Wien (OTS) – Bei einer Pressekonferenz haben die Wiener Grünen heute,
Donnerstag,
die „dauerhafte Zweckentfremdung“ von Wiener Wohnungen als
Tourismusappartements beklagt. Laut Daten der Grünen würden allein
auf der Plattform Airbnb mehr als 14.000 Wohnungen in der Stadt zu
diesem Zweck angeboten werden; diese Zahl habe sich in den
vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht. „So gehen immer mehr
leistbare Wohnungen für die Wiener*innen verloren. Diese Spekulation
muss endlich gestoppt werden“, verlangte die nicht amtsführende
Stadträtin Judith Pühringer. Auch die strengeren Regelungen der
Bauordnungsnovelle 2024 hätten zu keinem relevanten Rückgang geführt,
selbst ganze Wohngebäude würden mittlerweile in Beherbergungsstätten
umgewandelt werden, sagte Pühringer. Laut Grünen sei dies durch ein
rechtliches Schlupfloch möglich: Werden ganze Gebäude in
Beherbergungsstätten umgewidmet, brauche man für die
Kurzzeitvermietung keine Ausnahmegenehmigung.
Wien drohe so ein dramatischer Mangel an Wohnungen. „Mittlerweile
gibt es in Wien mehr Tourismusappartements als Wohnungen in der
gesamten Josefstadt. Gegen die Gewinnmaximierung Einzelner helfen nur
glasklare Regeln, die uns vor Entwicklungen wie in Barcelona,
Amsterdam oder Lissabon schützen. Wohnungen sind keine Hotelzimmer“,
sagte Gemeinderat und Klubobmann Georg Prack.
Um kurzfristig wieder mehr leistbaren Wohnungen freizubekommen
und Spekulationen mit Wohnraum zu beenden, schlagen die Grünen
Maßnahmen wie das Stoppen von Bewilligungen von neuen
Tourismusappartements, das Beenden von Ausnahmebewilligung für die
gewerbliche Nutzung für kurzfristige Beherbergungszwecke sowie eine
gesetzliche Klarstellung, dass Wohnraum nicht mehr in
Beherbergungsstätten umgewandelt werden dürfe, vor. Eine Wohnung 90
Tage pro Kalenderjahr vorübergehend vermieten zu können, solle aber
weiterhin möglich sein.
Das Pressegespräch fand vor einem Wohnhaus am Franz-Josefs-Kai im
1. Bezirk statt. Dort sollen sechs von 30 Wohnungen für
Kurzzeitvermietungen umgewandelt werden, wogegen die Bewohner*innen
des Hauses rechtlich vorgehen. Sie befürchten Probleme wie
Ruhestörung, Verschmutzung durch Müll und wechselnde, fremde Personen
im eigenen Haus.
Weitere Informationen: Grüner Klub im Rathaus, Kommunikation,
Tel.: 01/4000-81814 (Schluss) nic





