Wien (OTS) – Am 9. August ist Equal Pension Day, also der Tag, ab dem
Männer in
Österreich bereits so viel Pension bezogen haben, wie Frauen erst bis
Jahresende bekommen werden. Der Gap liegt bei 39,4 Prozent. Frauen
erhalten mit durchschnittlich 1.614 Euro brutto um 1.050 Euro weniger
Pension im Monat als Männer (2.664 Euro brutto). Zwar ist die Lücke
gegenüber dem Vorjahr (39,7 Prozent) leicht gesunken, für echte
Gleichstellung im Alter reicht das aber bei Weitem nicht.
„ Hohe Teilzeitquoten, längere Erwerbsunterbrechungen durch
Kinderbetreuung und Pflege sowie branchenspezifische
Einkommensunterschiede wirken sich über das gesamte Erwerbsleben
hinweg aus und schlagen sich am Ende direkt in der Pensionshöhe
nieder. Die Folge ist ein deutlich höheres Armutsrisiko für
Pensionistinnen in Österreich “, sagt Manuela Vollmann,
Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA.
Zwtl.: Transparenz ist auch betriebliche Verantwortung
Im Projekt TRAPEZ-Transparente Pensionszukunft wurde u.a.
gemeinsam mit Betrieben eine praxisnahe Toolbox entwickelt, mit der
Unternehmer*innen, Personalverantwortliche und Betriebsrät*innen ihre
weiblichen Beschäftigten dabei unterstützen können, ihre
Pensionsansprüche frühzeitig, etwa durch Sensibilisierung für die
langfristigen finanziellen Folgen von Teilzeit und Karenz, zu
sichern.
Für Vollmann ist damit klar, an welchen Hebeln jetzt angesetzt
werden muss: „ Was es braucht, ist das Bewusstsein, wann der Gender
Pension Gap entsteht: Nämlich in der Zeit der Familiengründung.
Transparenz herzustellen über die eigenen Pensionsansprüche, und zwar
schon während des Erwerbslebens, nicht erst kurz vor der
Pensionierung, hält sie für zentral. Gleichzeitig müssen Betriebe
stärker in die Verantwortung genommen werden, wie es die TRAPEZ-
Toolbox vormacht. Und langfristig führt kein Weg an einer gerechteren
Aufteilung von Sorgearbeit und einem echten Ausbau der
Kinderbetreuung vorbei, denn nur so schließt sich die Pensionslücke
strukturell und nachhaltig “, erklärt Vollmann.
Initiiert wurde TRAPEZ – Transparente Pensionszukunft von der
Sektion Frauen und Gleichstellung, kofinanziert durch das Programm
der Europäischen Union für „Rechte, Gleichstellung und
Unionsbürgerschaft“.
TRAPEZ sollte die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den
Alterspensionen vertieft analysieren, und Handlungsmöglichkeiten
aufzeigen, diese zu verringern und die finanzielle Absicherung im
Alter, besonders für Frauen, zu verbessern.
Zwtl.: Über ABZ*AUSTRIA
ABZ*AUSTRIA ist eine österreichische Non-Profit-Organisation, die
sich seit über 30 Jahren für die Gleichstellung von Frauen am
Arbeitsmarkt einsetzt. Mit Beratungs-, Bildungs- und
Unterstützungsangeboten sowie Projekten wie TRAPEZ trägt ABZ*AUSTRIA
dazu bei, die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen über das gesamte
Erwerbsleben hinweg bis in die Pension zu stärken. Die Vereins-
Tochter ABZ*training&consulting gmbh berät und begleitet Unternehmen
und Organisationen, die Gender-Mainstreaming-Strategien in ihre
Strukturen und Prozessen integrieren wollen und Chancengleichheit und
Diversity als Leitmotiv definieren.





