APG-Netzentwicklungsplan bis 2035: 9 Milliarden Euro für Österreichs Zukunft – Tempo beim Netzausbau entscheidend

Wien (OTS) – „Der Netzausbau entscheidet, ob Investitionen und
Arbeitsplätze zu
uns kommen – oder in andere Länder abwandern. Ohne leistungsfähige
Netze gibt es keine leistbare Energie, keine industrielle
Transformation und keinen wettbewerbsfähigen Standort. Rund 90.000
Beschäftigungsverhältnisse werden gesichert oder geschaffen,
gleichzeitig entstehen fiskalische Effekte von rund 2,8 Milliarden
Euro. Der Netzausbau ist damit ein zentrales Konjunkturprogramm für
Österreich“, betont Wolfgang Hattmannsdorfer bei der heutigen
Präsentation des Netzentwicklungsplans durch die Austrian Power Grid
(APG).

Der aktuelle Netzentwicklungsplan zeigt den konkreten Ausbaupfad
für Österreichs Strominfrastruktur. In den kommenden zehn Jahren
sollen rund 9 Milliarden Euro in den Um- und Ausbau des Netzes
investiert werden. Damit wird die Grundlage geschaffen, um
Versorgungssicherheit, leistbare Energie und wirtschaftliches
Wachstum langfristig abzusichern.

Netze als Grundlage für Standort, Digitalisierung und
Souveränität

Der Netzausbau ist eine zentrale Voraussetzung für die Zukunft
des Standorts Österreich. Er entscheidet darüber, ob Industrie
transformieren kann, ob neue Investitionen ins Land kommen und ob
Österreich im internationalen Wettbewerb bestehen kann.

Für ein zukunftsfites Stromnetz braucht es drei zentrale
Voraussetzungen:

1. Ausreichende Kapazitäten für steigende Nachfrage

Die Notwendigkeit des Ausbaus wird durch die aktuelle
Marktentwicklung deutlich unterstrichen. Derzeit liegen
Netzzugangsanfragen von über 10.000 Megawatt aus Wind- und
Photovoltaikprojekten vor, zusätzlich haben Rechenzentren einen
Bedarf von rund 2.500 Megawatt angemeldet.

„Die Nachfrage zeigt klar: Investitionen folgen der
Infrastruktur. Für die Industrie ist entscheidend, dass Strom in
ausreichender Menge und zu einem günstigen Preis verfügbar ist.
Kapazitätsstarke Leitungen sichern günstige Strompreise. Umspannwerke
sind wie große Steckdosen, an die sich Industriebetriebe anschließen
können. Der Netzausbau ist daher die Voraussetzung für industrielle
Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Gerhard Christiner,
Vorstandssprecher der APG.

2. Leistungsfähige Ost-West-Übertragung

Für ein funktionierendes Energiesystem muss Strom effizient durch
ganz Österreich transportiert werden können. Insbesondere die
Verbindung zwischen Ost und West ist entscheidend, um erneuerbare
Energie optimal zu nutzen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

3. Stärkere internationale Anbindung

Günstiger Strom muss auch nach Österreich gelangen können. Eine
stärkere Integration in den europäischen Strommarkt – insbesondere
durch die Deutschlandleitung – ist daher ein zentraler Bestandteil
eines zukunftsfiten Stromsystems.

Konkrete Projekte sichern Transformation

Der Netzentwicklungsplan umfasst eine Vielzahl konkreter Projekte
im ganzen Land. Dazu zählen unter anderem der Ausbau im Zentralraum
Oberösterreich als Grundlage für die industrielle Transformation –
etwa im Bereich klimaneutraler Stahlproduktion –, die
Deutschlandleitung zur stärkeren Integration in den europäischen
Strommarkt sowie große Netzausbaucluster im Osten Österreichs zur
Integration erneuerbarer Energien.

Das größte Projekt, das sich derzeit in Planung befindet, ist der
Ausbau der 380-kV-Leitung in Kärnten. Derzeit findet die
Detailplanung der Trasse statt, bei der in einem intensiven
Stakeholder-Prozess alle wesentlichen Akteure – u.a. Bürgerinnen und
Bürger, Gemeinden, Bundesländer, Sozialpartner – eingebunden sind.

Alle Projekte sorgen dafür, dass Strom künftig effizient, planbar
und genau dort verfügbar ist, wo er gebraucht wird – in der
Industrie, in den Regionen und bei neuen Investitionen.

Netzausbau als Motor für Wachstum und Beschäftigung

Die wirtschaftliche Bedeutung des Netzausbaus geht weit über den
Energiesektor hinaus. Die geplanten Investitionen lösen eine breite
Dynamik aus: Rund 90.000 Beschäftigungsverhältnisse werden gesichert
oder geschaffen, gleichzeitig entstehen fiskalische Effekte von rund
2,8 Milliarden Euro. Insgesamt belaufen sich die
Wertschöpfungseffekte auf 6,57 Milliarden Euro. Der Multiplikator
liegt mit 1,93 weit höher als der Schnitt von 1,47. Das bedeutet,
dass jeder investierte Euro weitere Wertschöpfungseffekte bei den
direkten Auftraggebern von 93 Cent in der heimischen Wirtschaft
erzeugt.

Der Netzausbau wirkt damit direkt als Konjunkturprogramm für
Österreich – von der Bauwirtschaft über die Industrie bis hin zu
Planung und Technologie. Ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung
bleibt im Land und stärkt nachhaltig den Wirtschaftsstandort.

„Unsere Investitionen sind ein zentraler Wirtschaftsmotor: Sie
sichern Beschäftigung, stärken die heimische Wertschöpfung und
schaffen die Grundlage für eine erfolgreiche Energiewende“, ergänzt
Marcus Karger, Finanzvorstand der APG.

EABG als Schlüssel für schnelleren Ausbau

Damit Strominfrastrukturprojekte rasch umgesetzt werden können,
braucht es die richtigen politischen Rahmenbedingungen. Die
Bundesregierung hat dazu den Gesetzesentwurf für das Erneuerbaren-
Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) vorgelegt. Ziel ist es,
Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen, Zuständigkeiten zu
bündeln und Planungssicherheit zu schaffen.

Für den Beschluss im Nationalrat ist jedoch eine
Zweidrittelmehrheit erforderlich, wodurch auch Stimmen der Opposition
notwendig sind.

„Das EABG ist der Schlüssel, damit der Netzausbau in Österreich
endlich Fahrt aufnimmt. Zu lange Verfahren bremsen Investitionen und
gefährden unsere industrielle Entwicklung. Wenn wir wollen, dass
Betriebe bei uns produzieren und investieren, dann müssen wir die
Infrastruktur rechtzeitig bereitstellen – genau dafür braucht es
jetzt rasch dieses Gesetz. Ich appelliere an alle Parteien, hier
gemeinsam Verantwortung zu übernehmen“, so Wolfgang Hattmannsdorfer.

Weitere Infos zum Netzentwicklungsplan: Netzentwicklungsplan 2025
– Österreich braucht Strom

Über Austrian Power Grid (APG)

Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian
Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer
leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der
Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die
erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit,
sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem
Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie
zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz
erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das
Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt,
instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der
Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst.
Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026
(2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind
Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der
Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9
Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.