Wien (OTS) – Wie befürchtet, will die EU-Kommission künftig
thermische
Abfallverwertung mit einem CO2-Preis besteuern, während die weitaus
schädlichere Deponierung von Abfall davon ausgenommen bleibt. Für
Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky ein absurder Vorschlag:
„Thermische Abfallverbrennung ist viel umweltfreundlicher als die
Deponierung von Abfällen und dennoch soll sie jetzt zusätzlich
besteuert werden. Die Leidtragenden sind jene Länder, die
Umweltschutz großschreiben und – wie so oft – die Bevölkerung.“
Zwtl.: „Klima- und sozialpolitisch genau der falsche Weg“
Während eine moderne Müllverbrennung wie in Wien durch Energie-
und Materierückgewinnung 250 kg CO2 pro Tonne Abfall einspart, stößt
eine Deponierung 2.500 kg CO2 aus. „Das ist klimapolitisch genau der
falsche Weg“, so Czernohorszky, der auch die soziale Treffsicherheit
des EU-Vorstoßes kritisiert: „Wenn unsere Müllverbrennungsanlagen
künftig CO2-Steuern zahlen müssen, dann könnte das auch die
Wienerinnen und Wiener belasten.“
Zwtl.: Kein Anreiz für klimafreundliche Müllentsorgung
Müllentsorgung sowie die Endlagerung von Müll sind ein
wesentlicher Treiber von schädlichem CO2-Ausstoß. Deshalb steht ein
fürs Klima möglichst verträglicher Umgang in Wien und anderen
Vorreiter-Städten sowie Vorreiter-Ländern ganz oben auf der Agenda.
Dass umweltfreundliches Handeln nun extra besteuert werden soll, sei
unverständlich, sagt Czernohorszky, auch weil andere Länder dadurch
keinen Anreiz verspüren, die Müllentsorgung klimafreundlich zu
machen.
Wien setzt sich bereits jetzt gemeinsam mit anderen Städten wie
Rom, Barcelona, Dublin, Lissabon, Paris und Warschau für wesentliche
Nachbesserungen ein, sagt Czernohorszky. Man fordere etwa, dass
Anreize für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft bestehen bleiben und
dass die Bevölkerung nicht zusätzlich finanziell belastet wird.





