St. Pölten (OTS) – Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner,
LH-Stellvertreter Stephan
Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner
präsentierten in einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag im
Landhaus St. Pölten die Jahresbilanz 2025 der NÖ Feuerwehren.
„Über 68.058 Einsätze, über 7,5 Millionen Arbeitsstunden und über
105.000 Feuerwehrmitglieder – Zahlen, die die Stärke und Schlagkraft
unserer Feuerwehren in Niederösterreich zeigen“, bilanzierte die
Landeshauptfrau eingangs. Diese Bilanz zeige klar: „Sicherheit ist
kein Ausnahmezustand. Sicherheit ist ein Dauerauftrag. Denn auch ohne
Extremereignis wie dem Hochwasser 2024 sind unsere Feuerwehren im
Dauereinsatz.“ Sie führte aus: „68.058 Ausrückungen bedeuten im
Schnitt fast alle acht Minuten einen Einsatz – Tag und Nacht, bei
jeder Witterung.“ Die 7,5 Millionen Arbeitsstunden bezeichnete sie
als „die größte ehrenamtliche Kraftanstrengung unseres Bundeslandes.“
Die Feuerwehren seien tief in den Gemeinden verwurzelt, so Mikl-
Leitner. „Sie sind Teil unseres niederösterreichischen
Selbstverständnisses, unserer Identität.“ Besonders erfreut zeigte
sie sich über die wachsende Vielfalt in der Organisation: „Mit über
11.800 Frauen, mehr als 300 davon schon in Kommando-Verantwortung,
fast 8.000 Jugendlichen und mehr als 1.100 Kindern ist die Feuerwehr
ganz klar weiblicher und jünger geworden.“ Das zeige deutlich:
„Engagement ist keine Sache des Geschlechts oder des Alters, sondern
nur der Verantwortung.“
Die Landeshauptfrau hob weiters die international angesehene
Solidarität und Expertise der Feuerwehr Niederösterreich hervor, etwa
bei Waldbränden in Montenegro und Griechenland. „Wenn Europa Hilfe
braucht, ist auf Niederösterreich Verlass“, fasste sie zusammen. Und
wer so viel helfe, dem müsse man auch helfen. „Deshalb liefern wir
die volle Unterstützung seitens des Landes“, sagte sie und sprach
u.a. die Auslieferung zahlreicher Geräte wie leistungsstarker Pumpen
an, aber auch die Eröffnung der Erweiterung des neuen
Containerterminals in Tulln Anfang März.
Trotz der Erfolgsbilanz gebe es aber eine Zahl, die nachdenklich
stimme, erklärte die Landeshauptfrau: „Die Brandeinsätze sind auf
8.410 Fälle gestiegen – ein Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr.“ Sie appellierte an die Bevölkerung, achtsamer zu sein,
„denn oft sind es kleine Unachtsamkeiten wie eine unbeaufsichtigte
Kerze oder heiße Asche, die große Folgen haben können.“
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf stellte klar: „Ich möchte der
Feuerwehr das Leben leichter machen, damit sie uns allen das Leben
sicherer machen kann.“ Konkret nannte er zwei Schwerpunkte: Kosten
sparen und Zeit sparen. Als Beispiel zum Thema Kosten sparen brachte
er die landesweite Beschaffungsaktion der HLF2, moderner
Hilfsleistungsfahrzeuge. „Insgesamt 48 wurden ausgeliefert, das
bedeutet eine Ersparnis von 1,9 Millionen Euro.“ Zum Thema Zeit setze
man auf moderne Alarmierung, so Pernkopf: „Mit der neuen LEA-App
sparen wir den Feuerwehren wertvolle Zeit und die Kosten sinken dabei
deutlich von bisher rund 1,8 Millionen Euro für FF-SMS auf künftig
etwa 250.000 Euro, die vom Land übernommen werden.“ Die neue LEA-App
ergänze Sirenen und Pager, unterstütze Einsatzleiter, Navigation
sowie Informationsweitergabe und erleichtere auch die Organisation
des Feuerwehr-Alltags, erklärte er.
Zum Thema „Internationale Zusammenarbeit“ verwies der LH-
Stellvertreter auf seinen Besuch im ERCC (Emergency Response
Coordination Center) im Dezember, wo deutlich geworden sei, wie
professionell europaweit zusammengearbeitet und koordiniert werde und
„wie hoch angesehen die niederösterreichischen Feuerwehren auch
international sind.“ Daher stelle die EU auch neue finanzielle
Unterstützungstöpfe in Aussicht.
Abschließend dankte Pernkopf allen Kameradinnen und Kameraden,
„die immer da sind, wenn sie gebraucht werden und für
gesellschaftlichen Zusammenhalt in unseren Gemeinden, Dörfern und
Städten sorgen.“ Im Zusammenhang mit den laufenden
Feuerwehrkommandowahlen zeigte er sich besonders dankbar gegenüber
all jenen, „die bereit sind, Kommando-Verantwortung zu übernehmen.“
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner hob zu Beginn
seines Statements die 7,5 Millionen geleisteten Einsatzstunden des
Jahres 2025 hervor. „Das ist, aufgrund der Freiwilligkeit unserer
Kameradinnen und Kameraden, eine reine Personalkostenersparnis von
258 Millionen Euro.“ Er sprach zudem über Aus- und Weiterbildung:
„Alleine im letzten Jahr haben wir 19.000 Ausbildungen im Feuerwehr-
und Sicherheitszentrum Tulln abgewickelt, zusätzliche 25.500 vor Ort
in den Bezirken und wir stellen laufend auf moderne E-Module um.“
Hier habe man in neun Online-Modulen bereits 8.000 Ausgebildete. Zum
erweiterten Containerterminal sagte Fahrafellner: „Hier schauen wir
auf alternative Energien, zum Beispiel mit Ladeterminals für bis zu
40 Fahrzeuge, und wir schaffen eine Anlage von 600 kWp, denn man darf
nicht vergessen, wir brauchen in Tulln jährlich ungefähr drei
Millionen Kilowattstunden Strom.“





