Wien (OTS) – Neben Frauen sind auch Studierende besonders betroffen
von der am
Montag verkündeten Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge (
ALV) für Geringverdienende und Teilzeitbeschäftigte. Während man
derzeit noch von Beitragszahlungen gänzlich oder teilweise befreit
ist, wenn man weniger als 2.630 Ꞓ im Monat verdient, sollen künftig
alle einen einheitlichen Satz von 2,95 % entrichten.
Zwtl.: Jede_r dritte Studierende zahlt künftig drauf
Diese Maßnahme trifft damit wohl auch rund ein Drittel aller
Studierenden (rund 135.000) bzw. die Hälfte aller arbeitenden
Studierenden.* Für diese Gruppe bedeutet die Maßnahme jetzt jährliche
Zusatzkosten von mehreren Hundert Euro. Ein Beispiel: Im Median
verdienen arbeitende Studierende rund 1.060 Ꞓ brutto (900 Ꞓ Netto)
pro Monat. In Zukunft muss eine Person, die so viel verdient,
jährlich vom Gehalt wohl bis zu 440 Ꞓ mehr abgeben.
“Wer neben dem Studium arbeitet, tut das nicht aus Lust und
Laune, sondern weil das Studium ohne Job einfach nicht leistbar ist.
Dass arbeitende Studierende jetzt zur Senkung der Lohnnebenkosten
beitragen sollen, während große Vermögen und Erbschaften unangetastet
bleiben, können wir nicht hinnehmen” , kritisiert Selina
Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz.
Zwtl.: “Mehr Vollzeit”-Argumentation geht ins Leere
Mit der Abwertung von Teilzeitbeschäftigungen will die Regierung
mehr Menschen in die Vollzeit drängen. Was dabei vergessen wird:
Arbeitende Studierende investieren schon jetzt rund 50 Stunden pro
Woche in ihr Studium und die Erwerbsarbeit. Diese Maßnahme führt
nicht dazu, dass mehr Studierende in eine Vollzeittätigkeit wechseln
– viel eher wird der Weg zum Studienabschluss weiter verzögert.
“Indem arbeitenden Studierenden zusätzliche Kosten aufgedrückt
werden, zeigt die Regierung, dass sie ihre Verantwortung gegenüber
Studierenden verfehlt hat und für eine gerechte Finanzierung zu
sorgen – stattdessen belastet sie eine Gruppe, die jetzt schon am
Limit ist. In Folge werden sich noch weniger Menschen ein Studium
leisten können” , so Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz.
Zwtl.: Entlastung gefordert
Die Regierung muss bis zur Budgetrede am 10. Juni für Entlastung
für arbeitende Studierende sorgen. Die Anhebung der ALV-Beiträge
lehnt die ÖH ab: Statt Superreiche und Großkonzerne in die Pflicht zu
nehmen, spare die Regierung bei den Falschen. Außerdem müssten die
Studiengebühren für alle und insbesondere für arbeitende Studierende
abgeschafft werden, um für weitere Entlastung zu sorgen. Mehr zu den
Forderungen der ÖH für die Budgetverhandlungen hier .
“Der Sparstift wird wieder einmal bei der arbeitenden Bevölkerung
angesetzt, statt endlich den Überreichtum in Österreich zu besteuern.
Arbeitende Studierende dürfen nicht zusätzlich belastet werden – das
ist eine Frage der Gerechtigkeit”, schließt Umut Ovat aus dem ÖH
Vorsitz ab.
* Berechnung: 71% aller Studierenden gehen einer Erwerbstätigkeit
nach. Von dieser Gruppe liegen laut Studierendensozialerhebung 2025
etwa 50% mit ihrem Lohn zwischen der Geringfügigkeitsgrenze (551,10 Ꞓ
) und 2630 Ꞓ brutto (die Summe, ab der man derzeit den vollständigen
ALV-Beitrag entrichten muss). Auf alle Studierenden gerechnet ergibt
das einen Anteil von rund 34% (rund 135.000 Studierende), der jetzt
von der Anhebung der Beiträge auf ein universelles Niveau betroffen
ist.
** Studierendensozialerhebung 2025 . Zur Berechnung wird das
Median-Erwerbseinkommen verwendet, um Verzerrungen zu vermeiden.





