WKÖ-Trefelik: Konsument:innen drohen durch EU-Verpackungsverordnung höhere Preise und weniger Auswahl

Wien (OTS) – Die Vorgaben der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) sind
völlig
unpraktikabel und schießen aus Sicht des österreichischen Handels
deutlich über das Ziel hinaus. „Die EU-Verpackungsverordnung ist in
ihrer jetzigen Form eine Lose-lose-Situation: Sie belastet unsere
Handelsbetriebe massiv und am Ende zahlen auch die Konsumentinnen und
Konsumenten die Rechnung. Gut gemeinte Regulierung darf nicht dazu
führen, dass Betriebe mit Bürokratie und Kosten überfordert, Angebote
eingeschränkt und Produkte für die Menschen teurer werden“,
kritisiert Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Lose-lose-Situation für Konsument:innen und Unternehmen

Auch für die Konsumentinnen und Konsumenten drohen spürbare
Folgen. Gerade kleinere Händler in der EU könnten aufgrund
zusätzlicher Kosten und Verpflichtungen den Verkauf in ihre
Nachbarländer einstellen, wenn sich dieser wirtschaftlich nicht mehr
rechnet. Damit würden Auswahl und Angebotsvielfalt sinken. Größere
Anbieter können die zusätzlichen Belastungen zwar eher über höhere
Absatzmengen abfedern, müssen die entstehenden Kosten aber zumindest
teilweise in ihre Preise einkalkulieren. „Die Konsumenten zahlen in
beiden Fällen drauf: Bei kleineren Anbietern besteht die Gefahr, dass
sie Österreich gar nicht mehr beliefern, während bei größeren
Anbietern die zusätzlichen Kosten letztlich die Preise erhöhen
können. Weniger Auswahl und höhere Preise dürfen nicht das Ergebnis
europäischer Regulierung sein“, warnt Trefelik.

Dass die EU-Verpackungsverordnung in wesentlichen Punkten nicht
praxistauglich ist, scheint mittlerweile auch auf EU-Ebene angekommen
zu sein. Die Europäische Kommission sieht laut Medienberichten selbst
Nachbesserungsbedarf. Das bestätigt die massive Kritik der
Unternehmen an den neuen Vorgaben. Selbst die EU-Umweltkommissarin
hat die Problematik rund um die Bestellung von Bevollmächtigten
aufgegriffen und die nationalen Behörden dazu aufgerufen, vorerst
nicht zu sanktionieren.

Rasche Nachbesserungen nötig

Die Bundessparte Handel der WKÖ setzt sich daher weiterhin
intensiv dafür ein, dass die EU-Verpackungsverordnung auf
europäischer Ebene nochmals überarbeitet und wirksame Erleichterungen
für die betroffenen Unternehmen verankert werden. Insbesondere EPU
und KMU brauchen klare, verhältnismäßige und praktisch umsetzbare
Vorgaben. „Die Zeit drängt: Notwendige Nachbesserungen müssen rasch
erfolgen“, so Trefelik abschließend. (PWK381/ST)