Kinder- und Jugendschutz im Sportverein: Upgrade

Wien (OTS) – Vom Sportministerium bis hin zu den Ehrenamtlichen in
den
Sportvereinen reibt man sich kopfschüttelnd die Augen angesichts der
verstörenden Zahlen: Von den rund 1.500 österreichischen Jugendlichen
im organisierten Sport berichten 61 Prozent von seelischer Gewalt.
Ein Drittel hat körperliche Gewalt erlebt, 16 Prozent berichten von
sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt. Noch eklatanter ist der
Befund im Leistungssport (»mit Teilnahme an internationalen
Wettkämpfen«). Hier berichten gar 86 Prozent von Erfahrungen mit
Gewalt.

»Kindesmisshandlung im Sport: Europäische Statistik« (»Child
Abuse in Sport: European Statistics«), kurz CASES-Studie, hat mit der
Veröffentlichung der aktuellen Ergebnisse die heimische Sportgemeinde
einmal mehr in helle Aufregung versetzt. »Die Übergriffe«, so die für
den Sport zuständige Staatssekretärin Mag. Michaela Schmidt, »gehen
nicht nur von den Trainerinnen und Trainern oder den Betreuerinnen
und Betreuern aus, sondern auch von gleichaltrigen oder älteren Mit-
Sportlerinnen und -Sportlern.« Das sei mehr als ein Randphänomen, so
Schmidt, und unterstreiche damit die Bedeutung des aktuell von Seiten
des Ministeriums und des organisierten Sports in Gang gesetzten
Reformprozesses in Form eines verschärften »Österreichischen Safe
Sport Kodex«.

Die CASES-Studie ist ein von der Europäischen Union gefördertes
Gemeinschaftsprojekt, an dem neben anderen sieben Universitäten –
darunter die Universität Wien – mitwirken (cases.univie.ac.at). Zur
Wahrheit gehört daher auch, dass die Befragungen vom Jänner 2019 bis
Dezember 2021 durchgeführt wurden, das Datenmaterial daher also fast
fünf Jahre alt oder noch älter ist. Zur Wahrheit gehört weiters, dass
die Befragten zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 18 und 30 Jahren
alt waren und sie über ihre Erlebnisse in ihrer oftmals mehrere Jahre
zurückliegenden Kindheit und Jugend berichten sollten.

» Damit «, so Peter Reichl, Präsident des überparteilichen
Allgemeinen Sportverbandes Österreich (ASVÖ) , » soll weder etwas
infrage gestellt noch beschönigt werden. Ganz im Gegenteil: Wir
begrüßen den aktuellen Reformprozess und sitzen ja neben der
Sportstaatssekretärin Mag. Michaela Schmidt mit im Boot! «

Nicht nur in Fachkreisen als mittlerweile bekannt gilt ja, dass
die Betroffenen oft erst Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte später über
das ihnen zugefügte Leid in ihrer Kindheit reden können. So wird in
der Studie ein äußerst dunkles Bild – aber eben aus einer mehr oder
weniger lange zurückliegenden Vergangenheit – gezeichnet. » Gerade im
Bereich Kinderschutz «, so der Generalsekretär des ASVÖ, Wilhelm
Blecha , » wurde und wird in unseren Verbänden und Vereinen seit
Jahren massivst investiert: in Sensibilisierung, Aufklärung,
Prävention, Support. « ASVÖ-Vereine und deren Funktionärinnen,
Funktionäre und Mitarbeitende, so Blecha, seien da heute längst ganz
anders auf dieses heikle Thema trainiert und eingestellt. Aber so wie
die Software unserer digitalen Werkzeuge permanent upgedatet und
upgegradet werden müsse, so müsse auch das Thema Kinder- und
Jugendschutz im Sportverein konsequent und fortlaufend angepasst,
optimiert und nachgeschärft werden. » Denn da wie dort «, so ist man
sich im ASVÖ sicher, » werden die Unholde auch in Zukunft versuchen,
ihre Netze auszuwerfen! «

Zwtl.: Der Allgemeine Sportverband Österreich (ASVÖ) – Wir machen
Sport!

Der ASVÖ vertritt österreichweit seit 1949 überparteilich,
unabhängig und nachhaltig die Interessen von 5.557 Vereinen mit rund
1.000.000 Mitgliedern in mehr als 120 Sportarten und sichert damit
die Grundlagen für starken Breiten- und Gesundheitssport sowie
erfolgreichen Spitzensport in Österreich. Der ASVÖ unterstützt
Vereine im Sportbetrieb und bei der Erhaltung von Sportanlagen,
organisiert Lehrgänge, Wettkämpfe und Fortbildungen und entwickelt
Programme zur Gesundheitsförderung. Mit gezielten Förderungen stärkt
der ASVÖ die Basis des Sports und ermöglicht es dadurch Menschen in
ganz Österreich, quer durch alle Alters- und Leistungsstufen, ihre
persönliche Leidenschaft und Sportbegeisterung zu leben. www.asvoe.at