APG-Strombilanz 2025: Österreich erneut Stromimporteur

Wien (OTS) – Erzielte Österreich im Jahr 2024 – unter anderem dank
hoher Erträge
aus der Laufwasserkraft – auf Basis der Fahrpläne per Saldo einen
Rekord-Jahres-Export in der Höhe von 4.747 GWh und war nach 14 Jahren
erstmals wieder Strom-Exportland, so sah sich Österreich 2025 erneut
mit einer ausgesprochenen Import-Abhängigkeit konfrontiert.

Saldo-Import in der Höhe von 5.360 GWh

In acht von 12 Monaten musste Österreich Strom bilanziell aus dem
Ausland importieren (Vergleich 2024: drei Import-Monate) und auf das
gesamte Jahr gerechnet ergab sich in Österreich (Regelzone APG*) auf
Basis der saldierten Import-/Exportfahrpläne ein Import-Überhang in
der Höhe von 5.360 GWh (dies bedeutet eine Differenz von 10.107 GWh
gegenüber dem Export-Saldo 2024). Konnte 2025 an nur 112 Tagen
bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden, so war dies im Jahr
davor an 243 Tagen möglich.

„Die Strombilanz 2025 und dabei insbesondere die Einspeisung von
Erneuerbaren verdeutlichen die Volatilität im Bereich der
erneuerbaren Produktion. Besonders in den Wintermonaten zwischen
Oktober und Februar konnten wir die Versorgungssicherheit nur
aufrechterhalten, weil die Gaskraftwerke auf Hochtouren gefahren sind
und wir Strom aus unseren Nachbarländern importieren konnten. Die
hohen Importe der vergangenen Monate belegen, wie bedeutend eine
kapazitätsstarke und international vermaschte Netzinfrastruktur ist“,
sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (
APG).

Erneuerbare Produktion um 19,1 Prozent gesunken

Die erneuerbare Erzeugung (46.662 GWh) reduzierte sich 2025 um
19,1 Prozent zum Vorjahr 2024. Besonders hoch fielen die absoluten
Produktionsrückgänge bei der Wasserkraft aus, die von 40.367 GWh (
2024) auf 30.374 GWh (2025) zurückging (minus 24,8 Prozent).

Vor diesem Hintergrund konnte der gegenüber dem Jahr 2024 um 0,3
Prozent gestiegene Stromverbrauch** trotz großen Wachstums bei der
installierten Leistung erneuerbarer Energien (installierte Leistung
per Ende 2025: PV rd. 9,8 GW; Wind rd. 4,3 GW; Laufwasser rd. 6 GW)
in den letzten Jahren im Jahr 2025 nicht durch nachhaltig produzierte
Energie gedeckt werden (78,9 Prozent Stromverbrauchsdeckung).

Netzreserve essenziell für Versorgungssicherheit

Die daraus resultierenden Defizite müssen durch den Einsatz von
Pumpspeicherkraftwerken (rd. 6 GW installierte Leistung),
Gaskraftwerken (rd. 4 GW) und einer kapazitätsstarken
Netzinfrastruktur ausgeglichen werden. In diesem Zusammenhang ist es
besonders wichtig, dass innerhalb der Beschlussfassung zum
Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) im Dezember 2025 auch die
notwendige Novelle der Netzreserve gesetzlich berücksichtigt wurde.

„Der Jahresverlauf verdeutlicht, welche zentrale Bedeutung kalorische
Kraftwerke nach wie vor bei der Absicherung der heimischen
Stromversorgung spielen – die tatsächliche betriebliche Verfügbarkeit
von konventionellen Kraftwerken ist vor dem Hintergrund des
verzögerten Ausbaus des Übertragungsnetzes für die Resilienz
Österreichs in der Stromversorgung essenziell. Solange es noch kein
funktionierendes Gesamtsystem bestehend aus ausreichend Kapazitäten
in den Bereichen erneuerbare Produktion, Speicher, Netze,
Digitalisierung gibt, sind wir weiterhin auf thermische
Kraftwerksreserven für netzstabilisierende Redispatch-Maßnahmen
angewiesen. Die Entwicklung eines kosteneffizienten,
leistungsstarken, nachhaltigen und somit leistbaren Energiesystems
bleibt somit im Sinne eines starken Wirtschaftsstandorts das Gebot
der Stunde“, unterstreicht Christiner.

Redispatch als Notfallmaßnahmen

Die Kosten für Redispatch-Maßnahmen, dem gezielten und
kontrollierten Einsatz von Kraftwerken mit der Zielsetzung,
Leitungsüberlastungen im Stromnetz abzufangen, beliefen sich im Jahr
2025 auf 87,2 Millionen Euro und lagen somit um 3,2 Millionen Euro
über den 2024 angefallenen Gesamtkosten. Notfallmaßnahmen wurden 2025
an 215 Tagen durchgeführt und waren damit etwas häufiger notwendig
als 2024 (Vergleich: 203 Tage 2024).

„Diese zusätzlichen Kosten müssen von den österreichischen
Strommarktkunden getragen werden. Es wäre volkswirtschaftlich
sinnvoller und wünschenswert, diese in Netzausbaumaßnahmen zu
investieren und damit einen wertvollen Beitrag zur Stromversorgung
als Lebensgrundlage Österreichs zu leisten“, sagt Christiner.

* Die Regelzone APG umfasst ganz Österreich mit Ausnahme je eines
Korridors in Vorarlberg und Tirol.

** Dies ist der Strombezug aus dem öffentlichen Netz (inkl.
Netzverluste, ohne Pumpstrom) in der Regelzone APG. Darin ist der
Verbrauch, der durch eigenproduzierten PV-Strom gedeckt wird, nicht
enthalten.

Über Austrian Power Grid (APG)

Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian
Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer
leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der
Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die
erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit,
sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem
Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie
zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz
erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das
Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt,
instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der
Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst.
Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026
(2025: 595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind
Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der
Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9
Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.