Wien (OTS) – Ab 7. September 2026 wird die S-Bahn-Stammstrecke
zwischen
Praterstern und Hauptbahnhof für über ein Jahr gesperrt — der
meistbefahrene Schienenabschnitt Österreichs. 250.000 Fahrgäste
täglich, rund 700 Züge: Die Stammstrecke ist nicht nur die Lebensader
des Wiener Öffi-Netzes, sondern der zentrale Korridor für
zehntausende Pendler:innen aus Niederösterreich und dem Burgenland.
Die Grünen aus allen drei betroffenen Bundesländern warnen gemeinsam:
Die bisherigen Ersatzkonzepte reichen nicht aus.
„Die Sperre der Stammstrecke wird zum Stresstest für das gesamte
Wiener Öffi-Netz. Die Stadt Wien muss jetzt alles daransetzen, die
Auswirkungen abzufedern – mit dichteren Intervallen, konsequenter
Ampelpriorisierung und Vorrang für Busse und Straßenbahnen auf den
Ausweichrouten“, sagt Heidi Sequenz, Mobilitätssprecherin der Grünen
Wien.
„250.000 S-Bahn-Fahrgäste pro Tag kann man nicht einfach bitten, sich
irgendwie im Netz zu verteilen. Die Sperre der Stammstrecke ist für
den öffentlichen Verkehr eine Größenordnung, als würde man Gürtel und
Südosttangente gleichzeitig sperren. Wer seit Jahren weiß, dass die
größte Öffi-Baustelle des Landes bevorsteht, muss rechtzeitig für
ausreichende Ersatzangebote sorgen – sonst drohen überfüllte U-
Bahnen, längere Reisezeiten und ein massiver Qualitätsverlust für
hunderttausende Fahrgäste“, ergänzt Kilian Stark, Verkehrssprecher
der Grünen Wien.
„Die Stammstrecke ist die Lebensader für den Pendlerverkehr aus dem
Norden. Wer täglich aus Korneuburg, Wolkersdorf oder dem Weinviertel
in den Süden will oder umgekehrt, hat künftig mit deutlichem
Mehraufwand und überfüllten U-Bahnen zu rechnen“, sagt Georg Ecker,
Verkehrssprecher der Grünen Niederösterreich. Er fordert daher
zusätzliche Direkt-Shuttles von Korneuburg und Wolkersdorf über
A22/A23 zum Wiener Hauptbahnhof mit Fahrtzeiten, die mit der
regulären Bahnverbindung vergleichbar sind.
„Fast 30.000 Burgenländer:innen pendeln tagtäglich nach Wien. Viele
von ihnen sind auf eine funktionierende S-Bahn-Stammstrecke
angewiesen. Die notwendige Sanierung darf daher nicht auf ihrem
Rücken ausgetragen werden. Gerade die Pendler:innen aus dem
Burgenland brauchen verlässliche Verbindungen, dichtere Intervalle
und faire Lösungen wie etwa finanzielle Entlastungen während der
Sperre. Sonst drohen viele Menschen wieder ins Auto gedrängt zu
werden. Das wäre ein Rückschritt für Klimaschutz und Mobilität“,
ergänzt Philip Juranich von den Grünen Burgenland.
Die Grünen fordern konkret:
– Direkte Expressbusse aus dem Weinviertel (ab Korneuburg,
Wolkersdorf) und aus dem Südosten (Schwechat, Linie 217/218) mit
garantierten Fahrtzeiten zum Hauptbahnhof
– Sofortige Verhandlungen zwischen VOR, ÖBB und den Ländern Wien und
Niederösterreich für ein verbindliches Ersatzkonzept
– Spürbare Taktverdichtung auf U1, U2, U4, U6 sowie den
Straßenbahnlinien O, 18 und 62; Ampelpriorisierung und freie Trassen
für Trams und Busse auf den Ausweichrouten
„Die Modernisierung der Stammstrecke ist notwendig und richtig“,
betont Elisabeth Götze, Verkehrssprecherin der Grünen im
Parlamentsklub. „Aber sie darf nicht dazu führen, dass
hunderttausende Menschen den öffentlichen Verkehr dauerhaft aufgeben.
Wir fordern ein rasches, länderübergreifendes Notfallkonzept, das
diesen Namen verdient.“





