Wien (OTS) – Nach jahrzehntelangem Einsatz des Berufsverbands
Österreichischer
Psychologinnen und Psychologen (BÖP) werden seit Jänner 2026 erstmals
kostenfreie Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung
angeboten – ein historischer Meilenstein in der psychischen
Gesundheitsversorgung in Österreich. Nach den ersten 100 Tagen zogen
die verantwortlichen Akteur:innen jetzt im Rahmen einer
Pressekonferenz eine erste Bilanz zur BÖP-Serviceplattform psyhelp ,
die die Vermittlung der Kassenplätze übernommen hat.
„Wenn wir über Gesundheit sprechen, dann müssen wir immer auch
über psychische Gesundheit sprechen. Denn psychische Gesundheit ist
keine Randfrage unseres Gesundheitssystems“, betonte
Gesundheitsministerin Korinna Schumann bei der Pressekonferenz. „Sie
betrifft Menschen in allen Altersgruppen, in allen Lebensrealitäten
und in allen Regionen unseres Landes. Viele Menschen erleben
Belastungen – durch Unsicherheit, Überforderung, Einsamkeit,
familiäre Krisen, Erkrankungen oder schwierige Lebenssituationen. Und
viele Menschen brauchen in diesen Situationen professionelle
Unterstützung. Deshalb ist es so wichtig, dass wir psychische
Versorgung Schritt für Schritt weiter ausbauen und den Zugang
erleichtern.“
Zwtl.: Großer Bedarf an vollfinanzierten Behandlungsplätzen
„Insgesamt stärkt der Vertrag die flächendeckende, leistbare und
qualitätsgesicherte psychische Gesundheitsversorgung. Er erleichtert
den ersten Schritt in die Behandlung, verkürzt Wege und Wartezeiten
und schafft klare Strukturen für Betroffene, Angehörige und
Leistungserbringer. Damit setzt die ÖGK gemeinsam mit dem BÖP ein
deutliches Signal für einen zeitgemäßen, fairen und einheitlichen
Zugang zu psychologischer Hilfe in Österreich“, so ÖGK-
Arbeitnehmer:innen-Obmann Andreas Huss, MBA .
Wie groß der Bedarf ist – und wie notwendig diese
Systemveränderung war –, zeigt sich bereits in den ersten 100 Tagen
der Umsetzung:
– Das Angebot wird österreichweit angenommen.
– Rund 6.500 Menschen haben sich angemeldet .
– 13.000 Dokumente und Befunde wurden geprüft und klassifiziert.
– 2.000 Behandlungsplätze konnten allein in den letzten drei Wochen
vermittelt werden.
– Hunderte Ersttermine haben bereits stattgefunden.
– Mehr als 65 Prozent der Anmeldungen stammen von Frauen.
– 10 % erfordern eine Fremdsprache.
„Psychische Gesundheit ist längst kein Randthema mehr. Sie ist
eine zentrale Frage der öffentlichen Gesundheit – und sie geht uns
alle an. Mit psyhelp haben wir die Klinische Psychologie endgültig
dorthin geholt, wo sie hingehört – mitten in die Regelversorgung“,
erklärte BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-
Puchinger im Rahmen der Pressekonferenz.
Bis 2029 stehen jährlich 120.700 kostenlose klinisch-
psychologische Behandlungseinheiten zur Verfügung. Viola Ghavidel, BA
, operative Leitung psyhelp , erklärte: „Mit psyhelp haben wir eine
innovative, österreichweit einzigartige Plattform geschaffen, die
Betroffenen den Zugang zu kostenfreien klinisch-psychologischen
Behandlungsplätzen so einfach wie möglich macht. Gute
Gesundheitsversorgung startet nicht erst mit der Behandlung, sondern
mit einem hochwertigen und gut organisierten Zugang.“
Antworten auf Fragen rund um die Vermittlung der klinisch-
psychologischen Kassenplätze finden Sie in den FAQs auf psyhelp.at .
Außerdem steht Ihnen das Team der Servicestelle werktags von Montag
bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, unter [email protected] sowie über die
kostenlose Serviceline 0800 10 02 03 (für Patient:innen) zur
Verfügung.





