lieder gegen Gewalt an Frauen“ sind in einem Ö1-„Spielräume Spezial“
(Sonntag, 7. Dezember, 17.10 Uhr) zu erleben. Bereits am Montag, dem
24. November, ist in „Kultur Heute“ (19.40 Uhr, ORF III) Sängerin und
Schauspielerin NENDA zu Gast, die sich in ihrem diese Woche
erscheinenden Album auch gegen Gewalt an Frauen stark macht.
Die Sendungen im Überblick:
Montag, 24. November
„Kultur Heute“ (19.40 Uhr, ORF III)
Studiogast bei Ani Gülgün-Mayr ist die österreichische Sängerin und
Schauspielerin NENDA, die in ihrem, am 26. November erscheinenden,
Debütalbum „KRRRA“ versucht, weibliche Rollenbilder aufzubrechen und
diese neu zu denken. Bereits in der Vergangenheit hat sie sich in
Kooperation mit den Autonomen Frauenhäusern engagiert und gegen
Gewalt an Frauen gesungen.
Dienstag, 25. November
„Guten Morgen Österreich“ (6.30 Uhr, ORF 2)
Der 25. November ist Auftakt der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an
Frauen“ anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von
Gewalt gegen Frauen – dazu begrüßt Eva Pölzl Opferanwältin Sonja
Aziz.
„Studio 2“ (17.30 Uhr, ORF 2)
Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen
beginnt der Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Er soll
Bewusstsein für die unterschiedlichen Formen von Gewalt schaffen, von
denen Frauen und Mädchen betroffen sind – körperliche, sexuelle,
psychische, wirtschaftliche oder soziale Gewalt. Diese Gewalt kann
Frauen aus allen Altersgruppen, sozialen Schichten und Kulturen
treffen und trifft sie auch, jede dritte Frau in Österreich ab 15
Jahren hat in ihrem Leben bereits einmal körperliche oder sexuelle
Gewalt erlebt. Live im Studio spricht Rechtsanwältin Melany
Buchberger-Golabi über das österreichische Gewaltschutzgesetz und
informiert darüber, welche rechtlichen Schutzmaßnahmen es bei
häuslicher Gewalt gibt. „Studio 2“ berichtet zudem über eine wichtige
Anlaufstelle für betroffene Frauen und ihre Kinder. In einer
Reportage aus dem Frauenhaus Wiener Neustadt interviewt Jan Matejcek
die Psychotherapeutin Elisabeth Cinatl, Geschäftsleiterin des Vereins
Wendepunkt, Vorstandsvorsitzende des Netzwerks österreichischer
Frauen- und Mädchenberatungsstellen und Vorsitzende des Vereins
Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF). Die „16 Tage gegen
Gewalt an Frauen“ umfassen die Zeit zwischen dem 25. November – dem
internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von
Gewalt wurden – und dem 10. Dezember – dem internationalen Tag der
Menschenrechte.
„Report“ (21.05 Uhr, ORF 2)
Manosphere – die Rückkehr der toxischen Männlichkeit: Ihr Kosmos
kreist um Frauenhass, Fitness und Finanzanlagen. Die Rede ist von der
Manosphere – einer wachsenden Gemeinschaft von Burschen und Männern
im Netz, die patriarchale Welten der Alpha-Männer wiederherstellen
will. Frauenfeindliche Influencer wie die Tate-Brüder haben Millionen
von Followern auf Social Media und ihre Anhänger werden immer jünger.
Woher kommt die neue Welle des Antifeminismus und wie kann man ihn
aufhalten? Alexandra Nöbauer und Sabina Riedl zeigen anlässlich der
„16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, wo moderne Männer- und
Burschenarbeit ansetzt und wie sich Frauen gegen die neue Welle der
Gewalt schützen.
„ORF III AKTUELL“ (9.30 Uhr, ORF III)
Jede dritte Frau in Österreich erlebt in ihrem Leben körperliche
und/oder sexualisierte Gewalt. Im Jahr 2025 hat es hierzulande
bereits 14 sogenannte Femizide gegeben – also Morde an Frauen
aufgrund ihres Geschlechts. Anlässlich des Internationalen Tages zur
Beseitigung von Gewalt gegen Frauen befasst sich die Sendung in einem
ausführlichen Themenblock, inklusive Live-Interview, mit den
Möglichkeiten für Betroffene, sich Hilfe zu holen.
