Wien (OTS) – „Eine aktuelle Auswertung der Statistik Austria
bestätigt einmal
mehr, dass Deutschförderklassen funktionieren. Wenn österreichweit
nach einem Semester bereits ein Drittel in die Regelklasse umsteigen
kann und nach zwei Semestern bereits zwei Drittel keine
Deutschförderklasse mehr brauchen, dann zeigt das klar auf, dass eine
gezielte und strukturierte Deutschförderung wirkt“, so der
Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, Klubobmann Harald Zierfuß.
„Das Ziel von Deutschförderklassen ist und bleibt schließlich,
Kindern so schnell wie möglich Deutsch beizubringen, um dem
Unterricht als ordentliche Schüler mit allen Chancen und
Möglichkeiten folgen zu können. Dabei geht es nicht um Separation,
sondern um eine Überholspur zur Integration. Deutschförderklassen
sind damit auch das beste Präventionsmittel gegen die
Mindestsicherung in Wien“, so Zierfuß.
„Der entscheidende Schritt zur Deutschförderung sollte jedoch
gerade in Wien lange vor Schuleintritt erfolgen. Denn wenn bereits
mehr als die Hälfte der Schulanfänger als außerordentliche Schüler
geführt werden muss, obwohl 60 Prozent hier geboren sind und mehr als
zwei Jahre einen Kindergarten besucht haben, liegt die betroffene
Baustelle ganz woanders“, so Zierfuß.
„In Wiens Volksschulen muss dann teuer und mühsam repariert
werden, was in Wiens Kindergärten an Sprachförderung verabsäumt
wurde. An einer Kindergartenpflicht inklusive intensiver
Deutschförderung für dreijährige Kinder mit Sprachförderbedarf führt
kein Weg mehr vorbei. Statt oberflächlicher pinker PR-Kosmetik
braucht es hier endlich strukturelle Maßnahmen, die in die Tiefe
gehen“, so der ÖVP-Bildungssprecher.
Laut einer aktuellen Anfragebeantwortung an die Wiener
Volkspartei haben im aktuellen Kindergartenjahr 2025/26 35.540
Kindergartenkinder an der Sprachstandserhebung im Herbst
teilgenommen, bei denen bei 45,3 Prozent (16.100) ein
Sprachförderbedarf festgestellt wurde. Nach wie vor erhalten jedoch
fast 30 Prozent dieser Kinder mit Sprachförderbedarf keine explizite
Sprachförderung im Kindergarten.
„Das ist auch kein Wunder, denn die aktuelle Zahl der
Sprachförderkräfte liegt auch im aktuellen Kindergartenjahr lediglich
bei 306 Vollzeitäquivalenten“, so Zierfuß und weiter: „Das Erlernen
der deutschen Sprache muss endlich ein klarer Schwerpunkt in Wiens
Kindergärten werden. Nur so braucht es langfristig keine
Deutschförderklassen mehr.“





