4,1 Millionen Euro für neue Kino- und TV-Projekte

Wien (OTS) – In der dritten Förderrunde des Filmfonds Wien gingen
Zusagen unter
anderem an „Sterne“, den neuen Film von Kurdwin Ayub, und an „Die
Häschenschule – Legende vom godenen Ei“, den dritten Teil der
erfolgreichen Animationsreihe. In der aktuellen TV-Förderrunde ergab
sich ein Fokus auf Dokumentationen, die sich mit aktuellen
gesellschaftlichen Themen wie Ressourcenknappheit, Wohnraum-
Spekulation und Kommerzialisierung öffentlicher Dienstleistungen
auseinandersetzen.

Bei der dritten Sitzung im Jahr 2025 erteilte die Jury, bestehend
aus Christine Dollhofer, Peter Jäger, Malina Nwabuonwor, Katrin Renz
und Manfred Schmidt zwölf Herstellungen von Kinofilmen und acht
Projektentwicklungen Zusagen – Mittel in Höhe von über 3,7 Millionen
Euro wurden vergeben. Eingereicht waren 40 Projekte mit einer
Antragssumme von 6,8 Millionen Euro.

Zum dritten TV-Antragstermin 2025 wurden 18 Fernsehprojekte mit
der Gesamtantragssumme von 775.000 Euro eingereicht, acht Projekte
erhielten Zusagen vom Filmfonds Wien in Höhe von 420.000 Euro .

Zwtl.: Zwölf Herstellungen erhalten Förderung in Gesamthöhe von
3.497.800 Euro.

Die Ulrich Seidl Filmproduktion und Filmemacherin Kurdwin Ayub
verwirklichen nach „Sonne“ und „Mond“ ihr neues Projekt: STERNE
handelt von einer jungen Journalistin im Irak, die zwischen die
Fronten gerät als das Land von der Terrororganisation IS überfallen
wird. Auf ihrer Flucht begegnet sie anderen Flüchtenden, irakischen
Familien und Kindern ebenso wie ehemaligen US-Soldaten und kurdischen
Freiheitskämpfern.

Die erfolgreiche Animationsfilmreihe um die Hasen Max und Emmi
und ihre Abenteuer auf der Häschenschule werden mit DIE HÄSCHENSCHULE
– LEGENDE VOM GOLDENEN EI fortgesetzt. Die minoritäre Koproduktion
der Wiener Arx Anima mit der Berliner Akkord Film und der
Ludwigsburger SERU Animation entsteht erneut unter der Regie von Ute
von Münchow-Pohl.

Nach seinem Erstling „Family Dinner“ setzt Autor und Regisseur
Peter Hengl gemeinsam mit der Capra Film seinen zweiten Spielfilm BUG
BOY um. Für den 14-jährigen Samy ist die Pubertät eine besonders
schwierige Zeit: nicht nur weil er in der Schule ein Außenseiter ist,
Mädchen sich nicht für ihn interessieren und seine Eltern ihm nicht
helfen können, sondern auch, weil er offensichtlich dabei ist, sich
in ein Insekt zu verwandeln.

Das Autoren- und Regiegespann Arash und Arman T. Riahi setzen mit
30 BULLETS erstmals ein gemeinsames Spielfilmprojekt um. Der Polit-
Thriller ist die wahre Geschichte eines Staatsanwalts, einer
Journalistin und eines Terrorüberlebenden, die den Kampf gegen zwei
übermächtige Regierungen aufnehmen. Die minoritäre Koproduktion der
Wiener Golden Girls Filmproduktion mit der Kölner BTF Series ist in
den Hauptrollen mit Albrecht Schuch, Hadi Khanjanpour und Leonie
Benesch besetzt.

Die FreibeuterFilm produziert mit WER HAT ANGST VOR GOTT? das
Spielfilmdebüt von Regisseurin Rosa Friedrich nach einem Drehbuch von
Friedrich und Joshua Jadi. In dem Coming-of-Age-Drama macht die
smarte Influencerin Bella aus der verträumten Außenseiterin Maria
eine Internet-Heilige mit geheimnisvollen Jesus-Wundmalen. Inmitten
von Online-Healings, Likes und himmlischem Merchandise entsteht
zwischen ihnen eine unerwartete Freundschaft.

DIE SCHAM DER FAMILIE BORBÉLY ist das Langfilmdebüt von Regisseur
und Autor Kálmán Nagy und wird von der Wiener Schubert Füm als
majoritäre Koproduktion mit der Budapester Lupa Pictures umgesetzt.
In dem Drama greift in einer ungarischen Kleinstadt der jugendliche
Dani seine Lehrerin unerwartet mit einem Messer an. Nach der Attacke
müssen sich die Eltern mit den juristischen und emotionalen Folgen
der Gewalttat, ihrem eigenen Trauma und den demütigenden Reaktionen
der Gesellschaft auseinandersetzen.

