KORREKTUR – Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize

Mariazell (OTS) – In der eben verbreiteten Meldung
„Bischofskonferenz: Lackner bleibt
Vorsitzender, Scheuer wieder Vize“ ist im ersten Absatz im letzten
Satz fälschlicherweise „Grünwidl“ genannt. Richterweise muss es
heißen: „Das wiedergewählte Führungsduo Lackner-Scheuer steht somit
für die nächsten sechs Jahre an der Spitze des heimischen
Episkopats.“

Es folgt die korrigierte Meldung mit Titel und Untertitel:

Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder
Vize

Salzburger Erzbischof bei Vollversammlung der Bischöfe in
Mariazell wiedergewählt – Neuer Vize-Vorsitzender der
Bischofskonferenz bleibt Linzer Bischof

Die Österreichische Bischofskonferenz hat Erzbischof Franz
Lackner (69) erneut zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Der Salzburger
Erzbischof steht seit Juni 2020 an der Spitze der Bischofskonferenz,
seine Wiederwahl erfolgte am Dienstag turnusgemäß im Rahmen der
Vollversammlung der Bischöfe in Mariazell. Zum Stellvertretenden
Vorsitzenden der Bischofskonferenz wurde auch wieder der Linzer
Bischof Manfred Scheuer (70 gewählt. Das wiedergewählte Führungsduo
Lackner-Scheuer steht somit für die nächsten sechs Jahre an der
Spitze des heimischen Episkopats.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ist kirchenrechtlich
gesehen kein „Oberbischof“ und hat daher auch keine Befugnisse, in
die vom Kirchenrecht klar geregelten und sehr umfassenden Kompetenz
der Diözesanbischöfe einzugreifen. Formal ist er nur ein auf sechs
Jahre gewählter Vorsitzender eines Gremiums, das relativ wenige
Eigenkompetenzen hat. Freiwillig und somit einstimmig können die
Diözesanbischöfe jedoch die Themenbereiche ausdehnen, die sie
österreichweit verbindlich regeln wollen, was auch immer wieder
geschieht.

Der Vorsitzende leitet laut Statut die Vollversammlung der
Bischofskonferenz, die er zuvor einberufen und mit Unterstützung des
Generalsekretärs vorbereitet hat. Seine Aufgabe ist nach innen mehr
die eines Moderators unter den Bischöfen, gleichzeitig ist er nach
außen Stimme und Gesicht des österreichischen Episkopats. Weil zu
seinen Kompetenzen auch die Beziehungen zwischen Kirche und Staat
gehören, hat der jeweilige Vorsitzende der Bischofskonferenz real ein
großes Gewicht in der österreichischen Kirche.

Biografie Erzbischof Lackner

Als Metropolit steht Erzbischof Lackner an der Spitze der
Salzburger Kirchenprovinz, zu der die westösterreichischen Diözesen
Feldkirch, Innsbruck, Gurk-Klagenfurt, Graz-Seckau und die Erzdiözese
Salzburg gehören. Im März 2015 wurde er zum Stellvertretenden
Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt, am 16. Juni 2020 erfolgte
seine Wahl zum Vorsitzenden als Nachfolger von Kardinal Christoph
Schönborn, der dieses Amt 22 Jahre lang ausgeübt hatte. In der
Bischofskonferenz ist Lackner derzeit zusätzlich für die Bereiche
Medien, Synodalität und für die Universitäten sowie Theologischen
Fakultäten und Hochschulen zuständig. Er ist auch Mitglied der
Glaubenskommission und der Finanzkommission der Bischofskonferenz
sowie der Bischöflichen Kommission Gesellschaft und Soziales

„Wir halten die Frage nach Gott wach. Ihn ständig neu zu
entdecken, ihm eine Chance zu geben, dazu sind wir da.“ – So lautet
der Kernsatz des neuen Leitbilds der Erzdiözese Salzburg, den man
durchaus auch als das Hauptanliegen von Erzbischof Lackner bezeichnen
kann. Demnach sei es Aufgabe der Kirche, die Menschen von heute mit
Gott in Verbindung zu bringen. Die Gottesfrage gehört für den
Erzbischof zur wesentlichen Identität der Kirche in der Welt. Kirche
biete Orientierung. Sie gleiche einem Leuchtturm, dieser sei nicht
selbst das Ziel, doch er vermag den Weg zu weisen.

