Wien (OTS) – Angesichts der dramatischen Entwicklungen am
österreichischen
Schweinemarkt stehen die Spitzenvertreter der Branche im Austausch
mit Bundesminister Norbert Totschnig. In einem gemeinsamen Brief
machen Ing. Franz Rauscher, Obmann der Schweinehaltung Österreich ,
und Ing. Rupert Hagler, Obmann der Österreichischen Schweinebörse
eGen , auf die massive wirtschaftliche Belastung der heimischen
Schweinehalterinnen und Schweinehalter, den zunehmenden Preisdruck
und die Gefährdung zukünftiger Investitionen aufmerksam. Grund für
die Marktlage sind tierseuchenbedingte Verwerfungen und
Überproduktion am europäischen Markt.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Unsere Bäuerinnen und
Bauern brauchen faire Wettbewerbsbedingungen. Deshalb setze ich mich
auf europäischer Ebene konsequent und mit Nachdruck dafür ein. Die
derzeit diskutierte EU-Nutztierstrategie bietet die Chance,
Produktionsstandards europaweit stärker zu harmonisieren, das
unterstütze ich ausdrücklich. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein,
überzogene europäische Vorgaben, etwa im Rahmen der
Industrieemissionsrichtlinie, praxistauglich auszugestalten und
bürokratische Hürden abzubauen. Nur mit fairen und verlässlichen
Rahmenbedingungen können wir die heimische Schweinehaltung stärken
und unsere regionale, hochwertige Lebensmittelproduktion langfristig
absichern.“
Zwtl.: Massiver Preisdruck belastet Familienbetriebe
„Die aktuelle Lage am österreichischen Schweinemarkt ist mehr als
besorgniserregend und könnte weitreichende Folgen für die
langfristige Eigenversorgung in Österreich sowie für die Bereitschaft
der Schweinehalter haben, in diesen Sektor zu investieren“, betont
Franz Rauscher.
Exportsperren aufgrund von Tierseuchen in den großen
Produktionsländern Europas, sowie globale Marktverwerfungen haben im
vergangenen halben Jahr zu einer massiven Überproduktion und zu einem
drastischen Preisverfall geführt. Besonders die Schweineproduktion
stehe aktuell vor enormen Herausforderungen, denn seit 2025 sinkt die
Wirtschaftlichkeit in der Branche. „Wir sollten eigentlich zumindest
kostendeckend produzieren, um Investitionen für die Zukunft tätigen
zu können. Davon ist die österreichische Schweineproduktion aber weit
entfernt. Aktuell büßen wir mit jedem Schwein bis zu 20 Euro ein.
Unsere heimischen Familienbetriebe verlieren somit insgesamt jede
Woche 1,6 Millionen Euro.“, so Rauscher.
Zwtl.: Österreichische Standards dürfen nicht zum Wettbewerbsnachteil
werden
Die Branchenvertreter sehen außerdem die unterschiedlichen
Produktionsbedingungen innerhalb Europas als große Herausforderung.
Österreich habe seine gesetzlichen Standards im Bereich Tierwohl und
Haltung deutlich weiterentwickelt. Im weltweiten Vergleich verliert
Österreich dadurch aber zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. „Wir sind
in Österreich durch die Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen
im Tierwohlranking Europas zwar einige Stufen aufgestiegen, verlieren
dadurch aber langfristig stark an Wettbewerbsfähigkeit am
europäischen Markt“, erklärt Rupert Hagler.
Zwtl.: Gemeinsame Schritte zur Stärkung der Schweinehaltung
Mit ihrem Schreiben appellieren Rauscher und Hagler für
nachhaltige Perspektiven der Schweinehaltung auf nationaler und
europäischer Ebene. Konkret sprechen sich die Branchenvertreter unter
anderem für die weitere Öffnung von Exportmärkten, Abschluss von
Regionalisierungsabkommen, eine europaweite Angleichung der
Produktionsstandards sowie eine Entlastung der Betriebe von weiteren
kostenintensiven Vorgaben aus. Auch eine verpflichtende
Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie sei ein wichtiger Schritt,
um den Absatz heimischer Lebensmittel zu stärken, da aktuell
besonders in Gasthäusern importiertes Schweinefleisch aufgetischt
wird.





