Wien (OTS) – Gestern spät abends wurde im steirischen Landtag ein 5
teiliger
Antrag der Grünen zum Schweine-Vollspaltenboden abgestimmt. Der
Antrag sah vor, dass der Umbau zu Schweinehaltung mit Stroh durch ein
eigenes Förderprogramm und eine Beratungsstelle angekurbelt wird,
dass die Landesküchen durch ein Tierwohl-Gütesiegel und eine Erhöhung
des Budgets das Schweinefleisch von Vollspaltenbodenhaltung vermeiden
und dass sich die Landesregierung auf Bundesebene für ein echtes
Verbot des Vollspaltenbodens einsetzt. Die Grünen, die KPÖ und die
SPÖ stimmten allen 5 Punkten zu. Ein Abgeordneter der NEOS, Robert
Reif, stimmte zusätzlich für den 5. Punkt, was einen Tumult bei der
unpräzisen Verkündung des Abstimmergebnisses auslöste, worauf die
Sitzung unterbrochen wurde. Alle 5 Punkte wurden aber mit der
Mehrheit der Stimmen von FPÖ und ÖVP abgelehnt.
Heute Früh protestierte der VGT wieder einmal vor dem Parlament
in Wien für ein echtes Ende der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden.
Mit 1. Juni 2025 hat die Bundesregierung nämlich das Verbot des
Vollspaltenbodens von Juli 2022 aufgehoben und stattdessen eine
Neuversion des Vollspaltenbodens als Mindeststandard ab 2034 (und für
„Härtefälle“ ab 2038) festgelegt. Darauf wies die Kundgebung des VGT
hin. Im Antrag der Grünen im steirischen Landtag ist sogar eine
Grafik der Grünen Bäuerinnen und Bauern enthalten, die diesen
Vollspaltenboden Neu mit dem Bisherigen vergleicht. Ein Unterschied
ist praktisch nicht zu erkennen.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch, der selbst Steirer ist und eine
Petition gegen den Vollspaltenboden in den steirischen Landtag
eingebracht hat, dazu: „ Mit FPÖ und ÖVP ist ganz offensichtlich kein
Tierschutz zu machen. Da jammert man, dass die Konsument:innen zu
wenig nach Schweinefleisch aus Strohhaltung greifen würden, aber man
weigert sich, dieses Angebot in den Landesküchen überhaupt zu
ermöglichen! Und dass die Förderung des Umstiegs von Betrieben,
sowohl finanziell als auch durch Beratung, abgelehnt wird, ist
beschämend. Die ÖVP ist traditionell extrem gegen Tierschutz
eingestellt, die FPÖ versucht die ÖVP seit geraumer Zeit als größte
Anti-Tierschutz-Partei zu überholen. Ein österreichisches
Trauerspiel. Aus Tierschutzsicht können wir nur hoffen, dass mit dem
Fall des korruptesten Politikers in der EU, Victor Orban in Ungarn,
der ja Vorbild für die FPÖ ist und gleichzeitig als Autokrat größter
Gegner des Tierschutzes und der Zivilgesellschaft, der Ruck zur
populistischen Rechten abgewendet wird. Sonst sehe ich schwarz für
den Tierschutz in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.“
Pressefotos (Copyright: VGT.at)





