Österreichs Energieversorgung aktuell gesichert: Gasreserve verlängert, Speicher über 50% gefüllt, Kerosinlager + 56 %, Diesellager + 36%

Wien (OTS) – „Österreich ist über alle Energieträger hinweg gesichert
versorgt:
Bei Öl, Diesel und Kerosin sorgen die Raffinerie Schwechat, stabile
Importwege und unsere strategische Reserve über rund 90 Tage für eine
verlässliche Versorgung. Mit der Verlängerung der strategischen
Gasreserve bis 2029 und ihrer Absicherung im Doppelbudget geben wir
Haushalten und Betrieben auch beim Gas Sicherheit – gerade in
geopolitisch unsicheren Zeiten. Wer Versorgungssicherheit ernst
nimmt, trifft heute die Entscheidungen für morgen“, so Wirtschafts-
und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

„Die Gas-Versorgungsunternehmen nehmen ihre Verantwortung ernst.
Um ihre Kunden zu beliefern, sorgen sie jetzt vor und speichern Gas
ein. Dass wir nun Mitte Juni 50 Prozent Füllstand erreichen, ist ein
wichtiges Etappenziel. Zusammen mit der hohen Verfügbarkeit der
Gasnetze und -speicher sorgen auch die Gasnetz- und Speicherbetreiber
für notwendige Flexibilitäten für den Herbst und Winter, um jederzeit
gut versorgt zu sein“ so die beiden Vorstände der AGGM Bernhard Painz
und Michael Woltran.

Besonders im Zusammenhang mit den kommerziellen Lagerständen der
Kerosinlager (+56% = Mai Höchstwert im gesamten Betrachtungszeitraum)
und Diesellager (+ 36%) und dem guten Füllstand der strategischen
Gasreserve hält Bundesminister Hattmannsdorfer fest: „Die Entwicklung
der kommerziellen Lagerbestände bei Kerosin und Diesel ist sehr
erfreulich, und auch die Gasspeicher sind mit über 50 Prozent bereits
gut gefüllt. Oberstes Ziel bleibt eine Beruhigung der Lage rund um
die Straße von Hormus. Für uns als Republik hat aber vor allem die
Versorgungssicherheit Priorität – gerade angesichts der Iran-Krise.
Die Lagerstände zeigen: Wir sind hier erfolgreich.“

Versorgungssituation Rohöl

– Versorgungslage Österreich: Derzeit keine für Österreich
wesentlichen Infrastrukturschäden, die Tankschiffsituation in Triest
ist unverändert, und die Raffinerie Schwechat meldet keine
Versorgungsprobleme – die Adria-Wien-Pipeline läuft mit üblicher
Auslastung.

– Strategische Pflichtnotstandsreserve: deckt rund 90 Tage ab,
verwaltet von der Erdöl-Lagergesellschaft.

– Internationale Lage: Durch die Straße von Hormus laufen aktuell nur
rund 2 statt der üblichen rund 20 Millionen Barrel pro Tag;
alternative Routen über Yanbu und Fujairah sowie steigende
Lieferungen aus dem Atlantikbecken (USA und Südamerika) federn das
ab. Für 2026 wird ein Rückgang des globalen Ölangebots erwartet; die
Endkundennachfrage soll gleichermaßen sinken.

– Trotz des deutlichen Nachfragerückgangs bei Rohöl und
Raffinerieprodukten schwinden die globalen Reserven weiterhin in
Rekordgeschwindigkeit, nicht jedoch in Österreich.

– Selbst bei einem Ende der Blockade der Straße von Hormus wird eine
vollständige Erholung jedoch nicht sofort erfolgen, da Minen aus den
Hauptschifffahrtsrouten entfernt werden müssen und die Normalisierung
der Lieferketten Zeit benötigt.

– Die EU erkennt für Juni und Juli dennoch keinen Mangel an Rohöl
oder Erdölprodukten. Erste IEA-Analysen der Ölbilanzen für 2027
zeigen im Falle einer offenen Straße von Hormus einen deutlichen
Überschuss im kommenden Jahr.

