19. Forschungsforum der FH/HAW in Graz bringt klare politische Signale für Weiterentwicklung

Graz (OTS) – Am 15. und 16. April fand an der FH CAMPUS 02 das 19.
Forschungsforum
der Fachhochschulen (FFH 2026) statt. Rund 300 Teilnehmer innen aus
Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie Vertreter innen von 17
Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (
FH/HAW) nahmen an der Veranstaltung teil.

Insgesamt wurden 136 praxisnahe Forschungsprojekte aus Bereichen
wie Automatisierung, Datenmanagement, Innovation, Marketing, Finance
sowie Soziales und Gesundheit präsentiert. Im Zentrum standen
konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen und deren
unmittelbarer Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft. Das
Forschungsforum unterstrich damit eindrucksvoll die
Leistungsfähigkeit der FH/HAW in der anwendungsorientierten Forschung
– von der Idee bis zur Umsetzung.

Zwtl.: FH/HAW als Schlüsselakteure im Innovationssystem

FH/HAW sind ein zentraler Bestandteil des österreichischen
Bildungs-, Forschungs- und Innovationssystems. Sie stärken Regionen,
fördern soziale Durchlässigkeit und leisten durch ihre enge
Zusammenarbeit mit Unternehmen – insbesondere mit kleinen und
mittleren Unternehmen (KMU) – einen wesentlichen Beitrag zur
schnellen Überführung von Forschung in marktfähige Innovationen.

Ein zentraler Programmpunkt war die Präsentation des „Grazer
Memorandums“, das an Bundesministerin Holzleitner übergeben wurde.
Das Memorandum, das auf einen einstimmigen Beschluss des FHK-
Vorstandes zurückgeht, schärft die Rolle der FH/HAW als
unverzichtbare Akteure im Innovationssystem und formuliert konkrete
Maßnahmen zur Stärkung der angewandten Forschung.

Zwtl.: Forderung nach nachhaltiger Forschungsfinanzierung

FHK-Präsidentin Ulrike Prommer betonte die Notwendigkeit
struktureller Verbesserungen:
„ Es braucht ausreichende Forschungsmittel, um von der aktuellen
Projektlogik wegzukommen und auch die Phasen vor, zwischen und nach
drittmittelfinanzierten Projekten abzusichern. Gerade in Zeiten
multipler Krisen sind Investitionen in die angewandte Forschung
entscheidend. Unsere Hochschulen sind Schnellboote – wendig, flexibel
und reaktionsfähig. Aber sie brauchen ausreichend Ressourcen. Eine
Valorisierung der Fördersätze ist daher unerlässlich. “

Zwtl.: Klare politische Signale für Weiterentwicklung

Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner betonte im Rahmen des
Forums die Bedeutung der FH/HAW für das Hochschulsystem und
signalisierte Unterstützung für deren Weiterentwicklung. Sie zeigte
Verständnis dafür, dass akkreditierte Doktoratsstudiengänge eine
wichtige Entwicklungsperspektive für FH/HAW darstellen, und kündigte
– wie im Regierungsprogramm vorgesehen – die Einrichtung einer
Arbeitsgruppe an.

Bundesministerin Holzleitner unterstrich, dass alle
Hochschulsektoren gleichermaßen wichtig seien, wenngleich
unterschiedliche gesetzliche Strukturen bestünden. Die laufenden
Budgetverhandlungen würden diese Bedeutung widerspiegeln –
insbesondere mit Blick auf eine Valorisierung und eine neue
Forschungskomponente.

Außerdem sprach sich Präsidentin Prommer für eine
Entbürokratisierung der Akkreditierung von Studiengängen aus und
begrüßte ausdrücklich die Unterstützung der Ministerin bei der
Entwicklung akkreditierter Doktoratsstudiengänge an FH/HAW.

Auch Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, hob die Bedeutung
des Sektors hervor:
FH/HAW zeichnen sich laut Herk durch einen starken Gestaltungswillen
und hohe Praxisorientierung aus. Ohne eine ausreichende Finanzierung
riskiere man jedoch, dass Österreich im internationalen Wettbewerb an
Boden verliere.

Ausblick

Das 20. Forschungsforum der Fachhochschulen findet im kommenden
Jahr an der FH Technikum Wien statt.