In ihrem Dokumentarfilm BACHMANN – „ES WAR MORD“ nähert sich
Regisseurin Regina Schilling der österreichischen Schriftstellerin
Ingeborg Bachmann mithilfe akribisch recherchierten Archivmaterials
und einer szenischen Darstellung von Sandra Hüller an. Die minoritäre
Koproduktion wird von der Wiener Navigator Film und der Berliner Zero
One Film realisiert.

Nach „Unsere Zeit wird kommen“ (Kinostart 28.11.2025) widmet sich
Dokumentaristin Ivette Löcker in LIEBE FREUNDINNEN auf eigensinnige
und humorvolle Art den Fragen des Älterwerdens. Der Dokumentarfilm
wird als majoritäre Koproduktion der Wiener KGP Filmproduktion und
der Kölner Büchner Film entstehen.

SUPERHUMANS porträtiert die schwierige und wichtige Arbeit im
Superhumans Center in Lwiw, Ukraine, einer hochmodernen Einrichtung
für Rehabilitation und Prothesen. Der Kinodokumentarfilm der
Aktivistin Inna Shevchenko („Girls & Gods“) wird von der Golden Girls
Filmproduktion umgesetzt.

In DO MAGIC begibt sich die Dokumentaristin Vera Lacková auf die
Suche nach einer Čohani – einer Roma-Magierin – um einen angeblichen
Fluch zu brechen, der seit Generationen auf ihrer Familie lastet und
für wiederkehrendes Unglück sorgt. Der Dokumentarfilm wird von der
Wiener Le Groupe Soleil Film als majoritäre Koproduktion mit den
slowakischen Produktionshäusern Kerekesfilm und Media Voice sowie der
tschechischen Kaliber Pictures produziert.

Im Winter 1945 wurden im Mühlviertel 500 entflohene KZ-Häftlinge
von Soldaten und weiten Teilen der lokalen Zivilbevölkerung gejagt
und ermordet, sodass von ihnen nur elf überlebten. Die Pooldoks Film
und Dokumentarfilmerin Elke Groen porträtieren in STÄRKER ALS DIE
ANGST eine Zeitzeugin, die als Jugendliche gemeinsam mit ihrer Mutter
zwei der Überlebenden unter Lebensgefahr versteckt hat.

In vielen Demokratien werden feministische Errungenschaften von
autoritären Akteur*innen vermehrt infrage gestellt. Der
Dokumentarfilm HEROINES OF HOPE lässt die Widerständigen hiergegen zu
Wort kommen, junge Frauen, die mit rebellischer Kreativität Netzwerke
der Solidarität bauen und sich miteinander vernetzen. Das Projekt des
Autorinnen- und Regieduos Uli Decker und Bernadette Weber wird als
minoritäre Koproduktion der Wiener Plan C Film mit der deutschen
Elemag Pictures verwirklicht.

Zwtl.: Acht Projektentwicklungen erhalten Förderung in Gesamthöhe von
255.500 Euro.

Autor und Regisseur Mo Harawe und FreibeuterFilm bereiten nach
„The Village Next to Paradise“ mit I AM AFRAID TO TELL WE ARE GOING
TO HELL den zweiten Kinofilm des Regisseurs vor. Das in Wien
spielende Ensembledrama setzt sich mit der zerstörerischen Kraft von
Rassismus und der Suche nach Zugehörigkeit in einer gespaltenen
Gesellschaft auseinander.

Die Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion plant den Kinofilm I’M NOT
HERE TO MAKE FRIENDS von Regisseurin und Autorin Julia Niemann („Veni
Vidi Vici“, gemeinsam mit Daniel Hoesl), in dem sich eine junge
Regisseurin als Teilnehmerin einer Reality Show zwischen Skepsis,
Faszination und Aufmerksamkeitsdrang verliert.

Regisseur Markus Schleinzer („Rose“, in Fertigstellung) widmet
sich in seinem neuen Projekt dem Leben der Popmusik-Legende Klaus
Nomi. Für das Drehbuch des Biopics KLAUS zeichnet er gemeinsam mit
Alexander Brom verantwortlich und entwickelt dieses in enger
Zusammenarbeit mit dem Darsteller und Musiker Christian Friedel, die
Wiener Schubert Füm produziert.

Die gehbehinderte Maria lebt mit ihrer pubertierenden Tochter ein
selbstbestimmtes Leben. Nur eines fehlt ihr: der richtige Partner.
Als ihr der Ex-Häftling Ulli als Assistent zur Seite gestellt wird,
gerät Marias Welt aus den Fugen. Mit MARIA (AT) bereitet die Nikolaus
Geyrhalter Filmproduktion das Spielfilmdebüt des Regie- und Autor*
innenduos Birgit Bergmann und Oliver Werani („Zu ebener Erde“,
gemeinsam mit Steffi Franz) vor.

