Wien (OTS) – Am Samstagnachmittag ist es im Rahmen des 82.
Pennälertages des
Mittelschüler-Kartell-Verbands in Innsbruck zu einem gewaltsamen
Übergriff auf zwei Mitglieder einer katholischen, nichtschlagenden
Studentenverbindung gekommen. Die beiden jungen Männer wurden in der
Innsbrucker Innenstadt zunächst verbal bedrängt und anschließend
körperlich attackiert. Beide mussten medizinisch versorgt werden;
einer der Betroffenen erlitt dabei unter anderem eine Nasenfraktur.
Nach übereinstimmenden Angaben der Betroffenen soll der Angriff
gezielt aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes erfolgt sein,
insbesondere wegen des Tragens von Couleur. Im Zuge der
Auseinandersetzung sollen zudem Parolen mit Bezug zum „Antifa“-
Spektrum gefallen sein. Diese Angaben sind derzeit noch nicht
polizeilich bestätigt; die Ermittlungen laufen.
Der Mittelschüler-Kartell-Verband zeigt sich über den Vorfall
tief betroffen und verurteilt die Tat unmissverständlich. Gewalt
gegen Menschen aufgrund ihrer Weltanschauung, religiösen Prägung oder
ihrer studentischen Traditionen ist in keiner Weise zu rechtfertigen
und hat in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz.
MKV-Bundesobmann Thomas Weickenmeier: „ Dieser Angriff ist kein
isolierter Vorfall, sondern ein Warnsignal dafür, dass politisch
motivierte Gewalt – insbesondere auch aus dem linksextremen Spektrum
– eine wachsende Gefahr für unsere Demokratie und die
Meinungsvielfalt darstellt! “
„ Auch mir wurde am Samstagnachmittag in der Innsbrucker
Innenstadt meine Kopfbedeckung von einer vorbeikommenden Person
gewaltsam vom Kopf gerissen. Dieser Vorfall zeigt, wie viel
Unverständnis und mangelnde Toleranz teilweise vorhanden sind und wie
sehr sich einzelne Personen zunehmend von Aggression und
Radikalisierung leiten lassen “, so MKV-Bundesjugendobmann Simon
Brandstätter.
Besonders alarmierend sei die offenbar wachsende Bereitschaft,
Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung zu akzeptieren.
In diesem Zusammenhang betont der Bundesjugendobmann des MKV
Simon Brandstätter:
„ Linksextremismus wird nach wie vor als unterschätztes Problem
behandelt. Eine offene und ehrliche Auseinandersetzung damit ist
dringend notwendig, um politische Gewalt in jeder Form konsequent zu
verhindern. “
Der MKV fordert daher mit Nachdruck:
– eine vollständige Aufklärung des Vorfalls sowie die rasche
Täteridentifizierung,
– konsequente strafrechtliche Verfolgung,
– verstärkte Maßnahmen gegen jede Form politisch motivierter Gewalt,
– sowie eine breitere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit
wachsender Intoleranz gegenüber abweichenden Weltanschauungen.
Katholische Studentenverbindungen verstehen sich als Orte von
Freundschaft, Bildung, Glauben und Verantwortung. Sie sind Teil der
aktiven Zivilgesellschaft und leisten einen Beitrag zum
gesellschaftlichen Dialog. Diese Wertehaltung darf nicht durch
Einschüchterung oder Gewalt untergraben werden.
„Gewalt ist niemals ein legitimes Mittel der Auseinandersetzung“,
so der MKV abschließend. „Eine offene liberale Gesellschaft misst
sich daran, wie sie mit Unterschiedlichkeit umgeht – nicht daran, wie
sie sie bekämpft.“
Der MKV wird den Vorfall weiterhin aufmerksam begleiten und sich
für die Sicherheit seiner Mitglieder sowie für ein respektvolles
gesellschaftliches Miteinander einsetzen.





