Wien (OTS) – In der Causa des ehemaligen Abteilungsleiters des Wiener
Marktamts
haben die Grünen Wien die Befürchtung, dass es sich dabei nicht um
einen Einzelfall handelt, „sondern das Symptom einer Struktur“ sei.
Der nicht amtsführende Stadtrat Peter Kraus kritisierte heute,
Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus, „dass trotz der
seit Jahren bekannten Vorwürfe das ganze System weggeschaut hat“.
Vor allem von Bürgermeister Michael Ludwig und Stadträtin Ulli
Sima verlangen die Grünen „volle Aufklärung darüber, wer wann was
gewusst hat“. In einer umfassenden schriftlichen Anfrage mit 27
Hauptfragen zu sieben Themenbereichen fordert die Oppositionspartei
Antworten von Bürgermeister Ludwig vor allem in personal- und
disziplinarrechtlichen Fragen ein. Gemeinderätin Barbara Huemer: „Die
Berichte legen eine Unternehmenskultur zu Tage, die an die 1960er-
Jahre erinnert – eine Kultur, die offenbar Täter von der obersten
Ebene weg schützt.“ Das habe in einer Stadt, die für mehr als 66.000
Menschen Arbeitgeberin ist, „keinen Platz“. Gemeinderätin Julia Malle
ergänzte: „Wer für die Stadt Wien arbeitet, muss darauf vertrauen
können, respektvoll behandelt zu werden und Missstände ohne Angst vor
persönlichen Nachteilen melden zu können.“
Um solche Vorgänge künftig verhindern zu können, verlangen die
Grünen nicht nur eine unabhängige, transparente Aufklärung der
aktuellen Vorgänge, sondern auch eine unabhängige Beschwerdestruktur,
an die sich Betroffene anonym wenden können, ein Mehr-Augen-Prinzip
bei wesentlichen Personalentscheidungen sowie verpflichtende,
regelmäßige Schulungen für Personen in Führungsverantwortung zu
Themen der Geschlechtergerechtigkeit und Antidiskriminierung.
Zugleich wird verlangt, dass auch der Wiener
Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck persönliche Konsequenzen zieht
und zurücktritt.
Weitere Informationen: Grüner Klub im Rathaus, Kommunikation,
Tel.: 01/4000-81814 (Schluss) nic





