Update zum Gesundheitsplan 2040+ und Ausbau der tagesklinischen Operationen in der Region Mitte

St. Pölten (OTS) – In einer Pressekonferenz heute, Mittwoch, in
Klosterneuburg
informierten Landesrat Anton Kasser, die Vorständin der NÖ
Landesgesundheitsagentur Elisabeth Bräutigam, der Geschäftsführer der
Gesundheitsregion NÖ Mitte Franz Laback sowie der Ärztliche Direktor
des Klinikums Klosterneuburg, Herbert Huscsava, über den aktuellen
Umsetzungsstand des Gesundheitsplans 2040+ in der Region Mitte.

Vor bald einem Jahr habe man den Gesundheitsplan 2040+
parteiübergreifend mit mehr als 50 Fachleuten ins Leben gerufen.
„Ziel ist eine bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige Versorgung in
allen Regionen“, so Landesrat Anton Kasser einleitend.

Für die Region Mitte bedeute das konkret, erklärte er: „Das
Universitätsklinikum St. Pölten fungiert weiterhin als ‚Flaggschiff‘
der Versorgung, ergänzt durch Lilienfeld, wo 2026 die Akutgeriatrie
und Remobilisation schrittweise in Betrieb gehen werden (Vollbetrieb
ab 1.1.2027). Zudem habe man bereits die Klinische Abteilung für
Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin eröffnet, mit geplantem
Vollbetrieb noch im ersten Halbjahr 2026.“ (Anmerkung:
Anführungszeichen am Ende fehlten).

Das UK Krems bleibe Kompetenzzentrum in der Krebstherapie,
insbesondere bei Lungen- und Prostatakarzinomen. „Die
Strahlentherapie wird bis 2027 um zwei zusätzliche
Linearbeschleuniger auf insgesamt fünf Geräte erweitert. In der
Roboterchirurgie wird zudem die Spezialisierung weiter ausgebaut“,
führte der Landesrat aus. Die vertiefte Zusammenarbeit zwischen Krems
und Melk bündle überdies in Zukunft die Expertise und stärke die
regionale Versorgung nachhaltig.

Ein wesentliches Element für die Region Mitte sei der
Klinikverband Tulln–Klosterneuburg, sagte er weiter. „Durch die
Bündelung der geburtshilflichen Leistungen in Tulln wurden in
Klosterneuburg Kapazitäten für HNO-Operationen bei Kindern
geschaffen, wodurch Wartezeiten reduziert werden konnten.“ Kasser
betonte: „Tagesklinische Eingriffe sind ein zukunftsweisendes
Konzept. Sie finden an einem Tag statt, benötigen keinen längeren
Krankenhausaufenthalt und bedeuten eine schnellere, weniger
belastende Behandlung für die Patientinnen und Patienten.“
Gleichzeitig ermögliche die Verlagerung tagesklinischer, elektiver
Eingriffe nach Klosterneuburg zusätzliche OP-Kapazitäten in Tulln,
auch für onkologische Eingriffe.

LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam brachte Zahlen zum
tagesklinischen Operieren in den NÖ Kliniken und sprach von 44.000
tageschirurgischen Eingriffen im ganzen Bundesland. Sie erklärte:
„Tageschirurgische Eingriffe entflechten kurze, kleinere Eingriffe
von komplizierten, langen oder auch akuten.“ So seien die OP-
Kapazitäten besser planbar, und dies bringe am Ende auch eine größere
Patientenzufriedenheit. Bräutigam verwies dazu auf eine
Patientenbefragung: „Im Zuge der Umstellung 2024 wurden 9.600
Patientinnen und Patienten zu tageschirurgischen Eingriffen befragt;
von diesen haben 99,4 Prozent tagesklinische Eingriffe
weiterempfohlen.“ Dies sei eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges
gewesen und Basis dafür, „dass wir diese Eingriffe in
Niederösterreich weiter ausrollen wollen.“

Herbert Huscsava, Ärztlicher Direktor, sagte: „Wir betreiben die
operative Tagesklinik in Klosterneuburg seit zehn Jahren. Mit dem
Gesundheitsplan konnten wir diese noch weiter forcieren und
schlagkräftige, versorgungsrelevante Leistungen für diesen Bereich
ausbauen.“ (Anmerkung: „forcieren“ war doppelt gemoppelt). Er sprach
zudem von Vorteilen tagesklinischer Eingriffe: „Der Patient kommt
morgens, wird operativ versorgt und geht abends wieder nach Hause –
das ist sowohl innerklinisch effizienter als auch ein besserer
Service für Patientinnen und Patienten. Außerdem erhöhen
tagesklinische Eingriffe die OP-Leistung“, so Huscsava. Durch erhöhte
OP-Leistungen arbeite man Wartelisten schneller ab und verkürze so
die Wartezeiten auf OPs.

Franz Laback, Geschäftsführer der Gesundheitsregion Mitte,
erläuterte die Auswirkungen der demografischen Entwicklung für die
Region: „Die Anzahl der 85-Jährigen wird bis 2040 um 70 Prozent
ansteigen, während die Geburten um vier Prozent zurückgehen.“ Die
Antwort auf diese Herausforderungen sei der Gesundheitsplan 2040+,
der laut Laback alternativlos sei. Er fasste zusammen, was in der
Region Mitte bereits umgesetzt wurde, was sich in Umsetzung befindet
und was noch geplant sei. Laback unterstrich vor allem die
Wichtigkeit der Klinikverbände: „Die damit einhergehende Bündelung
der Expertise in den Kliniken bedeutet eine qualitative Verbesserung
für die Versorgung in der Region.“