Aufschub EU-Entwaldungsverordnung: EU lenkt endlich bei Bürokratiemonster ein

Wien (OTS) – Die Land&Forst Betriebe Österreich begrüßen den heute im
Rat
vorgebrachte Vorschlag der EU-Kommission, die Umsetzung der EU-
Entwaldungsverordnung (EUDR) um ein weiteres Jahr zu verschieben.
Viele Stimmen forderten schon lange, dass die Kommission auf die
scharfe Kritik an der umstrittenen Verordnung reagiert. Aus Sicht der
heimischen Waldbesitzer muss die gewonnene Zeit jedenfalls genutzt
werden, um die unverhältnismäßigen, bürokratischen Vorgaben des
Gesetzes abzubauen.

„Es ist erfreulich, dass die Europäische Kommission nun endlich
auch erkannt hat: Die EUDR funktioniert in der Umsetzung nicht so
einfach und konterkariert damit die eigenen
Entbürokratisierungsziele“, betont Konrad Mylius, Präsident der Land&
Forst Betriebe Österreich. „Heimische Land- und Forstwirte, die gar
keinen Anteil am globalen Entwaldungsproblem haben, werden mit
Rechtsunsicherheiten, bürokratischem Aufwand und einem fehlerhaften
IT-System konfrontiert und müssen sich damit bei jedem Geschäftsfall
von ihrer Schuld freibeweisen. Der Aufschub ist mehr als notwendig.“

Die Umsetzungsfrist für die EUDR wurde bereits letztes Jahr auf
den 30.12.2025 verschoben. In der Zwischenzeit wurden jedoch keine
Verbesserung der zahlreichen Mängel im Gesetzestext und den
begleitenden Instrumenten von der Kommission vorgeschlagen.
Waldbesitzer, Landwirte und viele weitere Akteure in diversen
Wertschöpfungsketten sehen sich einem komplexen, bürokratischen
System gegenüber, das das Problem der globalen Entwaldung nicht lösen
wird.

Dabei hat die Waldfläche in Österreich in den letzten Jahrzehnten
stark zugenommen. Dennoch werden österreichische Marktteilnehmer in
einen Topf mit risikobehafteten Akteuren aus Drittländern geworfen,
in denen illegale Rodungen tatsächlich ein Problem sind. Entwaldung
ist hierzulande schlicht und ergreifend kein Thema. Das sehen auch
zahlreiche Akteure aus der Politik, darunter nicht zuletzt auch
Bundesminister Norbert Totschnig, und Abgeordneter Alexander
Bernhuber, die sich tatkräftig für eine praxistaugliche Vereinfachung
der Vorgaben einsetzen.

„ Der heutige Vorschlag für einen erneuten Aufschub der EUDR
wendet kurzfristig großen Schaden von der gesamten Branche ab. Wir
appellieren jedoch dringend an alle Entscheidungsträger, die
Gnadenfrist sinnvoll zu nutzen und endlich echte Erleichterungen für
Länder wie Österreich ohne Entwaldungsrisiko zu schaffen “, so Konrad
Mylius abschließend.

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige
Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung,
Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und
gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die
Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren
Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe
Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des
österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des
österreichischen Getreides.