Wien (OTS) – „Der digitale Euro kommt. Heute hat das Europäische
Parlament seine
Positionierung festgelegt und die Verhandlungen mit Rat und
Kommission beginnen. Damit startet auch die Umsetzungs- und
Informationsphase zum digitalen Euro, der für eine große Mehrheit der
Europäerinnen und Europäer noch nicht greifbar ist. Die Einführung
des digitalen Euro hat jedenfalls enormes Potenzial, der Europäischen
Integration neuen Schwung zu verleihen und die EU im globalen
Wettbewerb zu stärken und unabhängiger zu machen“, sagt Paul Schmidt,
Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (
ÖGfE).
„Der Trend zu immer mehr digitalen und bargeldlosen Zahlungen
führt zu massiven Abhängigkeiten Europas, enormen Gewinnabflüssen
sowie mangelhaftem Datenschutz. Wenn immer öfter zu Visa, Mastercard
und Co. gegriffen wird, leidet auch die Symbolkraft eines der
wichtigsten Identifikationselemente der europäischen Integration, des
Euro.
Der digitale Euro soll hier ab 2029 Abhilfe schaffen. Als
Ergänzung zum Bargeld soll er eine sichere, kostenfreie und
europaweit einheitliche Zahlungsmethode gewährleisten und ein die
Privatsphäre schützendes Offline-Bezahlen ermöglichen. Gerade dem
europäischen Handel, nicht zuletzt den Einzel- und Kleinunternehmen,
wird die geplante Zahlungsalternative durch eine Reduktion der
Kartengebühren eine massive Kostenersparnis bringen.
Darüber hinaus werden Menschen aus EU-Ländern, in denen noch
nicht mit dem Euro bezahlt wird – allein aus praktischen Erwägungen –
interessiert sein, den digitalen Euro zu nutzen. Selbiges gilt auch
für EU-Kandidatenländer, die die Ausweitung des Euroraums digital
antizipieren und dadurch einen großen Integrationsschritt bereits vor
ihrem offiziellen Beitritt vorwegnehmen könnten.
Noch ist der digitale Euro für viele schwer einzuschätzen und vor
allem seinen Kritikern ein Begriff. In Österreich hatten laut einer
aktuellen ÖGfE-Umfrage vom März zwei Drittel der Befragten schon ihm
gehört. 42 Prozent gaben an, ihn nutzen zu wollen. Um den Praxistest
zu bestehen, muss der digitale Euro jedenfalls noch ausreichend
kommuniziert und erklärt werden und vor allem so konzipiert sein,
dass er für jede und jeden im Alltag mit dem selbstverständlichen
Griff zum Smartphone oder zur Karte problemlos verwendet werden
kann“, betont Paul Schmidt.