„dokFilm: (K)einen Ton sagen“ (23.05 Uhr, ORF 2)
Vergewaltigung im eigenen Haus. Missbrauch im Sport. Übergriffe in
der Kirche. Gewalt in der Kindheit. Der Dokumentarfilm „(K)einen Ton
sagen – Missbrauch in Nord- und Südtirol“ von Regisseur Georg
Lembergh begleitet Frauen aus Nord- und Südtirol, die in
unterschiedlichem Lebensalter Opfer sexuellen Missbrauchs wurden. Mit
großer Sensibilität zeichnet die Produktion ihren Weg des Erinnerns
und schafft Raum für Offenheit und Vertrauen.
Eine der Protagonistinnen ist die mehrfache Mutter Damaris, die in
ihrem eigenen Haus von einem Bekannten der Familie vergewaltigt
wurde. Im Religionsunterricht und in der Kirche wurde Manuela Kemper
als Kind vom damaligen Dekan missbraucht, während Alexia in ihrer
Kindheit auf einem Bauernhof Opfer eines Nachbarn wurde und bis heute
mit den Folgen lebt.
Besonders in der traditionsbewussten Tiroler Bergregion, wo Stärke
und harte Arbeit lange als Tugenden galten, blieb für Gefühle und
Verletzlichkeit kaum Platz. Schweigen und Ignoranz schufen ein Klima,
in dem Täter unbehelligt agieren konnten, während es für Betroffene
unmöglich war, über Erlebtes zu reden. Die Protagonistinnen der Doku
brechen dieses Schweigen. Mit unfassbarem Mut erzählen sie von Scham,
Ohnmacht und dem langsamen Prozess, sich das eigene Leben
zurückzuerobern.
Der Filmemacher begegnet den Frauen dabei mit Respekt und
Zurückhaltung. Er zeigt Orte, die untrennbar mit den Taten verbunden
sind: eine sommerliche Alm, einen verfallenen Bauernhof, verschneite
Berge, das Innere einer Kirche. Bilder, die dem Film Struktur geben,
emotionale Zäsuren setzen und Raum zum Atmen und Nachspüren schaffen.
Die Täter und das Umfeld der Betroffenen kommen nur am Rande vor.
„(K)einen Ton sagen“ ist ein leiser, jedoch sehr kraftvoller Film,
der ohne Pathos auskommt und gerade deshalb tief berührt. Die
Protagonistinnen brechen ein jahrzehntelanges Tabu und verändern
nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch das Bewusstsein einer
ganzen Gesellschaft. Ein Dokumentarfilm, der aufrüttelt, aufklärt und
Hoffnung gibt.
Mittwoch, 26. November
„WELTjournal: Spanien – Feminismus gegen Männergewalt“ (22.30 Uhr)
Mehrere tausend Frauen sterben in Europa jedes Jahr durch die Hand
ihres Mannes oder Ex-Partners. Dass männliche Gewalt kein privates,
sondern ein gesellschaftliches Problem ist, hat man in Spanien schon
lang erkannt und Gewaltprävention zur Regierungssache gemacht: mit
dem „Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt“, mit entsprechenden
Schulungen für Polizeibeamte sowie Richterinnen und Richter, mit
speziellen Opfer- und Täter-Programmen.
„WELTjournal“-Reporterin Ines Pedoth hat sich Spaniens Gewalt-Schutz-
Programm näher angeschaut und Frauen getroffen, die Gewalt erlebt
haben und sich wehren: Marta Anguita wurde von ihrem Ex-Mann
überfahren und schwer verletzt, seit er aus dem Gefängnis ist,
fürchtet sie wieder um ihr Leben. Die Juristin und Beraterin des
Gleichstellungsministeriums Maria Naredo steht Marta zur Seite und
unterstützt sie in ihrem Kampf um eine Entschädigung. Patricia
Fernandez war in ihrer Kindheit einem gewalttätigen Vater
ausgeliefert, heute hilft sie anderen mit einem ähnlichen Schicksal.
