Pröll launcht „Public AI“: Fünf konkrete KI-Anwendungen für Österreichs Bundesverwaltung

Wien/Tulln (OTS) – „Am Ende des Tages ist das Einzige, was zählt:
Bekommt die Bürgerin
oder der Bürger schneller eine Antwort? Wird der Antrag rascher
bearbeitet? Wenn ja, haben wir unsere Arbeit gemacht“, sagte
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll nach dem KI-Konklave
im Haus der Digitalisierung in Tulln.

In den nächsten 13 Jahren gehen 44 Prozent der öffentlich
Bediensteten in Pension. Jahrzehntelange Expertise droht verloren zu
gehen, der Fachkräftemangel wächst, und gleichzeitig steigen die
Anforderungen an Tempo, Qualität und Effizienz. KI ist die
Schlüsseltechnologie, um staatliche Handlungsfähigkeit,
Wettbewerbsfähigkeit und Innovation langfristig sicherzustellen.

Public AI bündelt alle KI-Vorhaben der Bundesverwaltung unter einer
gemeinsamen Dachmarke. Die technische Basis von Public AI ist eine
gemeinsame souveräne KI-Infrastruktur des Bundesrechenzentrums, die
ressortübergreifend nutzbar ist und als Shared Service
weiterentwickelt wird. Ziel ist ein koordinierter Ansatz statt vieler
paralleler Einzellösungen.

Die fünf konkreten Use Cases

1) GovGPT – generative KI für den Arbeitsalltag

GovGPT ist das KI-Tool für alle Bundesbediensteten – souverän,
datenschutzkonform und maßgeschneidert auf die österreichische
Verwaltung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können damit Texte
erstellen, Dokumente zusammenfassen und eigene Wissensdatenbanken
aufbauen.

Für wen: 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | Wann: Ende 1.
Halbjahr 2026

2) KI im ELAK – Der intelligente Akt

Der elektronische Akt wird mit KI-Funktionen ausgestattet:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können künftig Fragen an ganze
Aktenbestände stellen und erhalten sofort eine strukturierte
Zusammenfassung. Das unterstützt auch die Erfüllung der Anforderungen
des Informationsfreiheitsgesetzes.

Für wen: 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | Wann: 2.
Halbjahr 2026

3) KAPA – KI für parlamentarische Anfragen

Die Anzahl parlamentarischer Anfragen ist stark gestiegen und
bindet erhebliche Ressourcen. KAPA unterstützt bei Recherche,
Konsolidierung und Zusammenführung der Antworten. Der Mensch behält
dabei stets das letzte Wort – „Human-in-the-loop“ ist das zentrale
Prinzip.

Für wen: alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
parlamentarische Anfragen bearbeiten | Wann: 2. Halbjahr 2026

4) KI-SUN – KI für Schulung und Wissen

KI-SUN ist ein persönlicher Wissensassistent, der über 6.000
Seiten Schulungsunterlagen der Bundesverwaltung kennt und jederzeit
Fragen dazu beantwortet. Dieser ist bereits heute verfügbar und wird
laufend ausgebaut.

Für wen: 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | Wann: Bereits
verfügbar

5) Agentische KI – KI, die selbst handelt

Die nächste Phase: KI-Systeme, die selbstständig Prozesse
auslösen – etwa Terminbuchung für Bürgerinnen und Bürger. Die KI
prüft freie Slots, bucht den Termin und schickt die Bestätigung –
vollautomatisch per Chatbot. Ziel ist eine spürbare Entlastung für
Bedienstete und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen.

Wann: Kommendes Jahr – konkrete Verfahren in Ausarbeitung

Weitere Maßnahmen

– Hackathon in Kooperation mit TU Austria zur Entwicklung innovativer
KI-Anwendungen für die Bundesverwaltung

– KI als neue Kategorie im Staatspreis Digitalisierung – für
Leuchtturmprojekte im Bereich Public AI

– Aktualisierter KI-Leitfaden und KI-Guidelines für einen sicheren,
verantwortungsvollen Einsatz in der Verwaltung

Im Rahmen der Use-Case-Werkstatt wurden weitere konkrete Use
Cases und Anwendungsfelder identifiziert, die künftig ausgebaut
werden sollen – darunter unter anderem die automatische Transkription
und Protokollierung von Sitzungen, intelligentes Fördermanagement
sowie die KI-gestützte Sicherung von Verwaltungswissen. Die
Finanzierung dieser Vorhaben wird derzeit abgestimmt. Parallel dazu
werden die KI-Kompetenzen in der Bundesverwaltung auf Basis des
Aktionsplans KI-Kompetenzen im Rahmen der Digitalen
Kompetenzoffensive ausgebaut.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des
Bundeskanzleramts https://fotoservice.bundeskanzleramt.at kostenfrei
abrufbar.