„Am Schauplatz“ über Lebensmittel, die für viele zu teuer und für die Landwirtschaft zu billig sind

Wien (OTS) – Die Lebensmittelpreise sind 2025 in Österreich erneut
gestiegen.
Immer mehr Menschen sind auf Sozialmärkte angewiesen. Gleichzeitig
geraten Produzentinnen und Produzenten zunehmend unter Druck. Für
viele Konsumentinnen und Konsumenten sind Lebensmittel kaum noch
leistbar – für die heimische Landwirtschaft hingegen sind sie zu
billig. Nicole Kampl trifft für die „Am Schauplatz“-Reportage
„Preisfrage Essen“ – zu sehen am Donnerstag, dem 12. März 2026, um
21.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON – Konsumentinnen und Konsumenten
bzw. Landwirte und Landwirtinnen und geht der Frage nach, wie sich
die anhaltende Teuerung auf beide Seiten auswirkt.

„Wenn ich daran denke, was Schokolade kostet, müsste man sich das
Schokoladeessen eigentlich abgewöhnen“, sagt Jürgen Pomberger, Leiter
des soogut Sozialmarktes in St. Pölten. Vor Weihnachten kostete eine
Bonbonniere im regulären Handel bis zu 30 Euro. Im Sozialmarkt ist
sie für wenige Euro zu haben. Die Waren stammen aus Spenden von
Supermärkten, Bäckereien und landwirtschaftlichen Betrieben.
Grundnahrungsmittel wie Öl oder Mehl müssen teilweise zugekauft
werden. Der Andrang ist groß.

„Man kann sich ja fast nichts mehr leisten, wenn man einkaufen
geht“, sagt Melitta, Köchin und kurz vor der Pension. Zu Hause
studiert sie die Prospekte der großen Handelsketten genau. „Ich kaufe
eigentlich nur Dinge, die in Aktion sind.“ Damit ist sie nicht
allein: Der Anteil an Aktionsware ist in österreichischen
Supermärkten besonders hoch.

Während Konsumentinnen und Konsumenten sparen, wächst bei vielen
Bäuerinnen und Bauern die Existenzangst. Im Burgenland protestierten
sie Anfang des Jahres mit mehr als 100 Traktoren gegen das Mercosur-
Abkommen – aus Sorge vor zusätzlichen Billigimporten. Der Preisdruck
sei schon jetzt enorm.

„Wir können uns nur über Qualität positionieren“, sagt der 24-
jährige Jungbauer Sebastian Bauer. „Aber in der aktuellen Situation
will der Kunde nichts für Qualität ausgeben. Und ich verstehe das
auch.“ Als Quereinsteiger ist er eine Ausnahme in der Branche. Neun
landwirtschaftliche Betriebe schließen in Österreich täglich.

Für Landwirt Hannes Royer, Obmann des Vereins „Land schafft
Leben“, ist klar: „Wenn es nur um den Preis geht, dann hat Essen
keinen Wert.“