Gemeinsam stärker: Der KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland feiert sein 80-jähriges Bestehen

Wien (OTS) – Als der KOBV – Der Behindertenverband im Jahr 1946
gegründet wurde,
lag das Land in Trümmern, tausende Kriegsopfer und ihre Angehörigen
standen vor dem Nichts und hatten keine Stimme. Zwar gab es
staatliche Unterstützungen. Für die Delegierten des Drei-Länder-
Verbandes war aber von Anfang an klar, dass sinnstiftende Arbeit und
selbstständige Existenzsicherung Vorrang vor einer Pensionierung bzw.
staatlicher Versorgung haben mussten.

„Die Integration von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt
ist auch heute noch eines der Hauptanliegen des KOBV, der seit 1975
allen Menschen mit Behinderungen offensteht und aktuell rund 32.000
Mitglieder in Wien, Niederösterreich und Burgenland hat“, sagt Franz
Groschan, seit 2023 Präsident des KOBV – Der Behindertenverband für
Wien, Niederösterreich und Burgenland sowie des KOBV Österreich – Der
Behindertenverband.

Zwtl.: Tabakmonopol gibt Menschen mit Behinderungen wirtschaftliche
Sicherheit

Damals wie heute spielen Trafiken eine zentrale Rolle bei der (Re
-)Integration von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt. Mit dem
so genannten Tabakpatent legte Kaiser Josef II. im Jahr 1784 den
Grundstein dafür, dass Menschen mit Behinderungen bei der Vergabe von
Trafiken Vorrang haben. Bei der Bewerbung werden Interessierte vom
KOBV-Trafikreferat unterstützt. Die KOBV Schulungs GmbH bereitet sie
anschließend gemeinsam mit der Monopolverwaltung auf die
Selbstständigkeit vor. „Die Übernahme einer Trafik bedeutet für
Menschen mit Behinderungen berufliche Selbstständigkeit und ist ein
Gewinn für alle“, betont Franz Groschan.

Zwtl.: Integrativer Betrieb wienwork sorgt für mehr Chancen am
Arbeitsmarkt

Inklusion bildet auch den Dreh- und Angelpunkt des integrativen
Betriebs wienwork, der zu 50 % im Eigentum des KOBV – Der
Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland steht.
Die Aufgabe von wienwork ist es, Arbeits- und Ausbildungsplätze für
Menschen zu schaffen, die am Arbeitsmarkt aufgrund einer Behinderung,
chronischen Erkrankung oder Langzeitarbeitslosigkeit benachteiligt
sind. „Die Unterstützung von wienwork, einem Vorzeigebetrieb für
Inklusion, ist für uns ein zentrales Anliegen und tief in unserer
Geschichte verankert“, hebt Groschan die Wichtigkeit der gemeinsamen
Bemühungen um eine inklusive Arbeitswelt hervor.

Zwtl.: Qualitativ hochwertige Rehabilitation in St. Andrä am Zicksee

Untrennbar verbunden mit der Geschichte des Verbands ist das
Orthopädische Klinikum SKA Zicksee, 1968 vom damaligen
Bundespräsidenten Franz Jonas als Kur- und Erholungszentrum in St.
Andrä am Zicksee eröffnet. „Speziell amputierte Kriegsbeschädigte
hatten ein steigendes Bedürfnis nach Erholung und Rehabilitation“,
erklärt KOBV-Präsident Franz Groschan, „der Schwerpunkt lag daher von
Anfang an auf der Behandlung orthopädischer Beschwerden bei
Amputierten, auf Mobilisierung und auf Reintegration in den Alltag.“
Mit der Öffnung der SKA Zicksee für alle Patientinnen und Patienten
der Sozialversicherungen im Jahr 1971 änderten sich die medizinischen
Herausforderungen, was sich auch in der Weiterentwicklung des
Therapieangebots niederschlug.

Das hochspezialisierte ärztliche Team des vom KOBV – Der
Behindertenverband getragenen Orthopädischen Klinikums SKA Zicksee
mit 140 Patient:innenbetten verfügt über Zusatzausbildungen unter
anderem in Schmerztherapie, Sportmedizin und Akupunktur. Die
Schnittstelle zwischen Medizin und Therapie bilden diplomierte
Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, bei verzögerter
Wundheilung kommt ein spezialisiertes Wundmanagementteam zum Einsatz,
und im Trainingsraum Prothetik steht das Neuerlernen der Mobilität
nach einer Amputation im Mittelpunkt.

„Mit unseren hochqualitativen Therapieangeboten und unserer
Unterstützung im Bereich der prothetischen Versorgung möchten wir
unseren Patientinnen und Patienten eine eigenständige Lebensführung
mit hoher Lebensqualität ermöglichen“, betont Franz Groschan.

Zwtl.: 2.000 Ehrenamtliche: starkes Rückgrat der Vereinsarbeit

Das Rückgrat der Verbandsarbeit sind rund 2.000 ehrenamtliche
Funktionärinnen und Funktionäre, die sich unermüdlich in Bezirks- und
Ortsgruppen engagieren. Sie betreuen Menschen mit Behinderungen vor
Ort, bieten regionale Sprechtage bzw. Sprechstunden an, organisieren
Charity-Events und gemeinsame Freizeitaktivitäten und sorgen dafür,
dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen auf Gemeindeebene
Gehör finden. Die ehrenamtliche Arbeit der Funktionärinnen und
Funktionäre sei daher auch von unschätzbarem Wert für Inklusion,
betont der KOBV-Präsident.

Zwtl.: 220 Hauptamtliche: wichtiger Motor des Verbandes

Das 80-jährige Bestehen ist insbesondere auch das Ergebnis der
täglichen Arbeit des hauptamtlichen Teams. Aktuell leisten 220
Hauptamtliche in der Verbandszentrale in Wien und im Orthopädischen
Klinikum SKA Zicksee im Burgenland tagtäglich einen wichtigen Beitrag
dafür, dass der KOBV – Der Behindertenverband seine Aufgaben erfüllen
kann. Mit großer Fachkompetenz, Professionalität und Herzblut sind
sie für Menschen mit Behinderungen, Mitglieder sowie Patientinnen und
Patienten da. „Unser besonderer Dank gilt dem aktuellen
hauptamtlichen Team für seinen täglichen Einsatz, aber auch allen
jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die den KOBV – Der
Behindertenverband in den vergangenen 80 Jahren mit Leben erfüllt
haben“, so Präsident Groschan.

„Unser Motto ist ‚Wir bewegen‘, unsere Verbandszeitung trägt den
Titel ‚KOBV – Gemeinsam stärker‘. Das sind Grundsätze, nach denen wir
handeln und leben, und das ist es, was den KOBV seit 80 Jahren
ausmacht“, fasst Franz Groschan abschließend das Wesen des 3-Länder-
Verbands zusammen.

Über den KOBV:

Der KOBV – Der Behindertenverband Wien, Niederösterreich und
Burgenland setzt sich seit 1946 für die Rechte und die
gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein. Unser
Ziel ist eine barrierefreie, inklusive und sozial gerechte
Gesellschaft für alle.