Wien (OTS) – Die zahlreichen Maßnahmen der Bundesregierung zeigen in
der Asyl-
Halbjahresstatistik deutliche Wirkung. Das Aussetzen des
Familiennachzugs hat zur Entlastung der zentralen Systeme in
Österreich geführt. Waren es von Jänner bis Juni 2024 noch mehr als
6.000 Personen, die aufgrund des Familiennachzugs nach Österreich
kamen, sind es im Vergleichszeitraum 2026 nur mehr 48 Personen.
„Unterschiedliche Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Zahl der
Abschiebungen im gesamten ersten Halbjahr erstmals höher ist als die
Zahl neuer Asylanträge. Diesen eingeschlagenen Weg und die
Minuszuwanderung gilt es nun abzusichern. Der europäische Asylpakt
ist eine wichtige Voraussetzung, dass wir wieder in ganz Europa
wieder Herr im eigenen Haus sind“, sagte Innenminister Gerhard
Karner.
Mehr Abschiebungen als Asylanträge ermöglichen Minuszuwanderung
Seit mehr als 20 Jahren konnte nun eine Minuszuwanderung erreicht
werden. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 2.000 Asylerstanträge
gestellt, aber mehr als 2.200 Menschen nach einem Asylantrag
abgeschoben. Ebenso verhält es sich mit der Gesamtzahl der
Asylanträge: 4.900 Asylanträgen stehen mehr als 7.000 Abschiebungen
gegenüber.
Die internationalen, aber auch die nationalen Maßnahmen zum
Grenzraumschutz – wie die „Operation Fox“ – wurden weiterentwickelt
und sind wesentliche Voraussetzung dafür, dass die illegale Migration
massiv zurückgedrängt werden konnte. In der Kalenderwoche 41 des
Jahres 2022 wurden im Burgenland rund 3.700 Menschen nach ihrer
illegalen Einreise aufgegriffen. In der vergangenen Woche wurden acht
illegale Fremde an der burgenländischen Grenze aufgegriffen.
Der EU-Asylpakt – die größte fremdenrechtliche Novelle seit 20
Jahren – ist Mitte Juni 2026 in Kraft getreten. Nun wird an den
zentralen Punkten des Pakts gearbeitet, wie der Durchführung von
Asylgrenzverfahren direkt an den EU-Außengrenzen sowie verschärften
Haft- und Bewegungseinschränkungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt
auf der Ermöglichung von Asylverfahren außerhalb der Europäischen
Union sowie der dazugehörigen Begleitmaßnahme, der sogenannten
Rückkehrverordnung. Die Rückkehrverordnung ermöglicht,
Rückkehrzentren außerhalb der EU einzurichten.
Gruppenleiterin Elisabeth Wenger-Donig erklärte: „Seit fast 40
Tagen ist der Asyl- und Migrationspakt in Anwendung und das Resümee
ist äußerst positiv. Die Umsetzung ist im behördlichen Alltag des
Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vollumfänglich angelaufen. Wir
leisten damit einen Beitrag auf europäischer Ebene zum Gelingen des
Paktes – einem wesentlichen Schritt zu einem effizienteren und fairen
Asylsystem in Europa.“
Massiver Rückgang der Asylanträge
Die Zahl der Asylanträge befindet sich derzeit auf dem
niedrigsten Niveau seit rund 23 Jahren. Von Jänner bis Juni 2024
wurden noch rund 13.600 Anträge gestellt, im Vergleichszeitraum 2025
waren es mehr als 8.800 Anträge und 2026 rund 4.900 Anträge. Das
entspricht einem Rückgang um rund 44 Prozent. Damit liegt Österreich
in der Europäischen Union mit der Pro-Kopf-Belastung an der zwölften
Stelle.
Ebenso wurde die Zahl der originären Asylanträge auf rund 2.000
Anträge gesenkt und befindet sich somit auf dem niedrigsten Niveau
seit 23 Jahren. Zum Vergleich dazu waren es im Jahr 2024 noch 4.100
Anträge und im Jahr 2025 rund 3.200 Anträge. Das entspricht einem
Rückgang um mehr als 37 Prozent zum Vorjahr.
Asylwerber in der Grundversorgung
Die Zahl der Asylwerber in der Grundversorgung ist mit rund 5.500
Personen auf dem niedrigsten Niveau seit 20 Jahren. Auch die Zahl der
Bundesquartiere konnte daher massiv reduziert werden – von 30 auf
acht Quartiere. Aufgrund der extrem rückläufigen Asylzahlen sind hier
weitere Maßnahmen zur Reduktion in Vorbereitung. Insgesamt kann das
Budget für den Bereich Asyl und Fremdenwesen des BMI für die nächsten
beiden Jahre um rund 20 Prozent reduziert werden. Die Belegung der
Bundesbetreuungseinrichtung in Traiskirchen ist mit 239 Menschen auf
dem niedrigsten Stand seit dem Start der Grundversorgungsvereinbarung
im Jahre 2004.
Andreas Achrainer, Geschäftsführer der Bundesagentur für
Betreuungs- und Unterstützungsleistungen, sagte: „Die Bundesagentur
hat die wichtige Aufgabe, weiterhin eine gute Betreuung
sicherzustellen, aber auch auf wirtschaftliche Zahlen zu achten. Wir
haben diese Trendumkehr schon 2023 gesehen und haben viele Maßnahmen
gesetzt, die zu einer Einsparung von 125 Millionen Euro in der
Grundversorgung von Asylwerbern geführt haben.“
Europäischer Vergleich
Österreich verzeichnet neben Polen (mit rund 60 Prozent) den
größten Rückgang an Asylanträgen. Lediglich 1,6 Prozent der in der
gesamten Europäischen Union gestellten Asylanträge entfielen auf
Österreich.
Ausblick
Die Regelungen zur Quote im Familiennachzug befinden sich aktuell
in der Finalisierung – die erste Quote wird sehr gering sein.
In der „Gruppe der Umsetzer“ arbeitet das Innenministerium
zusammen mit Deutschland, Dänemark, Griechenland und den Niederlanden
an der konkreten Umsetzung von Rückkehrzentren in Drittstaaten. Die
Verhandlungen dazu sollen bis Ende des Jahres 2026 abgeschlossen
werden.
Der Grenzraumschutz – ein Zusammenspiel zwischen stationären
Kontrollen an der Grenze und beweglichen Kontrollen im Hinterland –
wird konsequent und der Lage angepasst weiterentwickelt.





