Wien (OTS) – Mit dem heutigen Tag startet das Darmkrebs-Screening in
Wien, durch
das die Früherkennung dieser Krebsart deutlich verbessert werden
soll. 540.000 Wienerinnen und Wiener zwischen 45 und 75 Jahren werden
in den nächsten 11 Monaten ein Einladungsschreiben erhalten, mit der
Möglichkeit an diesem Programm teilzunehmen. Das Programm soll keinen
Ersatz für die bestehenden Möglichkeiten der Abklärung im
niedergelassenen Bereich darstellen, sondern ebendieses sinnvoll
ergänzen, um die Teilnahme durch die Wienerinnen und Wiener an
Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen deutlich zu erhöhen.
„Gesundheit ist unser höchstes Gut und die Gesundheit der
Wienerinnen und Wiener steht für uns in der Stadtregierung an
oberster Stelle. Gesund zu sein bedeutet mehr als nur frei von
Krankheit zu sein. Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass wir
Wien zur Vorsorgehauptstadt machen. Mit dem heutigen Start des
flächendeckenden Darmkrebs-Screenings ist uns ein weiterer
Meilenstein dorthin gelungen. Das alles in engster Kooperation
zwischen Wien, der Sozialversicherung und der Kammer für Ärztinnen
und Ärzte in Wien. Nutzen Sie dieses neue und kostenlose Angebot,
denn nur so lassen sich zahlreiche Fälle von Darmkrebs rechtzeitig
entdecken und schwerwiegende Erkrankungen vermeiden.“ , so
Bürgermeister Michael Ludwig.
Zwtl.: Für 700.000 Wienerinnen und Wiener ist Darmkrebs-
Vorsorgeuntersuchung empfohlen
Bei diesem Screening-Programm folgt man der Empfehlung der EU-
Kommission einen fäkalen immunochemischen Stuhltest (FIT) anzubieten.
Eine weitere Grundlage ist die Empfehlung des Nationalen Screening
Komitee für Krebserkrankungen, die ein Darmkrebs-Screening-Programm
mittels Koloskopie alle 10 Jahre oder FIT alle 2 Jahre für Personen
im Alter zwischen 45 und 75 Jahren vorsieht. In Wien fallen rund
700.000 Personen in diese Altersgruppe. Zieht man jene Personen ab,
die in den letzten Jahren bereits eine Koloskopie durchgeführt haben,
dann ergibt sich eine Zielgruppe von ca. 540.000 Menschen, die in den
kommenden Monaten ein Einladungsschreiben erhalten werden.
Zwtl.: Teilnahme an Wiener Darmkrebs-Screening ist freiwillig und
kostenlos
Die Teilnahme an dem Test ist freiwillig und für die
Teilnehmenden kostenlos. Das Programm ist vorerst für zwei Jahre
finanziert; die Kosten werden sich auf rund 7,5 Millionen Euro pro
Jahr belaufen und zwischen dem Wiener Gesundheitsfonds und den
Krankenversicherungsträgern zu gleicher Hand geteilt. „Ich freue mich
sehr, dass alle wichtigen Stakeholder im Wiener Gesundheitsbereich an
einem Strang ziehen, und dieses eminent wichtige Vorsorgeangebot
flächendeckend in ganz Wien zur Anwendung kommt. Durch dieses
Screening werden Leben gerettet, Leid verhindert und letztlich auch
teure Behandlungs- und Folgekosten gespart.“ , so der Wiener
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.
„Das Darmkrebs-Screening ist für die Österreichische
Gesundheitskasse ein wesentlicher Bestandteil moderner
Vorsorgemedizin. Darmkrebs verursacht im Frühstadium oft keine
Beschwerden, weswegen die Früherkennung so entscheidend ist. Durch
regelmäßige Untersuchungen können Vorstufen wie Polypen rechtzeitig
erkannt und entfernt werden, noch bevor daraus eine Krebserkrankung
entsteht. Davon profitieren unsere Versicherten unmittelbar. Denn
Vorsorge schützt nicht nur Gesundheit und Lebensqualität, sondern
vermeidet auch belastende und kostenintensive Behandlungen im
fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Jeder Euro, der in Prävention
investiert wird, spart vielfach höhere Kosten in Therapie und
Nachsorge. Als ÖGK sehen wir es als unseren gesetzlichen und
gesellschaftlichen Auftrag, Gesundheitsvorsorge aktiv zu fördern,
vermeidbare Todesfälle zu reduzieren und die Menschen dabei zu
unterstützen, möglichst lange gesund und arbeitsfähig zu bleiben.“ ,
unterstreicht Agnes Streissler-Führer, die Vorsitzende des
Landesstellenausschusses der ÖGK in Wien.
