Wien (OTS) – Der Preisdruck bei Schweinefleisch nimmt weiter zu und
setzt die
Wertschöpfungskette unter Druck. Ein plakatives Beispiel aus dem
Großhandel zeigt, wie weit die Preisspirale reicht: Schweinefleisch
aus der EU wurde zuletzt um 2,99 Euro netto pro Kilo angeboten (Ꞓ
3,29 brutto). Solche Preise setzen heimische Betriebe existenziell
unter Druck und treiben den Preisverfall weiter an.
„Die Preislawine muss gestoppt werden. Die Debatte um billige
Lebensmittel muss endlich ein Ende haben. Hochwertige heimische
Lebensmittel haben einen Wert und daher auch ihren Preis. Die
aktuellen Beispiele zeigen, wie stark Schleuderpreise den Druck auf
die heimische Produktion erhöhen“, betont Bauernbund Präsident
Abg.z.NR DI Georg Strasser .
Vom Konsumentenpreis kommt zu wenig am Hof an
Ein plakatives Beispiel zeigt, wie unausgewogen die Wertschöpfung
verteilt ist: Nach einer Berechnung der LK Steiermark auf Basis der
Verbraucherpreisstatistik bleiben bei einem Schnitzelpreis im
Gasthaus von 18,50 Euro für den Bauern gerade einmal 53 Cent, das
sind 2,8 Prozent. Wenn Lebensmittel in der Vermarktung nur über den
billigsten Preis positioniert werden, gerät die wirtschaftliche Basis
der Erzeuger immer mehr unter Druck.
„Genau hier setzt unsere Kampagne an: Es muss deutlich mehr von
der Wertschöpfung dort ankommen, wo produziert wird, nämlich am Hof“,
betont Strasser .
Spürbare Verbesserung der Erzeugerpreise notwendig
Die Kampagne „Schleuderpreise stoppen“ macht sichtbar, wie wenig
vom Regalpreis in vielen Fällen tatsächlich am Anfang der Kette
bleibt. Im Zentrum steht ein klares Ziel: eine spürbare Verbesserung
der Erzeugerpreise, damit ein fairer Anteil an der Wertschöpfung am
Hof ankommt.
Ernährungssouveränität nicht aufs Spiel setzen
„Österreich gehört laut dem World Animal Protection Index zu den
Ländern mit den höchsten Tierhaltungsstandards weltweit. Gerade in
der Schweinehaltung wurden in den letzten Jahren zahlreiche Schritte
zur Weiterentwicklung gesetzt. Diese Qualität gibt es nicht zum
Nulltarif und sie darf nicht durch Schleuderpreise kaputtgemacht
werden. Wer auch in Zukunft heimische Lebensmittel will, muss
aufhören, Lebensmittel systematisch zu entwerten und zu heimischer
Qualität, am besten mit AMA-Gütesiegel, greifen. Sonst zahlen wir am
Ende einen ganz anderen Preis, weil wir unsere Ernährungssouveränität
aufs Spiel setzen. Das dürfen wir nicht zulassen“, betont Strasser
abschließend.
Info-Box zur Kampagne „Schleuderpreise stoppen“:
Der Österreichische Bauernbund setzt sich mit der Kampagne
„Schleuderpreise stoppen“ für einen fairen Anteil an der
Wertschöpfung für bäuerliche Familienbetriebe ein. Unterstützen kann
man die Kampagne durch die Unterzeichnung der Petition unter
schleuderpreise-stoppen.at .





