Naturhistorisches Museum Wien Reframed: Frauen im Fokus

Wien (OTS) – Das Naturhistorische Museum Wien nimmt den
Internationalen Frauentag
am 8. März 2026 zum Anlass, seine weibliche Seite zu zeigen: Seit
2020 hat das Museum mit Katrin Vohland erstmals in seiner Geschichte
eine Frau an der Spitze. Gemeinsam mit ihr sind insgesamt 209
Dienstnehmerinnen und 174 Dienstnehmer in dem Forschungsmuseum
beschäftigt (gesamt 383 Mitarbeitende mit Stand 31.01.2026). Auch die
Stellvertretung der wirtschaftlichen Geschäftsführung ist in
weiblicher Hand: Mag. Elke Lhotak, MA LL.M. Von den insgesamt 26
Führungskräften im Museum sind 12 Frauen und 14 Männer. Von den
insgesamt 174 Mitarbeitenden in den wissenschaftlichen Abteilungen
sind 100 weiblich und 74 männlich.

„Ich würde mir wünschen, dass es keines Weltfrauentages mehr
bedarf, sondern dass Gleichberechtigung selbstverständlich ist – ohne
geschlechtsspezifische Diskriminierung, die mal mehr oder weniger
subtil abläuft. Mit unseren unterschiedlichen Kommunikationsformaten
wollen wir Anfang März die Gelegenheit nutzen, um auch Fortschritte
zu feiern und historische und rezente Frauenpersönlichkeiten des NHM
Wien in den Fokus zu stellen“, bekräftigt Generaldirektorin und
wissenschaftliche Geschäftsführerin Dr. Katrin Vohland die Intention
des Museums, sich für den Weltfrauentag zu engagieren.

Seit der Gründung der naturkundlichen Sammlung im Jahr 1750 durch
Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, dem Mann von Maria Theresia,
die quasi als Schutzherrin über die beiden ehemals kaiserlichen
Sammlungen zwischen den großen Museen wacht, haben Forscherinnen die
Geschichte des Hauses maßgeblich geprägt. Lange Zeit blieben ihre
Leistungen unsichtbar.

Zwtl.: Das Kaiserinbild

Von 3. bis 8. März 2026 verändert sich das Museum wieder an
prominenter Stelle: Das männlich dominierte Kaiserbild auf der
Feststiege, das den Kaiser im Kreise seiner Gelehrten zeigt, wird
verhüllt und wir geben der „Gründermutter“ des NHM Wien, Maria
Theresia, die ihr gebührende Präsenz. Sie selbst beauftragte dieses
Gemälde, um ihrem Mann ein Denkmal zu setzen. Ihr ist es zu
verdanken, dass Franz Stephans Naturaliensammlung nach seinem Tod für
die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die Aufstellung der
Sammlung, wie sie am Bild zu sehen ist, geht ebenfalls auf die
Monarchin zurück: Sie sorgte dafür, dass diese wissenschaftlich
inventarisiert und geordnet wurde. Die adeligen Damen, die rund um
Maria Theresia versammelt sind, stehen stellvertretend für die
zahllosen Frauen, die die Geschichte der Sammlungen und des Museums
im Laufe der Jahrhunderte prägten.

Zwtl.: Veranstaltungen

Themenfürhung
Der Mann als Jäger, die Frau als Sammlerin?
Caroline Posch (Prähistorische Abteilung, NHM Wien)
Mi, 04. März 2026, 17:00 Uhr

Vortrag
Frauen in der Bibliothek – Bibliothek der Frauen?
Sarah Fiedler & Leah Karas (NHM Wien)
Mi, 04. März 2026, 18:30 Uhr

Poetisches Frühstück
Auf ihren Spuren
Brigitta Schmid (NHM Wien)
So, 08. März 2026, 09:00 Uhr

Themenfürhung
13 Frauen. Fast unsichtbar, aber nicht völlig verschwunden.
Spurensuche im NHM
Brigitta Schmid & Stefanie Jovanovic-Kruspel (NHM Wien)
Mi, 11. März 2026, 17:00 Uhr

Veranstaltungen des NHM Wien mit Fokus auf Frauen im Überblick

Zwtl.: Social Media rückt Frauen in den Fokus: #Perspektivenwechel

In einer Social-Media-Reihe auf Facebook und Instagram
porträtieren wir Frauen, die in unterschiedlichen Rollen das Haus zu
dem machen, was es heute ist, und die es weiterhin maßgeblich für die
Zukunft gestalten. Mit dem weiblichen Blick wird erörtert, warum in
der Zoologie vor allem männliche Tiere ausgestellt sind und die
Weibchen fehlen. Auch in der Beschreibung einer Art (Typus) gilt das
Männchen als Maß aller Dinge.

Zwtl.: Frauen-Buch

In der 2025 erschienenen Publikation 13 Frauen aus der Geschichte
des NHM Wien treten 13 Protagonistinnen – zwölf historische und eine
fiktive zukünftige – stellvertretend für die vielen kaum
dokumentierten Frauen des NHM Wien in den Vordergrund.

Zwtl.: Save the date: Interdisziplinäre Konferenz zu Frauennetzwerken
vom 19. bis 20.11.2026

Im Herbst 2026 wird im NHM Wien ein eine internationale und
transdisziplinäre Konferenz mit folgendem Titel stattfinden:

„Female Networks of Knowledge, Natural History between Private
and Public Spaces. An international and transdisciplinary conference
on women, science, and museums“

Zum Erfolg des Naturhistorischen Museums tragen heute all seine
Frauen bei. Neben der Generaldirektorin prägen nicht nur
Mineraloginnen, Geologinnen, Paläontologinnen, Prähistorikerinnen,
Anthropologinnen, Zoologinnen, Botanikerinnen, sondern auch
Wissenschaftshistorikerinnen, Provenienzforscherinnen,
Präparatorinnen, Kommunikatorinnen, Ökologinnen, Bibliothekarinnen,
Eventmanagerinnen, Touristikerinnen, Digitalisierungsexpertinnen,
Fotografinnen, PR-Frauen, Social-Media-Managerinnen, Tischlerinnen,
Aufseherinnen, Controllerinnen und andere Professionistinnen die
tägliche Arbeit des modernen Forschungsmuseums.

Bildmaterial: Naturhistorisches Museum Wien – Pressemitteilung-
Detailseite

Weiterführende Informationen: Naturhistorisches Museum Wien –
Frauenaktionswoche