VienNATURA – Wien holt sich ein Stück Natur zurück

Wien (OTS) – Startschuss für das größte Renaturierungsprojekt in der
Bundeshauptstadt: Der frühere Bahnhof Breitenlee ist nun auch
offiziell das Projektgebiet des EU-geförderten Projektes „LIFE
VienNATURA“. Die ersten Umsetzungsarbeiten haben bereits begonnen –
und werden ab sofort zügig fortgesetzt.

Koordiniert wird das Projekt von der Stadt Wien Umweltschutz –
die wichtigsten Projektpartner*innen sind die Stadt Wien – Forst- und
Landwirtschaftsbetrieb, die 48er sowie das Naturhistorische Museum,
Birdlife Österreich und ICLEI Europe.

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky stellte das Projekt VienNATURA
am Donnerstag gemeinsam mit den Kooperationspartner*innen vor: „Mit
diesem LIFE-Projekt starten wir in Wiens bisher größtes
Renaturierungsprojekt, das ist ein großer Schritt in Richtung EU-
Wiederherstellungsverordnung!“ so der Stadtrat. Die Wiener
Stadtpolitik hat schon oft Entscheidungen mit Weitblick getroffen,
die sich bewährt haben: Dazu wollen wir nun mit diesem weiteren
zukunftsweisenden Projekt beitragen!“

Zwtl.: Umsetzung bis Ende 2032

„Die Arbeit in Breitenlee kann mit den Mitteln aus der EU-
Förderung nun zügig weitergehen, ergänzen Michael Kienesberger,
Leiter der Stadt Wien – Umweltschutz, und Petra Wagner. Leiterin der
Stadt Wien – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb, denen die operative
Projektleitung für LIFE VienNatura obliegt. „Neben den
Renaturierungsmaßnahmen und Monitorings, wird ein Managementplan
erstellt, der sicherstellt, dass der einmalige Wert des Areals auch
nach Ende des Projekts 2032 erhalten bleibt“

Der alte Verschiebebahnhof in Breitenlee liegt schon lange brach.
Nun soll ihm neues Leben eingehaucht werden, indem Betonflächen
entsiegelt und die Trockenrasen und Steppenlebensräume
wiederhergestellt werden. Das trägt dazu bei, wertvolle Lebensräume
für die Wiene Fauna und Flora zu erhalten, zu vergrößern und weitere
neu zu schaffen.

Einen Teil der erforderlichen Geldmittel für die Renaturierung
des Areals – etwa zwei Drittel der Gesamtsumme – hat sich Wien nun im
Rahmen eines EU-LIFE-Projekts gesichert. Im Rahmen von LIFE
VienNATURA werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Biodiversität
in der Stadt zu fördern, wertvolle Lebensräume zu erhalten und den
Wiener*innen auch zukünftig ein wertvolles Stück Natur als
Erholungsraum zu sichern.

Neos Wien Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner betont: „Als
Wiener Aufschwungskoalition setzen wir beim Umweltschutz einen
wichtigen Schwerpunkt auf Artenschutz und Biodiversität in der Stadt.
Mit dem neuen Naturschutzgebiet in Breitenlee sichern wir Lebensräume
für geschützte Tier- und Pflanzenarten ab und optimieren sie, indem
wir den natürlichen Ursprungszustand wiederherstellen. Davon
profitieren schließlich auch wir Menschen, denn eine gesunde Natur
und ein gesundes Makro- und Mikroklima sind für uns lebensnotwendig.
Besonders erfreulich ist, dass wir als Stadt Wien hier direkt von der
EU-Renaturierungsverordnung profitieren, da wir einen großen Teil der
Kosten aus EU-Mitteln refundiert bekommen.“

Zwtl.: Vom Wert eines Naturraums für Biodiversität und Lebensqualität

Die Arbeiten haben in Kooperation der Abteilungen Umweltschutz
und Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien bereits
begonnen. Ziel sind die Erhaltung und Verbesserung der kostbaren
Offenlandschaft: Die wichtigsten Maßnahmen dafür sind Entsiegelung,
Wiesenpflege, Bekämpfung invasiver Pflanzenarten, Schaffung von
Weideflächen und so fort. Von der Sicherung der Vielfalt an Tieren
und standorttypischen Pflanzenarten profitieren zahlreiche Arten von
Wildtieren und raren Pflanzen, darunter Vögel, Wildbienen,
Heuschrecken und Orchideen.

Zwtl.: Naherholung und kühlende Durchlüftung

Aber auch die Menschen in der Stadt profitieren von der grünen
„Lunge“ des schnell wachsenden 22. Bezirks. Für die Wiener*innen wird
entsteht hier ein Naherholungsraum; jedoch kein weiterer Park,
vielmehr ein Raum geprägt von Respekt gegenüber der Natur.
Naturverträgliche Besucher*innen-Lenkung und Information sollen den
verständnisvollen Umgang mit diesem wichtigen Lebensraum fördern.

So müssen die beiden Nutzungen als Erholungsraum und als
Schutzgebiet kein Widerspruch, sondern gegenseitige Ergänzung sein.
Darüber hinaus leistet das Areal einen nicht unwesentlichen Beitrag
für das Stadtklima in der Umgebung. Es dient als
Durchlüftungsschneise und wirkt auch durch Beschattung und
Verdunstung von Regenwasser kühlend.

Zwtl.: Der Weg vom Bahnhof zum Naturjuwel

Der Verschiebebahnhof Breitenlee war nur kurz in Betrieb und
wurde 1945 stillgelegt. Seitdem konnte die Natur das Gebiet für sich
zurückerobern. Im Lauf der nutzungsfreien Jahrzehnte konnte sich ein
wertvoller Biotop-Komplex aus Wald und Trockenrasen etablieren, der
wertvoller Lebensraum für seltene und geschützte Arten ist.
Allerdings hatten auch invasive Pflanzenarten hier Fuß gefasst. Diese
sogenannten Neophyten, allen voran Götterbaum und Goldrute, können
die ansässigen Arten verdrängen und ganze Wiesen naturschutzfachlich
entwerten.

Die Stadt Wien hat das Areal von den ÖBB erworben, um das bisher
größte innerstädtische Renaturierungsprojekt zu starten. Der Ankauf
wurde durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land-
und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft gefördert.

Das insgesamt über 90 Hektar große Areal wurde bereits im
November 2025 von der Wiener Landesregierung als das 6. Natura2000-
Gebiet in der Bundeshauptstadt abgesichert und genießt damit hohen
europäischen Schutzstatus. Inzwischen wurden bereits erste
Teilflächen entsiegelt und von Neophyten befallene Flächen sukzessive
befreit.

Das Projekt „LIFE VienNATURA“ wird von der Europäischen Union im
Rahmen des LIFE-Programmes kofinanziert.
https://www.wien.gv.at/umwelt/naturschutz-areal-breitenlee

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)