„WELTjournal +: Gisèle Pelicot – Eine für viele“ (23.05 Uhr)
Rund 200 Mal in zehn Jahren vom eigenen Ehemann betäubt und
bewusstlos via Internet zur Vergewaltigung angeboten – der Fall
Gisèle Pelicot entsetzte nicht nur Frankreich. Rund 20.000 Videos und
Fotos führten zur Identifizierung von 50 der beteiligten
Vergewaltiger. Der Gerichtsprozess dauerte vier Monate und endete im
Dezember 2024 mit 51 Schuldsprüchen. Auf Gisèle Pelicots
ausdrücklichen Wunsch hatte das Gerichtsverfahren, in Frankreich als
„Prozess des Jahrhunderts“ bezeichnet, öffentlich stattgefunden: Die
Scham sollte die Seite wechseln.
„WELTjournal +“ zeigt die Verwandlung eines persönlichen Traumas in
einen kollektiven Kampf, denn Gisèles Geschichte ist auch die von
Caroline, die zugleich Tochter des Opfers als auch des Täters ist.
„Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“ heißt ihr Buch, „M´endors
pas – betäube mich nicht“ eine von ihr gegründete Initiative gegen
sexuelle Unterwerfung durch chemische Betäubung. Letztendlich steht
diese Geschichte zweier mutiger Frauen für alle, denen ähnliches
passiert ist, und vor allem für deren Botschaft: Die Scham muss
endlich die Seite wechseln.
„Wüstenblume“ (0.00 Uhr)
Filmemacherin Sherry Hormann schildert die bewegende True Story des
Nomadenmädchen Waris, das von einer dramatischen Kindheit in der
Wüste Afrikas in die Großstadt kommt und dort zu einem der
bestbezahlten Models der Welt wird. Waris, die ihre Kindheit als
Nomadin in Somalia erlebt, flieht als 13-Jährige vor einer
Zwangsheirat nach London. Einige Jahre später avanciert sie zu einem
der gefragtesten Models der Welt. Am Höhepunkt ihrer Karriere
beschließt Waris Dirie, ihr Leben dem Kampf gegen weibliche
Genitalverstümmelung zu widmen und hält ihre grausamen Erfahrungen in
einem Buch fest.
Samstag, 29. November, 9.05 Uhr, Ö1: „Hörbilder: Männergewalt – und
was man dagegen tun kann“
Jeder dritte Mann zwischen 18 und 35 Jahren findet es akzeptabel,
beim Streit mit der Partnerin handgreiflich zu werden. Das belegt
eine Studie aus Deutschland. Trotz #metoo und öffentlichem Aufschrei
gegen Gewalt an Frauen zeigt sie: Auch in der jungen Männergeneration
sind patriarchale Geschlechterstereotype tief verankert. Welchen
Einfluss hat das traditionelle Männerbild auf Gewalt in der
Gesellschaft? Und können offene Geschlechterrollen diese beenden oder
reduzieren? Auf der Suche nach Antworten spricht Johanna Hirzberger
für diese „Hörbilder“-Ausgabe mit straffälligen Gewalttätern und
Jugendlichen in der Geschlechter- und Präventionsarbeit gegen Gewalt.
Sonntag, 7. Dezember, 17.10 Uhr, Ö1: „Spielräume Spezial: Lieder
gegen Gewalt an Frauen“
Wie klingen Lieder über Gewalt? Sanft wie bei Suzanne Vega, die in
„Luka“ von ihrer eigenen Erfahrung erzählt; wie bei Celine, die nach
der Erfahrung von KO-Tropfen den Täter fragt „Was hast du davon?“
oder wie bei Tori Amos, die in „Me and a Gun“ entkommen will. Mira Lu
Kovacs fordert „Save you“, Lady Gaga warnt „Til it happens to you“.
Eine Rundschau von Trauer bis zum Ruf nach Gerechtigkeit.
Alle Sendungen sind als Live-Stream und bei vorhandenen Rechten als
Video-on-Demand auf ORF ON verfügbar.





