Umweltdachverband: Naturschutz braucht verlässliche Finanzierung!

Wien (OTS) – – Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 muss Biodiversität,
Klimaresilienz
und regionale Umsetzung stärken

– Umweltdachverband fordert umfassende Förderfähigkeit von
Naturschutzprojekten, einfache Verfahren, Vorfinanzierung und
verbindliche Mindestbudgets

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU zählt zu den wichtigsten
Steuerungsinstrumenten für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und
den Schutz unserer Kulturlandschaften. Der Umweltdachverband reichte
vergangene Woche als Input für die künftige GAP-Periode 2028-34 eine
Stellungnahme ein. „Mit der neuen GAP-Periode ab 2028 werden zentrale
Weichen gestellt: für den Erhalt der Biodiversität, klimaresiliente
Landwirtschaft, Bodenschutz, Gewässerschutz und die Zukunft
artenreicher Wiesen, Weiden und Landschaftselemente. Wenn die neue
GAP Biodiversitätsschutz ernst nimmt, muss sie Naturschutzprojekte
wieder umfassend förderfähig machen – von Artenschutz und
Landschaftspflege bis hin zu Bildungs- und Vernetzungsmaßnahmen.
Gleichzeitig braucht es einfachere Förderkriterien. Laut
Evaluierungsberichten ist ein verstärktes Augenmerk auf artenreiche
Grünlandbiotope zu richten. Die Akzeptanz von „dunkelgrünen“ ÖPUL-
Maßnahmen soll durch eine einkommenswirksame Anreizkomponente
gestärkt werden – eine der wenigen Verbesserungen auf europäischer
Ebene. Wer wirksamen Naturschutz will, muss auch seine Umsetzung
solide finanzieren“, betont JudithDrapela-Dhiflaoui ,
Biodiversitätsexpertin im Umweltdachverband.

Zwtl.: Zentrale Forderungen

Aus Sicht des Umweltdachverbandes sind für die neue GAP-Periode
insbesondere folgende Punkte zentral:

– Naturschutzprojekte müssen wieder umfassend förderfähig sein.

– Ambitionierte „dunkelgrüne“ ÖPUL-Maßnahmen sollen durch
einkommenswirksame Anreize gestärkt werden.

– Bestehende regionale Strukturen wie Schutzgebietsmanagements,
Naturparke, Nationalparke und Landschaftspflegevereine sollen besser
abgesichert werden.

– Für Spezialmaßnahmen – etwa zu Feuchtgebieten, Streuobst,
Trockenrasen oder gefährdeten Arten – braucht es zusätzliche
finanzielle Anreize.

Es braucht ein nationales Mindestbudget für Umwelt-, Biodiversitätsnund Klimaziele.n- Die nationalen Mindeststandards, insbesondere die GLÖZ-Standards
von 2023, sollen im Rahmen der neuen „Farm Stewardship“ gesichert
werden.

– Vereinfachung bei Naturschutzprojekten

– Förderkriterien für Naturschutzprojekte müssen vereinfacht
werden.

– Die Vorfinanzierung von Naturschutzprojekten muss
sichergestellt werden.

– Overheadkosten bei Projekten müssen deutlich erhöht werden.

„ Eine zukunftsfähige GAP darf Natur- und Klimaschutz nicht zur
freiwilligen Restgröße machen. Sie muss jene Betriebe, Regionen und
Organisationen stärken, die Verantwortung für Biodiversität,
Landschaft und natürliche Lebensgrundlagen übernehmen. Gerade in
Zeiten von Biodiversitäts- und Klimakrise braucht es klare Standards,
verlässliche Budgets und praxistaugliche Förderinstrumente“, so
Drapela-Dhiflaoui abschließend.