Wien (OTS) – 2025 startete mit der Einführung des Einwegpfands eines
der größten
Kreislaufwirtschaftsprojekte Österreichs: Dank hochwertiger,
sortenreiner Sammlung und Ökomodulation sind die Verpackungen nahezu
alle recyclingfähig und können einem hochwertigen Recycling zugeführt
werden. Rezyklatanteil bei Kunststoffflaschen liegt mit über 60
Prozent bereits weit über EU-Vorgabe.
Seit Jänner 2025 gilt die Einweg-Pfandverordnung auf
Getränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall. Ziel ist es,
wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten, Ressourcen zu schonen und
Littering nachhaltig zu reduzieren. Die Ökomodulation, die erstmalig
im Pfandsystem umgesetzt wird, zeigt Wirkung: Die Bewertungen der
Verpackungen belegen eine überdurchschnittlich hohe
Recyclingfähigkeit von 99,5 Prozent. Kunststoffverpackungen können
somit nahezu vollständig recycelt werden. Damit leistet das System
einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Stärkung
der Kreislaufwirtschaft. Flasche zu Flasche bzw. Dose zu Dose wird
damit zur Realität.
Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, genutzte Materialien durch
Wiederverwertung längst möglich im Kreislauf zu halten und damit
Rohstoffe einzusparen. Dank des Einweg-Pfandsystems sind bereits
heute die gesammelten und neu auf den Markt gebrachten Verpackungen
zu 99,5 Prozent recyclingfähig. Die Recyclingfähigkeit ergibt sich
aus dem Anteil jener Verpackungskomponenten – etwa Flasche bzw. Dose,
Verschluss oder Etikett – die tatsächlich recycelt werden können.
Bewertet wird dabei das Verhältnis des Gewichts der recyclingfähigen
Bestandteile zum Gesamtgewicht der Verpackung.
„Getränkeflaschen und -dosen werden im Einweg-Pfandsystem separat
gesammelt, sortenrein erfasst und in einem eigenen, geschlossenen
Materialkreislauf geführt. Dadurch bleibt das Material rein und kann
nahezu vollständig recycelt werden“, erklärt Monika Fiala, Co-
Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich. Damit sinkt der
Bedarf an neuen Rohstoffen erheblich und ein wesentlicher Beitrag zur
Ressourcenschonung wird geleistet.
Zwtl.: Ökomodulation: Verpackungen werden nach Recyclingfähigkeit
bewertet
Ein weiterer bedeutsamer Erfolgsfaktor für die
Kreislaufwirtschaft ist die Ökomodulation, die im österreichischen
Pfandsystem erstmals umgesetzt wird. Dabei werden Verpackungen nach
ihrer Recyclingfähigkeit bewertet. Materialien oder
Verpackungsbestandteile, die das Recycling erschweren oder
verhindern, werden mit höheren Gebühren belegt. Dieses Prinzip setzt
klare Anreize für Hersteller, nachhaltigere und
recyclingfreundlichere Verpackungslösungen zu entwickeln.
Der ökologische Lenkungseffekt zeigt bereits erste konkrete
Ergebnisse: Schon im ersten Jahr wurden Verpackungsoptimierungen wie
besser ablösbare Etiketten, adaptierte Klebstoffe oder reduzierte
Verpackungsgewichte umgesetzt. Solche Anpassungen erhöhen die
Recyclingfähigkeit und die Materialien können hochwertig recycelt im
Kreislauf geführt werden. „Das österreichische Pfandsystem entwickelt
sich damit zu einem wichtigen Motor für den Push von recyclebaren
Getränkeverpackungen“, betont Fiala.
Zwtl.: Pfandsystem sichert Zugang zu hochwertigem Recyclingmaterial
Ein zusätzlicher Vorteil des Systems ist die Stärkung der
heimischen Wertschöpfung. Durch ein im Pfandsystem verankertes
Vorkaufsrecht können Getränkeproduzenten die zurückgegebenen
Materialien erstmals in Österreich sortenrein nach Material und Farbe
sortiert, zurückkaufen. Das ermöglicht auch die Erfüllung der
europäischen Vorgaben: Seit 2025 müssen Hersteller in der EU
mindestens 25 Prozent recycelten Kunststoff in PET-Getränkeflaschen
einsetzen. Durch das Pfandsystem bleiben die wertvollen Rohstoffe im
heimischen Kreislauf und müssen nicht auf internationalen Märkten
beschafft werden.
„Die Kreislaufwirtschaft wird im Bereich der Kunststoff-
Einweggetränkeverpackungen bereits gelebt“, betont die Recycling
Pfand Österreich Geschäftsführerin. „Laut unseren aktuellen
Registrierungsdaten der Erstinverkehrsetzer liegt der Rezyklatanteil
bei über 60 Prozent, bezogen auf alle in Verkehr gesetzten
Einwegflaschen. Damit liegt Österreich weit über den von der EU
vorgegebenen 25 Prozent.“
Zwtl.: Einwegpfand im Überblick
Seit 1. Jänner 2025 unterliegen in Österreich alle
Kunststoffflaschen und Metalldosen mit einem Volumen von 0,1 bis 3
Litern, die mit dem österreichischen Pfandsymbol gekennzeichnet sind,
dem neuen Einweg-Pfandsystem. Das Pfand beträgt einheitlich 25 Cent.
Die Pfandverordnung sieht im ersten Jahr eine Rücklaufquote von 80
Prozent vor – dieses Ziel wurde mit 81,5 Prozent bereits übertroffen.
Bis 2027 soll die Sammelquote auf 90 Prozent steigen. Damit erfüllt
Österreich bereits vor 2029 die EU-Vorgaben mit einem Sammelziel von
90 Prozent.





