Wien (OTS) – Lídia Jorge prägt die portugiesische Gegenwartsliteratur
seit
Jahrzehnten maßgeblich. Ihr in zahlreiche Sprachen übersetztes
vielseitiges Werk – darunter Romane, Erzählungen, Theaterstücke,
Essays, Gedichte und Kinderbücher – finden auch international große
Beachtung. Lídia Jorge setzt sich in ihren Büchern vor allem mit den
prägenden politischen und gesellschaftlichen Erfahrungen Portugals
auseinander.
Nun überreichte Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler der
Autorin im feierlichen Rahmen den Österreichischen Staatspreis für
Europäische Literatur 2026. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.
„Ob es um die Aufarbeitung des Kolonialismus geht, um die
Nelkenrevolution oder um das Aufeinanderprallen von Tradition und
Moderne, Lídia Jorge erweist sich stets als Chronistin des Wandels,
indem sie in den erlebten Geschichten aufzeigt, was an Veränderung
möglich ist – und welche Zukunftsperspektiven sich auftun“, so
Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler. „Lídia Jorge hat ihr
Portugal auf der Landkarte der Weltliteratur eingeschrieben und den
widerständigen Frauen Portugals einen Platz im Gedächtnis der
Leserinnen und Leser gesichert. Ich gratuliere ihr sehr herzlich zum
Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2026.“
„Mit ihrem vielstimmigen und historisch wachen Werk hat Lídia
Jorge der portugiesischen Gegenwartsliteratur eine unverwechselbare
Stimme von großer literarischer, gesellschaftlicher und europaweit
wirksamer Bedeutung gegeben“, so der Laudator Dr. Thomas Macho in
seiner von Jurymitglied Andrea Zederbauer vorgelesenen Rede.
Über Lídia Jorge
Lídia Jorge, geboren 1946 in Boliqueime im Süden Portugals, studierte
französische Literatur in Lissabon und verbrachte während der
Unabhängigkeitskämpfe einige Jahre in Angola und Mosambik. Sie lebt
heute in Lissabon. Mit ihren ersten beiden Romanen gehörte sie zur
Avantgarde der zeitgenössischen portugiesischen Literatur und hat
seitdem zahlreiche renommierte Auszeichnungen für ihr Werk erhalten.
2021 nahm Lídia Jorge eine Professur an der Universität Genf an, 2022
wurde an der University of Massachusetts Amherst der Lídia-Jorge-
Lehrstuhl eingerichtet.
Über den Staatspreis
Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird
seit 1965 für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin
bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere
Beachtung gefunden hat, was durch Übersetzungen dokumentiert sein
muss. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen.
Die fünfköpfige Jury für den Preis 2026 gehörten Cristina Beretta,
Thomas Keul, Thomas Macho, Marlene Streeruwitz und Andrea Zederbauer
an.
Zuletzt ging der Preis an: Serhij Zhadan, Joanna Bator, Marie
NDiaye, Ali Smith und László Krasznahorkai.
Fotos der Verleihung: 260727_HVK Verleihung Staatspreis für
Europäische Literatur





