Innsbruck (OTS) – Mit Beginn der Sommerferien zieht es wieder viele
Menschen in die
Berge, um Bergsport zu betreiben, die Natur zu erleben und sich zu
erholen. Ohne Wanderwege und Schutzhütten wäre dies nicht möglich.
Bei einer Wanderung am 10. Juli zum Peilstein-Haus im Wienerwald
tauschte sich daher Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig mit
Vertretern der alpinen Vereine über aktuelle Herausforderungen aus.
Wege und Hütten werden zumeist von Ehrenamtlichen alpiner Vereine
betreut. Immer öfter stoßen sie mit dieser Aufgabe aber an ihre
Grenzen. Steigende Bau- und Sanierungskosten erschweren die
Instandhaltung. Ebenso werden behördliche Auflagen komplexer, und
Extremwetterereignisse, hervorgerufen durch den Klimawandel,
verursachen immer häufiger Schäden.
Zusätzliche Fördermittel
„Schutzhütten und Wege sind ein wichtiger Bestandteil für den
Tourismus und für die österreichische Berg- und Freizeitkultur. Durch
gezielte Förderungen unterstützen wir jene, die diese Infrastruktur
mit großem Engagement erhalten. Wichtig ist, dass die Mittel dort
ankommen, wo der Bedarf am größten ist – bei konkreten Projekten in
den Regionen“, betont Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft .
Für 2025 und 2026 hat der Bund jeweils 7,72 Mio. Euro
bereitgestellt. 2,72 Millionen Euro werden davon regulär vom
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET)
finanziert. Zusätzliche fünf Mio. Euro kommen aus dem EU-
Förderprogramm zur Ländlichen Entwicklung (LE), für deren Verteilung
Norbert Totschnigs Ministerium zuständig ist. Das sind um vier Mio.
Euro mehr als in den Jahren zuvor. Die Regierung reagierte damit auf
die von den alpinen Vereinen initiierte Petition „Notruf aus den
Alpen“, hinter die sich 2024 über 100.000 Unterstützer:innen
stellten.
Die Förderoffensive hatte im letzten Jahr Tourismus-
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner angekündigt. Im Engagement der
alpinen Vereine sehe sie einen „Gewinn für die Gäste, für die
Menschen in den Regionen und den heimischen Tourismus insgesamt“.
Ziel der Unterstützung sei laut Zehetner auch, die regionale
Wertschöpfung dort anzukurbeln, wo sie entsteht, nämlich direkt in
den Tourismusregionen.
Im laufenden Jahr 2026 können mit den Mitteln Projekte wie die
Generalsanierung des Schneealpen-Hauses (Steiermark) und der Peter-
Anich-Hütte (Tirol) des Österreichischen Alpenvereins umgesetzt
werden. Außerdem der Umbau des Roseggerhauses (Steiermark) der
Naturfreunde Österreich sowie die nach einem Sturmschaden dringend
erforderliche Erneuerung der Materialseilbahn zum Graf-Meran-Haus (
Steiermark) des Österreichischen Touristenklubs.
Zielgerichteter Einsatz
„Die Förderungen kommen dort an, wo die Mittel am dringendsten
gebraucht werden“, erklärt Leopold Füreder, Landesvorsitzender der
Naturfreunde Tirol : „Bei der Sanierung von Schutzhütten, bei
Maßnahmen zur Energie- und Wasserversorgung sowie beim Erhalt von
Wegen und sicherheitsrelevanter Infrastruktur.“
Jeder Euro, der in Schutzhütten investiert werde, wirke mehrfach,
so Clemens Matt, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins :
„Die alpine Infrastruktur sorgt für Sicherheit am Berg, für
naturverträgliche Besucherlenkung, für regionale Wertschöpfung und
für den freien Zugang zur Bergwelt. Entscheidend ist jetzt, diese
Wirkung nicht als einmalige Entlastung zu verstehen, sondern als
Auftakt für eine langfristige Finanzierung.“
Langfristige Perspektive notwendig
Aus Sicht des Verbandes alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) ist
klar: Die nun erhöhten Förderungen seien ein wichtiger Meilenstein
zum Erhalt der alpinen Infrastruktur, sagt VAVÖ-Präsident Gerald
Dunkel-Schwarzenberger . Zur Sanierung und zur Bewahrung des rund
50.000 Kilometer langen Wegenetzes und der 272 Schutzhütten in
alpiner Lage seien insgesamt aber 95 Mio. Euro erforderlich: „Die
alpinen Vereine beweisen seit Jahrzehnten, dass sie mit öffentlichen
Mitteln verantwortungsvoll und wirkungsorientiert umgehen. Die
aktuellen Förderungen lösen konkrete Probleme und sichern
Schutzhütten und Wege, die allen Erholungssuchenden dienen. Damit das
auch in Zukunft möglich bleibt, braucht es über 2027 hinaus
Verlässlichkeit.“
Gerald Dunkel-Schwarzenberger verweist auf den Nationalen und
Regionalen Partnerschaftsplan der EU für den Budgetzeitraum 2028 bis
2034. Hier müssten Wege und Schutzhütten entsprechend der Petition
„Notruf aus den Alpen“ berücksichtigt werden. Dies wäre ein Schritt
in die richtige Richtung, um die alpine Infrastruktur langfristig
abzusichern und für kommende Generationen zu erhalten.
Link: notruf-aus-den-alpen.at





