Hattmannsdorfer: 270 Millionen Euro für eine starke und unabhängige Industrie

Wien (OTS) – Hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und
internationale
Abhängigkeiten setzen Europas Industriestandorte zunehmend unter
Druck. Mit dem Fördercall „Transformation der Industrie“ investiert
die Bundesregierung deshalb 270 Millionen Euro, damit Österreichs
Industrie unabhängiger von fossiler Energie, wettbewerbsfähiger und
langfristig am Standort abgesichert wird. Ziel ist es, Investitionen
in moderne Technologien zu beschleunigen und industrielle
Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze in Österreich zu halten.

„Die Analyse zeigt klar: Energieabhängigkeiten werden zunehmend
zu einem Wettbewerbsrisiko für Europa und den Standort Österreich.
Genau deshalb verfolgen wir einen klaren Kurs: Abhängigkeiten
reduzieren, Versorgung absichern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer
Industrie stärken. Mit dem neuen Fördercall über 270 Millionen Euro
unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Produktion zu modernisieren,
unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden und industrielle
Wertschöpfung langfristig in Österreich zu halten. Unsere Antwort auf
hohe Energiepreise heißt nicht Deindustrialisierung – unsere Antwort
heißt Transformation und Modernisierung“, so Wirtschaftsminister
Wolfgang Hattmannsdorfer.

Der Fördercall startet am 8. Mai 2026 und umfasst zwei Schienen:

– 140 Millionen Euro Investitionszuschüsse (CAPEX) für nachhaltige
Technologien

– 130 Millionen Euro Transformationszuschüsse (OPEX) zur Abfederung
von Mehrkosten beim Umstieg auf erneuerbare Energieträger

Die Ausschreibung richtet sich insbesondere an energieintensive
Branchen wie z.B. Stahl, Papier, Glas und Chemie. Die Vergabe erfolgt
im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens nach CO2-Einsparung,
Wirtschaftlichkeit und Projektreife.

WIFO/ASCII: Energieabhängigkeiten werden zum Standortfaktor

Die aktuellen Entwicklungen zeigen laut Experten, wie stark
Energieversorgung, geopolitische Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit
mittlerweile zusammenhängen. Österreichs Industrie leidet dabei
besonders unter hohen Energiepreisen und internationalen
Abhängigkeiten.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass stabile Energiepreise
keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Energieabhängigkeiten und
geopolitische Risiken wirken sich heute direkt auf Investitionen,
Wachstum und industrielle Wettbewerbsfähigkeit aus. Gerade
energieintensive Branchen stehen dadurch massiv unter Druck“, betont
WIFO- und ASCII-Experte Klaus Friesenbichler.

Industrie begrüßt Investitionssignal

Auch die Industrie sieht in der Transformation der
Energieversorgung eine zentrale Voraussetzung für den Erhalt der
Wettbewerbsfähigkeit.

„Die energieintensive Industrie steht derzeit unter enormem
Wettbewerbsdruck: hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten
treffen auf massive Transformationskosten und setzen so zentrale
Branchen doppelt unter Druck. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen
zum einen bei Investitionen in klimafreundliche Technologien
verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden und zum anderen bei hohen
Energiepreisen entlastet werden, wie beispielsweise durch das
Strompreiskostenausgleichsgesetz oder auch den geplanten
Industriestrompreis. Der neue Fördercall ist vor diesem Hintergrund
ein wichtiger Baustein für die aktuellen Herausforderungen“, so IV-
Generalsekretär Christoph Neumayer.

Bereits 1,4 Milliarden Euro an Investitionen ausgelöst

Seit dem Start des Programms wurden bereits 16 Projekte
unterstützt. Dadurch konnten laut BMWET Gesamtinvestitionen von rund
1,4 Milliarden Euro ausgelöst und rund 32 Millionen Tonnen CO2
eingespart werden.

Zu den bereits geförderten Projekten zählen unter anderem:

– Holcim mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro

– Lenzing mit Investitionen von 45,6 Millionen Euro

– Novartis mit einem Investitionsvolumen von 16,7 Millionen Euro

Der neue Fördercall läuft bis 17. September 2026. Ziel ist es,
die industrielle Transformation in Österreich weiter zu beschleunigen
und gleichzeitig Versorgungssicherheit sowie Wettbewerbsfähigkeit
langfristig abzusichern.