DAS ENDE IST NAH basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen
Roman von Amir Gudarzi. Es erzählt die Geschichte des jungen
iranischen Autors Abbas, der nach Wien flieht und allen Widrigkeiten
zum Trotz versucht, sich ein Leben in Österreich aufzubauen. Das
Drama entsteht unter der Regie von Arman T. Riahi nach einem Drehbuch
von Özgür Anil und wird von der Wega Film projektiert.

Nachdem Autor und Regisseur Mark Gerstorfer für seinen Kurzfilm
„Die unsichtbare Grenze“ 2023 mit dem Studenten-Oscar in Gold
ausgezeichnet wurde, bereitet er nun gemeinsam mit Koautor und –
regisseur Labinot Morina und der Urich Seidl Filmproduktion sein
Langfilmdebüt vor. Das Drama LICHT ÜBER LICHT spielt 1998 im Kosovo,
wo der 69-jährige Malush in seinem umkämpften Dorf zurückbleibt, um
seine schwer verletzte Frau zu pflegen und um ihrer beider Überleben
zu kämpfen.

Regisseur und Oscarpreisträger Stefan Ruzowitzky bereitet den
Mysterythriller VAN SWIETEN vor, der die wahre Geschichte von Gerard
Van Swieten, dem historischen Vorbild des fiktiven Vampirjägers Van
Helsing, erzählt. Das Projekt der Samsara Filmproduktion entsteht
nach einem Drehbuch von Maja und Wolfgang Brandstetter.

Das Einkaufszentrum Lugner City im 15. Wiener Gemeindebezirk
dient vielen Jugendlichen als zweites Zuhause. In diesem Mikrokosmos
begleitet Regisseurin Jasmin Baumgartner eine Gruppe Teenager auf
ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Der Dokumentar/Spielfilm-Hybrid LUCY
entsteht nach einem Drehbuch von Baumgartner und Lorenz Uhl, die
Golden Girls Film produziert.

Zwtl.: Sechs dokumentarische und zwei fiktionale TV-Projekte erhalten
Förderung in Gesamthöhe von 420.000 Euro.

In dem TV-Krimi MORD IN WIEN 2 kehren Caroline Frank und August
Wittgenstein als Ermittlerduo Malzer und Nassau zurück. Diesmal muss
das ungleiche Paar den Giftmord an einem umstrittenen Politiker
aufklären. Auch das BLIND ERMITTELT -Team Haller und Falk sind für
ihren mittlerweile 15. Fall zurück. Gemeinsam mit Kommissarin
Markovic gilt es, rund um den Wiener Opernball den Mordfall einer
Influencerin zu lösen.

Fünf neue TV-Dokumentationen widmen sich gesellschaftlichen
Themen im engeren und weiteren Sinne: Die Reihe SO FUNKTIONIERT
ÖSTERREICH wirft einen Blick hinter die Kulissen der zahlreichen
Einrichtungen und Institutionen, die dafür sorgen, dass unser Alltag
funktioniert, und taucht in Arbeitswelten ein, die oft im Verborgenen
bleiben.

Wie sich unsere Gesellschaft verändert, wenn kommerzielle
Interessen zentrale Bereiche unserer Daseinsvorsorge dominieren,
zeigt die Reihe WENN VERSORGUNG ZUR WARE WIRD auf.

Die Dokumentation WOHNUNGSWENDE (AT) beschäftigt sich anhand der
Beispiele London, Paris, Berlin, Köln und Wien mit dem weltweiten
Trend zur Spekulation mit Wohnraum und den Auswirkungen auf die
Stadtbewohner*innen.

Die Reihe UTOPIE NACHHALTIGKEIT zeigt die Widersprüche zwischen
Konsum, Lebensstil und Nachhaltigkeit und schaut hinter die Kulisse
des sogenannten nachhaltigen Konsums, wo weiter ökologische
Fußabdrücke, Ausbeutung und Ressourcenverschwendung stehen.

Die zweite Staffel der Reihe WIEN REPARIERT’S erweitert ihren
Fokus. Es geht nicht mehr nur um das Reparieren im privaten Rahmen,
sondern darum, wie die Stadt Wien – im Großen wie im Kleinen –
instandgehalten, gepflegt und saniert wird. Dabei wird deutlich: Die
Reparaturkultur in Wien ist längst kein Nischenthema mehr, sondern
ein zentraler Bestandteil einer zukunftsfähigen, klimafitten
Urbanität.