Zwtl.: Genehmigung eines Rahmenbetrages für das
Förderprogramm Wiener
Sportförderungsbeitrag 2026, Sachkreditgenehmigung für den Abbruch
und Neubau des Verwaltungs-/Funktionsgebäudes in Wien 22, Erzherzog-
Karl-Straße 108 sowie Förderung an den Verein Special Olympics
Österreich, Landesverband Wien für Menschen mit intellektueller
Beeinträchtigung
GRin Ingrid Korosec (ÖVP) unterstrich, dass es hierbei nicht um
Parteien oder Zuständigkeiten gehe, sondern um etwas, das alle
verbinden sollte – nämlich um den Sport. Sport schaffe Gemeinschaft
und Freude, unabhängig von Alter, Herkunft oder Voraussetzungen, die
man mitbringe. Korosec betonte, dass die Special Olympics 2026 in
Wien stattfinden werden und es wie kein anderes Event zeige, was
Teilnahme und Respekt bedeuten. Das Thema liege ihr besonders am
Herzen, insbesondere als Sportlerin. Als 86-Jährige sei sie noch
immer eine energische Sportlerin und es sei ihr wichtig zu betonen,
was Sport ermöglichen könne. Sport sei Disziplin und Freude zugleich,
biete Kraft und schenke einem das Gefühl, lebendig zu sein und über
sich selbst hinauszuwachsen. Deshalb wisse sie, was es für einen
Menschen bedeutet, Sport ausüben, sich messen oder Medaillen erringen
zu können. Korosec unterstrich die Wichtigkeit der Organisation der
Special Olympics und der Einbindung aller Menschen. Die Wiener
Volkspartei habe bereits im Juni 2022 einen Beschlussantrag
eingebracht, dass sich Wien als Austragungsort bewerben sollte.
Inklusion sei kein Nischenthema, sondern betreffe uns alle. Hier
sollten alle Parteien an einem Strang ziehen. „Inklusion muss gelebt
werden und kann nirgends besser gelebt werden als im Sport“, so
Korosec. Im Sport zähle nur, dass man antrete, sein Bestes gebe und
Teil der Gesellschaft sei. Mit dieser Förderung stärke man nicht nur
den Landesverband Wien, sondern diverse Sportarten – auch nach den
Special Olympics. Hier gehe es auch um Trainingsangebote, auch um
Jugend- und Schulprogramme, die gelebt werden sollen. Denn Inklusion
müsse bereits im Jugendalter umgesetzt werden.
GRin Jing Hu, BA, MPharm (NEOS) betonte, dass Bewegung die beste
Prävention sei, um Krankheiten vorzubeugen und sie verbinde Menschen
ohne Worte. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebenswelten
wohnen in Wien und die Kraft des Sports verbinde alle Einwohner*
innen. Egal welche Sprache man zu Hause spreche, am Sportplatz seien
alle gleich. Jeder Euro, der in die Sportstätten investiert werde,
spare Gesundheitskosten. Sport sei Gesundheits-, Sozial- und
Integrationspolitik. Wien machen 750 Vereine diesen Bereich besonders
stark. Sie schaffen Gemeinschaft und fördern Talente. Diese Vereine
werden von der Stadt Wien gezielt unterstützt. Dabei gilt das
Prinzip, dass jene Vereine speziell gefördert werden, die Inklusion
fördern. Sport solle für alle zugänglich bleiben und diese
Förderungen seien ein klares Bekenntnis dazu. Jing Hu bezog sich auf
die Eröffnung des neuen Stadions des Sport-Clubs in Hernals. Nun
haben bis zu 5.6000 Zuseher*innen Platz, außerdem gebe es auch eine
UEFA-Freigabe für das Areal, womit auch Frauenfußball,
Nachwuchsbewerbe sowie American Football und Rugby-Spiele stattfinden
können. Auch hob sie die umweltfreundliche Energieproduktion durch
Photovoltaik und Wärmepumpen hervor. Zudem seien 20 Prozent der
Nutzungszeit auch dem Breitensport gewidmet. Die Gemeinderätin bezog
sich auch auf die Ausschreibung des Postsportplatzes in Hernals und
hielt fest, dass hier die Nutzungsbedingungen bei der Post AG liegen
würden. Es handle sich um eine öffentliche Infrastruktur für tausende
Menschen, das müsse sich auch in der Ausschreibung widerspiegeln. Es
gehe darum, die Infrastruktur zu erhalten. Daher werden die NEOS
heute zu diesem Thema einen Resolutionsantrag einbringen. Bei Sport
gehe es nicht bloß um Infrastruktur, sondern darum, „wie wir in Wien
leben wollen“, betonte Jing Hu.
GR Theodor Felix Löcker (GRÜNE) hielt fest, dass die Special
Olympics der Inbegriff von Sportlichkeit seien und hier trotz
Behinderungen Höchstleistungen erbracht würden. Es sei schön, dass
Wien bereits zum zweiten Mal diese Wettbewerbe austragen dürfe und
der Verein von Wien gefördert werde. Jedoch gebe es nach wie vor
viele Benachteiligungen in Wien, so würden 424 Menschen mit
Behinderungen in Wien auf einen vollbetreuten Wohnplatz warten, es
gebe kaum barrierefreie Wohnungen bei Wiener Wohnen. Löcker
kritisierte weiters, dass die Caritas vor Kürzungen bei Sozialhilfe-
Leistungen bei Menschen mit Behinderungen warne und auch im
Bildungsbereich nicht genügend Mittel bereitgestellt würden. Mehrere
hunderte Kinder würden auf einen Inklusionsplatz im Kindergarten
warten und es gebe zu wenig Unterstützung in den Schulstrukturen und
zu wenig persönliche Assistenz, die nicht kostendeckend sei. Zudem
gelten 21 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigungen in Österreich
als armutsgefährdet. „Menschen mit Beeinträchtigungen haben es
verdient, in Österreich und Wien unterstützt zu werden. Darauf haben
sie ein Recht!“, betonte Löcker.
