Kritik an Verdoppelung der Selbstbehalte – Gerstorfer: Pensionist*innen sind nicht der Bankomat der Krankenkassen!

Wien (OTS) – Mit scharfer Kritik reagiert der Pensionistenverband
Österreichs (PVÖ
) auf die mit 1. Juni 2026 in Kraft getretene Erhöhung der
Selbstbehalte für Versicherte der BVAEB (Versicherungsanstalt
öffentlicher Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau) von 10 auf 20
Prozent. Besonders betroffen von dieser Maßnahme ist die Generation
55+, die aufgrund ihres durchschnittlich höheren medizinischen
Versorgungsbedarfs stark belastet wird. „Die Pensionistinnen und
Pensionisten in Österreich haben in den vergangenen Jahren bereits
einen überproportionalen Beitrag zur Finanzierung des
Gesundheitssystems geleistet. Die Erhöhung der E-Card-Gebühr,
steigende Krankenversicherungsbeiträge und nun auch noch die
Verdoppelung der Selbstbehalte stellen eine weitere Belastungswelle
für ältere Menschen dar. Damit muss endlich Schluss sein“, erklärt
PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer.

Überfallsartiges Vorgehen

Der Pensionistenverband sieht die Maßnahme nicht nur
sozialpolitisch kritisch, sondern bemängelt auch das überfallsartige
Vorgehen: Viele Versicherte seien erst kurz vor Inkrafttreten oder
überhaupt erst durch die mediale Berichterstattung auf die Änderung
aufmerksam geworden. „Es ist völlig inakzeptabel, dass eine derart
einschneidende Verschlechterung für tausende Versicherte ohne
ausreichende Vorlaufzeit und umfassende Information umgesetzt wird.
Wer jahrzehntelang Beiträge geleistet hat, verdient Transparenz und
Respekt – und keine Überraschungen bei den Gesundheitskosten“, so
Gerstorfer.

Spürbare Einschränkung

Der PVÖ weist darauf hin, dass ältere Menschen im Durchschnitt
häufiger auf medizinische Leistungen angewiesen sind und daher die
Auswirkungen der Selbstbehaltserhöhung besonders stark spüren werden.
Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten bedeute jede
zusätzliche Belastung eine spürbare Einschränkung. „Pensionistinnen
und Pensionisten dürfen nicht länger als finanzielle Reserve
betrachtet werden, wenn es darum geht, Budgetlöcher zu stopfen. Sie
sind nicht der Bankomat der Krankenkassen“, betont Gerstorfer.

“Bessere und gerechtere Wege finden”

Der Pensionistenverband Österreichs fordert die Verantwortlichen
auf, die Maßnahme zu überdenken und stattdessen sozial ausgewogene
Lösungen zur Budgetkonsolidierung der Krankenversicherungsträger zu
erarbeiten. „Die Krankenkassen werden mit Sicherheit bessere und
gerechtere Wege finden können, ihre Budgets zu sanieren, als dies auf
Kosten der älteren Generation zu tun. Wer soziale Verantwortung ernst
nimmt, darf nicht immer wieder jene zur Kasse bitten, die auf
medizinische Versorgung besonders angewiesen sind“, so die PVÖ-
Präsidentin abschließend. (Schluss)