Nach Aufdeckung: Totschnig hält Vollspaltenboden für „hohen gesetzlichen Standard“

Wien (OTS) – Da ist sie wieder, die mantrahaft wiederholte Ausrede
bei jeder
weiteren Aufdeckung skandalöser Zustände in Vollspaltenboden-
Schweinefabriken durch den VGT: das seien nur schwarze Schafe, 99 %
der Landwirt:innen würden dafür sorgen, dass es ihren Tieren gutgehe,
die gesetzlichen Standards in Österreich wären vorbildlich und hoch,
ja international führend. Man fragt sich nur, warum es dann immer
wieder solche Aufdeckungen geben kann! Die Antwort liegt klar auf der
Hand: der Vollspaltenboden ist eine reine Tierquälerei, die
zwangsläufig zu verletzten und kranken Tieren führt. Der Unterschied
zwischen Skandal und „anständiger Schweinefabrik“ ist nur, ob diese
kranken und toten Tiere schnell genug entfernt wurden. Der VGT
fordert deshalb heute einmal mehr bei einem Protest vor dem
Bundeskanzleramt anlässlich des Ministerrats, dass die Regierung
bzgl. der Schweinehaltung zu lügen aufhört. Nein, der
Vollspaltenboden wurde nicht verboten, auch für 2034/2038 nicht. Ja,
der Vollspaltenboden ist eine furchtbare Tierquälerei und damit ist
Österreich Schlusslicht in der Schweinehaltung in Europa. Weder sind
die gesetzlichen Standards gut oder gar vorbildlich und hoch, noch
kann man beim Vollspaltenboden davon sprechen, dass die
Landwirt:innen „äußerst verantwortungsbewusst“ dafür sorgen würden,
dass es ihren Tieren gut geht. Sie sorgen de facto dafür, dass es
ihren Tieren schlecht geht!

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „Auch dass Mitarbeitende
in Schweinefabriken den Tieren ins Gesicht pinkeln, sie mit
Elektroschockern traktieren oder schlagen, hat einen direkten
Zusammenhang zur Haltung auf Vollspaltenboden. Es ist eine
psychologische Konsequenz, dass man auf Tiere herunterschaut und sie
nachgerade verachtet, wenn sie zusammengedrängt im Dreck leben
müssen, als wäre ihr Wohlbefinden nichts wert. Natürlich überträgt
sich das auf die Einstellung des Personals den Tieren gegenüber,
insbesondere wenn es sich um eine riesige Schweinefabrik handelt, bei
der jeder emotionale Kontakt zu einzelnen Schweinen vollkommen
unmöglich ist. Da geht’s nicht darum, sehr geehrter Herr
Landwirtschaftsminister, dass ein schwarzes Schaf aufgefallen sei und
sonst wäre alles in Ordnung. Das System im Umgang mit Tieren ist
faul! Dass es Schweinefabriken überhaupt geben darf, ist das Problem.
Und dass man dort Tiere auf Betonspalten über ihrem Kot halten darf,
so dicht zusammengedrängt, dass sie keinen Schritt gehen können, ohne
ein anderes Tier beiseite drängen zu müssen. Bei den gesetzlichen
Standards muss angesetzt werden. Und da ist alles beim Alten, der von
der Regierung als neuer Mindeststandard 2034/2038 festgelegte
Vollspaltenboden ist um nichts besser.“

Pressefotos (Copyright: VGT.at)