Franz Lackner wurde am 14. Juli 1956 als Anton Lackner in
Feldbach geboren und stammt aus dem südoststeirischen Dorf St. Anna
am Aigen. Lackner wuchs in kleinbäuerlichen Verhältnissen auf und
begann nach der Pflichtschule eine Lehre als Elektriker. In Zypern,
wo er von 1978 bis 1979 als UNO-Soldat diente, erwuchs in ihm die
Entscheidung, Priester zu werden. Lackner trat daraufhin 1979 in das
Aufbaugymnasium Horn ein.

1984 folgte der Eintritt in den Franziskanerorden. Er nahm den
Ordensnamen seines Ordensgründers (Franz von Assisi) an und legte
1989 als Franz Lackner die Ewige Profess ab. 1991 wurde er zum
Priester geweiht. Nach dem Theologiestudium in Wien und dem
philosophischen Doktorat an der päpstlichen Universität Antonianium
des Franziskanerordens in Rom unterrichtete der Steirer dort
Metaphysik, bis er 1999 zum Provinzial der Franziskanerprovinz von
Wien berufen wurde. Im selben Jahr erfolgte der Lehrauftrag in
Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in
Heiligenkreuz.

Im Oktober 2002 wurde Franz Lackner zum Weihbischof der Diözese
Graz-Seckau ernannt und am 8. Dezember 2002 zum Bischof geweiht. Am
10. November 2013 wählte das Salzburger Dom- und Metropolitankapitel
Lackner zum Erzbischof von Salzburg; Papst Franziskus bestätigte am
18. November die Wahl. Am 12. Jänner 2014 wurde Lackner in das Amt
des 91. Bischofs von Salzburg eingeführt.

Lebenslauf Bischof Scheuer

Bischof Manfred Scheuer (70) wurde erstmals am 16. Juni 2020 zum
Stellvertretenden Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt. In der
Bischofskonferenz war Scheuer lange für die Ökumene und die Kontakte
zum Judentum verantwortlich. Seit März ist er für den Bereich
Weltkirche und die zahlreichen Organisationen in der
Entwicklungszusammenarbeit zuständig. Er ist Mitglied der
Glaubenskommission der Bischofskonferenz, der Bischöfliche Kommission
Ökumene und Weltkirche sowie für das Mauthausen Komitee und das
Studentenförderungswerk „Pro Scientia“ zuständig. Scheuer war von
2003 bis 2015 Bischof von Innsbruck, seither ist er Bischof der
Diözese Linz.

In einem Interview zu seinem 70. Geburtstag bezeichnete Scheuer
sich selbst als „Mischung aus Wanderer, Vagabund und Pilger.“ Ein
besonderes Anliegen ist ihm die Vertiefung des Glaubens. Die Kirche
darf nicht bei Struktur- und Machtfragen stecken bleiben“.
Entscheidend ist für den Bischof die Frage: „Wie können wir Gott
lieben? Wie kommt mehr Liebe und Freude in die Welt?“

Manfred Scheuer wurde am 10. August 1955 in Haibach ob der Donau
in Oberösterreich geboren. Nach der Matura am Bischöflichen Gymnasium
Petrinum Linz studierte er an der Philosophisch-Theologischen
Hochschule in Linz Theologie und trat in das Linzer Priesterseminar
ein. Von 1976 bis 1981 setzte er seine Studien an der Päpstlichen
Universität Gregoriana in Rom fort. Am 10. Oktober 1980 wurde Scheuer
in Rom zum Priester geweiht.

Zusammen mit Aufgaben in der Seelsorge begann seine akademische
Laufbahn. Neben Lehraufträgen in Linz, St. Pölten und Salzburg wirkte
er auch in Deutschland an der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg
und schließlich von 2000 bis 2003 an der Theologischen Fakultät Trier
als Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte. Am 21. Oktober 2003
ernannte Papst Johannes Paul II. Manfred Scheuer zum Bischof der
Diözese Innsbruck, wo er am 14. Dezember 2003 die Bischofsweihe
empfing. Am 18. November 2015 wurde Scheuer schließlich von Papst
Franziskus zum neuen Bischof der Diözese Linz ernannt, deren Leitung
er am 17. Jänner 2016 übernahm.

(Fotos von der neu gewählten Spitze der Bischofskonferenz stehen
unter www.kathpress.at/fotos zur Verfügung. Am Nachmittag folgen
erste Stellungnahmen von Erzbischof Lackner und Bischof Scheuer).

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