GRin Yvonne Rychly (SPÖ) sprach zum Neubau des Verwaltungs-
/Funktionsgebäudes in Wien 22 in der Erzherzog-Karl-Straße 108 und
hielt fest, dass es hierbei nicht um Pläne und Bauphasen gehe,
sondern um einen Ort, an dem Kinder zum ersten Mal Fußball trainieren
oder erste Schritte im Klettern erleben. Das Projekt sei ein
Versprechen, dass man den Sport in Wien weiterentwickle und dem Sport
den Raum gebe, den er verdiene. Das Gebäude stehe „für 1.000
Quadratmeter voller Erfolgserlebnisse und Mut“ – für mehr Kinder, die
ihre Leidenschaft entdecken können, ob beim Klettern oder beim
Fußball. Auch dem Fußballverein ermögliche man so Zukunft und
Fortschritt und beim Bau trage man auch einer umweltfreundlichen,
zukunftsfitten Energieversorgung Rechnung. Sportpolitik sei mehr als
bloße Förderung – der Sport in dieser Stadt sei das Leben von Kindern
am Fußballplatz, das Durchhaltevermögen von Athlet*innen und das
Engagement von tausenden Freiwilligen, die sich jede Woche
engagieren. Mit der Erhöhung der Sportförderung auf 12,5 Prozent
entscheide man sich bewusst, den Sport und die Vereine zu stärken.
Sport in Wien solle für alle zugänglich bleiben. Der Sportplatz sei
ein Ort, an dem Integration gelinge. Außerdem sei der Sport in Wien
ein wichtiger Arbeitgeber und belebe den Tourismus und den Standort
Wien. So komme jeder Euro, der investiert werde, doppelt zurück.
Obendrein fördere der Sport das gesunde Leben und fungiere als
Vorsorge im Gesundheitsbereich. Eine Stadt, die den Sport stärkt,
stärkt ihre Zukunft, ihre Teilhabe und ihre Lebensqualität, war
Rychly überzeugt.
GR Dr. Michael Gorlitzer, MBA (ÖVP) betonte, dass Sport die
wichtigste Gesundheitsprävention sei und man hier vor allem im
Jugendsport ansetzen müsse, denn ein Drittel der Kinder in Wien werde
in den nächsten zwei Jahren übergewichtig sein. Kritisch äußerte sich
Gorlitzer dazu, dass Sportstätten vor allem in den großen
Außenbezirken renoviert oder gebaut werden, es jedoch auch Bedarf in
kleineren Bezirken gebe. Beispielsweise erwähnte er hierbei den ASV
13 in Hietzing – die größte Sportstätte, deren Umkleidekabinen
dringend renovierungsbedürftig seien. Außerdem würden 10 Prozent der
Kinder in Wien nicht schwimmen können, da es an Schwimmbecken fehle.
Auch der Schwimmleistungssport werde in Wien vernachlässigt.
Bezugnehmend auf den Fortbestand des Postsportplatzes in Hernals
betonte Gorlitzer, dass eine Bürgerinitiative bereits 16.000
Unterschriften gesammelt hätte und sich für die Erhaltung des Areals
einsetze. Er forderte den zuständigen Sportstadtrat auf, in Gespräche
mit dem Postsportverband zu treten und eine Lösung zu finden. Wien
brauche eine nachhaltige Sportpolitik, dafür brauche es Priorität für
Nachwuchs- und Breitensport, eine Offensive für Schwimmflächen,
Sanierungen vor Neubauten und Prioritäten-Klarheit und Transparenz
bei der Umsetzung von Projekten.
GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel (NEOS) betonte, die Wichtigkeit
der Special Olympics für Wien. 1.800 Sportler*innen werden daran
teilnehmen und in ganz Wien werden zahlreiche Wettbewerbe
stattfinden. Damit sei auch der Wirtschaftsfaktor für die Stadt nicht
zu unterschätzen. Neben der feierlichen Eröffnung in der Sportarena
gebe es auch eine Reihe von Schulprojekten. Weiters hielt Bernecker-
Thiel fest, dass Inklusion in Wien einen großen Stellenwert habe. So
wurden die Inklusionskräfte in Kindergärten vervielfacht, die
Neugestaltung des Rings werde auf die Bedürfnisse von Menschen mit
Behinderungen abgestimmt. Auch im Sport- und Freizeitbereich gebe es
Inklusionsmaßnahmen. Sport sei nicht nur wichtig für die Inklusion,
sondern auch für die Integration. Bezugnehmend auf die Förderungen im
Sportbereich unterstrich Bernecker-Thiel den Wiener
Behindertensportverband, der mit 16 Vereinen Trainings für
unterschiedliche Sportarten anbietet. Auch Förderungen für Schulen
wie für das Event „Schoool games“ würden das Miteinander und die
Integration fördern. (Forts.) kro