„Die beste Behandlung ist jene, die gar nicht erst notwendig
wird. Deshalb brauchen wir mehr Prävention statt Reparaturmedizin.
Das kostenlose Darmkrebs-Screening für zuhause ist ein wichtiger
Schritt, um Erkrankungen früher zu erkennen und die Heilungschancen
deutlich zu verbessern. Jeder verhinderte Krebsfall bedeutet weniger
Leid für Betroffene und eine Entlastung unseres Gesundheitssystems.“
, so NEOS-Wien-Gesundheitssprecherin Jing Hu.
Zwtl.: Bei positivem Stuhltest ist Termin für Darmspiegelung
innerhalb von 14 Tagen garantiert
Sollte ein Befund positiv sein, dann wird unmittelbar ein Termin
im niedergelassenen Bereich gesucht. Sollte kein Termin ab
Terminsuche innerhalb von 14 Tagen verfügbar sein, dann übernimmt
automatisch das Projektkonsortium – Endomed Wien Mitte und
Franziskusspital – und stellt einen Termin zur Verfügung.
Zwtl.: Wie gestaltet sich der Ablauf des Darmkrebs-Screenings im
Detail
1. Die Personen der Zielgruppe erhalten ein Einladungsschreiben mit
der Möglichkeit, wie schon bisher zwischen einer Vorsorge-Koloskopie
im niedergelassenen Bereich oder der Bestellung eines FIT zu wählen.
2. Die Bestellung des FIT kann entweder telefonisch über die
Gesundheitsberatung 1450 oder online über www.darmgesundheit.wien
erfolgen.
3. Der FIT wird zu Hause durchgeführt. Der Test ist schmerzfrei und
hochsensitiv. Er wird mit einem vorfrankiertem Rücksendekuvert
übermittelt und die Probenummer ist eindeutig der Testperson
zugeordnet.
4. Der FIT wird in einer der 667 Wiener Postfilialen oder Postpartner
von der Testperson abgeben und an das Labor geschickt – eine
Sendungsverfolgung ist möglich.
5. Die Laborauswertung erfolgt innerhalb weniger Tage.
6. Bei einem auffälligen FIT-Ergebnis wird wie oben beschrieben eine
Abklärungskoloskopie innerhalb von längstens 14 Tagen zur Verfügung
gestellt. Das kann entweder wie gewohnt über die Fachärztin bzw. den
Facharzt des Vertrauens oder über das Wiener Darmkrebs-
Screeningprogramm erfolgen.
7. Der Termin für die Koloskopie wird vorrangig über die
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Wien gesucht. Nur, wenn bei
den niedergelassenen Ärzt*innen kein Termin innerhalb von 14 Tagen
gefunden werden kann, wird ein Termin über die Projektpartnerinnen
Endomed Wien Mitte und Franziskusspital gebucht.
8. Während des gesamten Prozesses gibt es eine zentrale
Servicestelle, welche über 1450 erreichbar ist, mit der Möglichkeit
einer telemedizinischen Beratung bei einem auffälligen FIT.
Zwtl.: Erste Schreiben werden bereits heute an die Wienerinnen und
Wiener versandt
Im Juni 2026 startet die Pretest-Phase, in der u.a. alle Prozesse
getestet werden. In dieser Phase wird an 5.000 Personen ein
Einladungsschreiben geschickt. Ab Juli 2026 wird über 10 Monate die
gesamte Zielgruppe eingeladen; d.h. es erhalten pro Monat rund 50.000
Personen ein Einladungsschreiben. Die Schreiben werden alphabetisch
absteigend nach Nachnahmen versandt. Sie werden mehrsprachig verfasst
– neben Deutsch in Englisch, Türkisch und Bosnisch-Kroatisch-
Serbisch.
Mit dem nun startenden Programm bekommt Wien erstmals ein
durchgehend organisiertes, qualitätsgesichertes Darmkrebs-Screening;
das alle wesentlichen Versorgungsstufen unter einem Dach vereint; von
der Einladung über den FIT von zuhause bis zur Abklärungskoloskopie
und Histopathologie.
Zwtl.: Fachliche Begleitung erfolgt über eigens eingerichtetes
Advisory Board
In einem begleitenden Advisory Board sind folgende Institutionen
vertreten und geben fachlichen Input: Österreichische Gesellschaft
für Gastroenterologie und Hepatologie, Ärztekammer Wien,
Wirtschafskammer Wien, Krebshilfe Wien, Bundesverband Selbsthilfe
Österreich, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
sowie die Senior*innenbeauftragte der Stadt Wien.