Versorgungssituation Diesel

– Versorgung Österreich: Österreich importiert rund 69 Prozent seines
Dieselbedarfs, davon rund 71 Prozent aus Deutschland, dessen
Raffinerien ohne Einschränkung produzieren.

– EU-Bezug: Aus dem Persischen Golf stammen rund 5 Prozent des EU-
Dieselverbrauchs

– Die ausgefallenen Diesel-Importe konnten kompensiert werden,
wodurch kein Mangel zu erwarten ist.

– Die kommerziellen Lagerstände von Diesel (+36%) in Österreich
stiegen im April 2026 ggü. März 2026 wieder deutlich an.

– Der kommerzielle Diesel-Lagerstand in Österreich lag im April 2026
30,33% über dem mehrjährigen April-Durchschnitt.

Versorgungssituation Kerosin

– Versorgung Österreich: Mit einer Inlandsproduktionsquote von rund
95 Prozent produziert Österreich fast so viel Kerosin im Inland, wie
es verbraucht; der Flughafen Wien wird primär über die Raffinerie
Schwechat versorgt. Somit ist in Österreich von keinem Kerosinengpass
auszugehen.

– Der österreichische Verbrauch von Flugturbinenkraftstoff (Kerosin)
liegt im Mai 2026 deutlich unter dem Mai 2025 (-12,21 %) sowie unter
dem mehrjährigen Durchschnitt (-2,28 %).

– Der kommerzielle Lagerstand von Kerosin (+56,56%) stieg im Mai 2026
ggü. April 2026 wieder deutlich an, und erreichte einen neuen Mai-
Höchstwert (im Betrachtungszeitraum 21-26). Dies hat deutlich
positive Entwicklungen auf die Lagerreichweiter bei Ausfällen.

– Lage Europa: Rund 15 bis 20 Prozent des EU-Verbrauchs stammten aus
dem Persischen Golf; Ersatzlieferungen aus den USA und Nigeria
kompensierten bisher rund die Hälfte der ausgefallenen Mengen.

– Im Best Case einer Öffnung ab Juli bleibt ein Engpass aus,
erfordert aber den Einsatz von europäischen Kerosin-Notreserven.

– Im Worst Case ohne Öffnung bis Jahresende sinken die kommerziellen
Lagerbestände bis Sommerende stark, die europäischen Kerosin-
Notreserven wären rechnerisch bis Jahresende erschöpft.

Versorgungssituation Gas / strategische Gasreserve

– Strategische Gasreserve: 20 TWh, staatlich kontrolliert und für den
Krisenfall reserviert – das entspricht rund einem Viertel des
jährlichen Inlandsverbrauchs.

– Verlängerung: um zwei Jahre bis April 2029 (bisherige gesetzliche
Befristung: 1. April 2027).

– Budgetmittel im Doppelbudget 2027/28: rund 115 Millionen Euro (2027
) und rund 120 Millionen Euro (2028); die tatsächlichen Kosten werden
voraussichtlich deutlich darunter liegen.

– Speicherfüllstand: Mitte Juni 2026 über 50 Prozent (51,64 Prozent
bzw. 51,78 TWh am 20. Juni) – nach rund 36 Prozent (rund 35 TWh) Ende
März 2026.

– Europäischer Vergleich: Beim Verhältnis von Speicherfüllstand und
Speicherkapazität zum Jahresverbrauch zählt Österreich in beiden
Fällen zur europäischen Spitzengruppe.

– Prognose: Bei gleichbleibender Einspeicherrate ist zum Jahresende
ein Speicherstand von rund 80 Prozent erreichbar, was in etwa einem
Ganzjahresverbrauch entspricht.

– Abstand zum Vorjahr: Der Füllstand liegt rund 10 Prozentpunkte
unter dem Niveau von Juni 2025. Gründe sind der kältere vergangene
Winter, die Trockenheit mit vermehrtem Gaseinsatz in der
Stromerzeugung und die infolge des Iran-Konflikts stark gestiegenen
Gaspreise, die die Einspeicherung wirtschaftlich weniger attraktiv
machten.