Wien (OTS) – Großprojekte wie Hochspannungsleitungen, Schnellstraßen
oder
Windparks sorgen regelmäßig für Konflikte. Während die Gesellschaft
als Ganzes davon profitieren soll, müssen dabei Einzelne – etwa
betroffene Anrainer:innen – den Preis dafür zahlen. In der aktuellen
„Dok 1“-Ausgabe „Nicht vor meinem Haus! Der Streit um Schiene,
Straße, Strom“ spricht „ZIB 2“-Moderator Martin Thür am Mittwoch, dem
10. Dezember 2025, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON mit
Betroffenen, Projektbetreibern, Umweltschützerinnen und
Umweltschützern sowie der Politik. Wie geht es Menschen, die sich
angesichts von Großprojekten in ihrer Nachbarschaft ohnmächtig
fühlen? Und: Gibt es bei infrastrukturellen Vorhaben zwangsläufig
Gewinner und Verlierer?
Für Martin Thür geht es zu Beginn seiner Reise zurück in seine
Heimat. Südlich von St. Pölten tobt seit Jahrzehnten ein Streit über
den Bau der Schnellstraße S34. Sie soll der stark befahrenen B20 eine
Entlastung bieten, und während Anrainer:innen der B20 ebendiese
Entlastung herbeisehnen, fürchten Landwirtinnen und Landwirte um
Umwelt und Äcker – denn die S34 würde quer durch die Felder führen.
In Tirol will Thür herausfinden, warum man hier noch kein
einziges Windrad aufgestellt hat. Im Wipptal südlich von Innsbruck
wird aber nun genau das geplant. Erste Windmessungen am Gleinser
Rücken versetzten Projektgegner:innen in Alarmbereitschaft. Gegen
Windkraft ist hier zwar niemand, aber: bitte nicht hier, in einer
Region, die ohnehin bereits von Transitverkehr geplagt ist. Doch auch
in Tirol gibt es sie, die Befürworter:innen. Ganz Vorneweg ÖVP-
Nationalratsabgeordneter Franz Hörl. Er hat Hanno Settele vor Jahren
schon gesagt, dass das nächste Windrad in Kürze kommt. Bislang ist
dies aber noch nicht wahr geworden. Martin Thür will nun wissen,
warum. Ein paar Täler entfernt soll das Kraftwerk Kaunertal ausgebaut
werden: Ein gewaltiger Staudamm soll im Platzertal entstehen. Dafür
muss dieses jedoch geflutet werden. Teile der Bevölkerung sind
dagegen – die TIWAG sieht aber keine Alternative für den Standort.
Wer erneuerbare Energie sagt, muss auch Netzausbau sagen: In
Kärnten führt das zu heftigem Widerstand gegen eine geplante 380kV-
Leitung, die quer durch das Land führen soll. Müssen hier Wenige für
das Interesse Vieler zurückstecken? Anrainer:innen fühlen sich
jedenfalls machtlos und kündigen – nach dem Motto „Nicht vor meinem
Haus!“ – Widerstand an. Was wiegt also mehr? Das, was eine
Gesellschaft als Gesamtes braucht, oder die Interessen der
Anwohner:innen? Wer bestimmt darüber, vor wessen Haus ein Windrad,
eine Straße oder ein Stausee entsteht? Und: Schafft man es,
Kompromisse zu finden, oder hat am Ende immer jemand ein Bummerl?
Gast-Host Martin Thür führt durch eine „Dok 1“ über die schwierigen
Balanceakte bei Großprojekten.





