Kesseltauschförderung verdoppeln & Planungssicherheit schaffen

Linz (OTS) – Sehr geehrter Herr Finanzminister,
sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister,
sehr geehrte Frau Staatssekretärin,
sehr geehrter Herr Umweltminister,
sehr geehrte Energiesprecherinnen und Energiesprecher,

im Juni 2026 soll das Doppelbudget 2027/2028 beschlossen werden.
Wir appellieren eindringlich an Sie, die langfristig zugesagten
Förderungsmittel für den Heizkesseltausch zur Reduktion der Erdgas-
und Erdölabhängigkeit unserer Haushalte auch im Doppelbudget für die
folgenden Jahre verbindlich zu fixieren und dauerhaft abzusichern.

Der Kesseltausch ist laut der kürzlich vom Bundesministerium für
Wirtschaft, Energie und Tourismus beauftragten Studie zur Effizienz
von Klima- und Energieförderungen (Prognose Juli 2025) die
effizienteste und kostengünstigste Möglichkeit, um die
Klimaschutzverpflichtungen der Republik zu erfüllen.

Die Branche der erneuerbaren Heiztechnologien braucht ein klares
Bekenntnis zur langfristigen Planbarkeit. Ein weiteres „Stop-and-Go“
in der Förderpolitik gefährdet Investitionen, Arbeitsplätze und das
Vertrauen der Bevölkerung. Förderstopps, unklare Dotierungen und
unzureichende Förderungstöpfe führen zu massiver Verunsicherung bei
Betrieben ebenso wie bei Haushalten.

Um den Erdgas- und Erdölausstieg möglichst effektiv und
kosteneffizient zu erreichen, müssen jährlich zumindest 60.000
fossile Heizsysteme durch Wärmepumpen und Biomassekessel ersetzt
werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Aufstockung des Budgets
für den Kesseltausch auf 500 Millionen Euro jährlich erforderlich.
Gleichzeitig braucht es eine klare budgetäre Trennung zwischen
thermischer Sanierung und Heizungstausch, um Planungssicherheit in
beiden Bereichen zu gewährleisten.

Die Wärmepumpen-, Kessel- und Holzindustrie hat im Vertrauen auf
die Energie- und Klimaschutzziele investiert und die Kapazitäten
ausgebaut. Die Pelletsproduktion der österreichischen Unternehmen
entspricht mittlerweile in etwa dem Doppelten des aktuellen
Pelletsbedarfs, große Mengen an Pellets werden exportiert.
Gleichzeitig sind 1,2 Millionen Haushalte, die mit Erdgas und Heizöl
heizen, von Energieimporten abhängig. Jedes Jahr werden mehr als 10
Milliarden Euro an Erdöl- und Erdgas-Förderstaaten überwiesen.

Es ist unverständlich warum die Potenziale der Wärmepumpen und
Holzenergie (Pellets, Scheitholz, Hackgut, Nahwärme, …) nicht
ausgenutzt werden. Die Effekte auf das Budget erweisen sich durch die
Verlagerung der Wertschöpfung aus dem Ausland in das Inland sehr
stark positiv. Förderungen rechnen sich für den Bund noch vor der
Auszahlung der Förderung, da die Budgeteinnahmen aus Steuern und
Lohnabgaben durch die Produktion und Installation der Anlagen höher
sind, als die erst nach der Investition ausbezahlten Förderungen.

Die Marktentwicklung ist alarmierend: Erneuerbare Heizsysteme
verzeichneten im Jahr 2025 massive Absatzrückgänge zwischen 20 und 35
Prozent. Gleichzeitig ist der Absatz fossiler Heizkessel 2025 um 10
Prozent auf rund 33.000 Stück gestiegen. Diese Anlagen werden bis
weit über 2040 hinaus in Betrieb sein und zementieren
Importabhängigkeit, hohe Energiekosten und klimapolitischen
Stillstand. Erdgas- und Ölheizungen sind verantwortlich dafür, dass
Energiepreisschocks direkt inflationstreibend wirken. Durch die von
ihnen geschaffene Abhängigkeit eröffnen sie zudem die Möglichkeit,
Erdgas und Erdöl als Waffe einzusetzen.

Ohne klare Signale – etwa durch ein verbindliches Erneuerbaren-
Gebot und eine Außerbetriebnahme-Verpflichtung für fossile Kessel –
droht ein struktureller Rückschritt. Österreich würde seine
energiepolitische Souveränität weiter schwächen und die Leistbarkeit
für Haushalte aufs Spiel setzen.

Jeder einzelne Heizungstausch stärkt den Standort Österreich: Die
Fördermittel fließen über Steuern und Abgaben rasch und in hohem Maße
ins Budget zurück, sichern heimische Wertschöpfung und reduzieren
dauerhaft Energieimporte. Investitionen in erneuerbare Wärme sind
kein Kostenfaktor, sondern ein Konjunktur- und
Standortsicherungsprogramm.

Wir appellieren daher an Sie und ersuchen eindringlich: Sichern
Sie die Mittel für den Kesseltausch in Höhe von zumindest 500
Millionen Euro jährlich im Doppelbudget 2027/2028 verbindlich ab,
schaffen Sie Planungssicherheit für Betriebe und Haushalte und
ermöglichen Sie einen erdgas- und erdölfreien Gebäudebestand.

Die erneuerbaren Heizungstechnologien sind der zentrale Eck-
Pfeiler für Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Unabhängigkeit
der Energieversorgung in Österreich.

Als Branchenvertreter stehen wir für einen konstruktiven
Austausch jederzeit gerne zur Verfügung.

„Gerade in diesen unsicheren Zeiten ist es wichtig, dass nicht
nur die Politik handelt, sondern auch jene Haushalte, die heute noch
mit fossilen Energieträgern heizen. Bitte erkundigen Sie sich bei
Ihrem Installateur, investieren Sie in eine Wärmepumpe und sichern
Sie sich damit Unabhängigkeit und langfristige Leistbarkeit“ .